Hans-Dieter Klenk nimmt Emil von Behring-Preis entgegen

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01.07.2010 17:39

Hans-Dieter Klenk nimmt Emil von Behring-Preis entgegen

Johannes Scholten Pressestelle
Philipps-Universität Marburg

    Der Mediziner Hans-Dieter Klenk ist mit dem Emil von Behring-Preis der Philipps-Universität geehrt worden. Der langjährige Leiter des Marburger Instituts für Virologie nahm die Auszeichnung am vergangenen Dienstag im Rahmen einer Feierstunde aus den Händen von Professorin Dr. Katharina Krause entgegen, der Präsidentin der Philipps-Universität. Der Emil von Behring-Preis ist mit 25.000 Euro dotiert, gestiftet vom Marburger Impfstoffhersteller Novartis Vaccines. Die Ehrung gehört damit zu den am höchsten dotierten deutschen Auszeich­nungen für Medizin.

    „Mit dem Emil von Behring-Preis wird Herrn Professor Klenks richtungweisende molekularbiologische Erforschung von Influenza-Viren gewürdigt, die zu einem grundlegenden Verständnis von viralen Pathogenitätsmechanismen geführt hat“, sagte Krause bei der Preisverleihung, die in der Aula der Alten Universität in Marburg stattfand. Der Geehrte hat sein wissenschaftliches Leben der Erforschung zoonotischer Viren gewidmet, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden und schwere Krankheiten auslösen können.

    „Hans Klenk gehört zu den internationalen Spitzenforschern auf dem Gebiet der Influenzaviren und hämorrhagischen Fieberviren“, erklärte Professor Dr. Volker ter Meulen in seiner Laudatio, die in seiner Abwesenheit von Professor Dr. Stephan Becker vorgetragen wurde, dem Nachfolger Klenks als Leiter des virologischen Instituts. Die Würdigung ließ den Werdegang des Preisträgers Revue passieren und hob unter anderem hervor, wie zielstrebig dieser schon in jungen Jahren war, „welchen hohen persönlichen Einsatz er bereit war zu leisten, um seine Wissensneugierde zu befriedigen“.

    Der gebürtige Kölner Klenk studierte Medizin in Tübingen, Wien und seiner Heimatstadt, wo er 1964 mit summa cum laude zum Dr. med. promoviert wurde. Nach einem Aufbaustudiengang zum Diplom-Biochemiker in Tübingen erlangte er 1971 die Venia Legendi für Virologie in Gießen, wo er zwei Jahre später seine erste Professur erhielt. Zuvor verbrachte er drei Jahre als Gastforscher an der New Yorker Rockefeller Universität. 1985 kam er als Leiter der Virologie an die Philipps-Universität und führte das Marburger Institut zu internationaler Bedeutung.

    Klenk war sechs Jahre lang Präsident der Deutschen Gesellschaft für Virologie; als Vorsitzender der Abteilung Virologie im Internationalen Fachverband der Mikrobiologen IUMS initiierte er einen regen wissenschaftlichen Austausch mit dem Ausland. Er erhielt zahlreiche wissenschaftliche Preise, darunter im Jahr 2006 die Robert-Koch-Medaille in Gold für sein Lebenswerk. Derzeit amtiert der Mediziner als Vizepräsident der Von Behring-Röntgen-Stiftung.

    Die Laudatio bot einen Überblick über die wissenschaftlichen Erfolge des Preisträgers und verdeutlichte insbesondere, welch große praktische Bedeutung dessen Erkenntnissen zukommt. „Die Universität Marburg kann sich glücklich schätzen, solch einen renommierten Preisträger in ihren Reihen zu haben“, lautete ter Meulens Résumé.

    In seiner Dankesrede zeichnete Klenk nach, wie sich Grippeviren verändern, wenn sie vom Tier auf den Menschen übertragen werden. Wie der Mediziner darlegte, ist hierbei insbesondere die spezifische Anpassung an einen Wirt zu überwinden. Zentrale Fragen, denen Klenks Arbeitsgruppe nachging, waren also: Was bestimmt die Wirtsspezifität? Wie werden Wirtsbarrieren überwunden? Wie passt sich der Erreger an den neuen Wirt an? „Die Antworten auf diese Fragen haben wir in der Aufklärung der Wechselwirkungen gesucht, die die verschiedenen Gene des Virus mit Wirtsfaktoren eingehen.“ Anhand verschiedener Beispiele machte Klenk deutlich, dass dem „Sprung über die Speziesbarriere“ eine Anpassung an den neuen Wirt folgt, so dass „in der Tat ein menschliches Virus entsteht“.

    „Für Novartis Vaccines steht Wissenschaft ganz oben auf der Tagesordnung, denn nur mit neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen ist Fortschritt auch bei der Zulassung und Produktion von innovativen Impfstoffen möglich“, sagte Dr. Andreas Brutsche, der Geschäftsführer des Marburger Impfstoffherstellers Novartis Vaccines, der das Preisgeld stiftet. Die Auszeichnung umfasst außerdem eine Urkunde sowie eine Medaille mit dem Portrait des Impfstoffpioniers Emil von Behring, nach dem der Preis benannt ist. Er wird alle zwei Jahre für besondere wissenschaftliche Leistungen auf medizinischem, veterinärmedizinischem und naturwissenschaftlichem Gebiet verliehen.

    Weitere Informationen:
    Ansprechpartner: Johannes Scholten,
    Wissenschaftskommunikation der Philipps-Universität
    Tel.: +49-6421 28-25866
    E-Mail: johannes.scholten@verwaltung.uni-marburg.de

    Irene von Drigalski
    Leiterin Communications Novartis Behring
    Tel.: +49-6421-393265 (direkt)
    E-Mail: Irene.vonDrigalski@novartis.com und presse.marburg@novartis.com


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Medizin
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Personalia
    Deutsch


    Professor Dr. Hans-Dieter Klenk nahm den Emil von Behring-Preis aus den Händen von Professorin Dr. Katharina Krause entgegen, der Präsidentin der Philipps-Universität.


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    Mit dem Preisträger Professor Dr. Hans-Dieter Klenk (Mitte) freuen sich (von links) Marburgs Oberbürgermeister Egon Vaupel, Dr. Andreas Brutsche von Novartis Vaccines, Universitäts-Präsidentin Professorin Katharina Krause und Professor Dr. Stephan Becker, Klenks Nachfolger als Leiter des Instituts für Virologie.


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