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08.08.2001 13:34

Wirtschaftswissenschaften: Controlling als Hilfwissenschaft der Theologie

Dr. Victoria Meinschäfer Stabsstelle Presse und Kommunikation
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

    "Verkündigung, Heiligung, Caritas" lauten die drei Ziele der Kirche - kann man deren Erreichen mit den Mitteln des betriebswirtschaftlichen Controllings überprüfen? Passen Kirche und Ökonomie überhaupt zusammen? Ja, findet Dr. Martin Mertes und hat seine Dissertation über "Controlling in der Kirche" verfaßt.
    Die Katholische Kirche ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in Deutschland. Die Einnahmen durch die Kirchensteuer belaufen sich jährlich auf rund 8 Milliarden Mark, allein das Bistum Münster hatte 1999 einen Gesamthaushalt von 646 Millionen. Bei solchen Zahlen liegt es nahe, den sinnvollen Einsatz der Gelder zu überprüfen. Was sich jedes Unternehmen leistet, stößt bei einer Institution wie der Kirche allerdings auf Schwierigkeiten. Theologische und kirchenrechtliche Vorgaben engen den Spielraum des Controllings ein, und die umfassende Wertorientierung schließt den Einsatz bestimmter Instrumente, wie etwa einer Mitgliederbeitragsdeckungsrechnung, aus.
    Das bedeutet, daß die Kirche zwar von den Besserverdienenden mehr Kirchensteuern bekommt als von "sozial Schwachen", heißt aber eben nicht, daß sie sich in ihrer Arbeit nur auf diese zahlungskräftige Gruppe konzentrieren darf. Doch die Tatsache, daß einige Bereiche kirchlicher Arbeit nicht messbar sind, sollte nicht dazu führen, daß jegliche Quantifizierung abgelehnt wird, ist Dr. Martin Mertes überzeugt.
    Er hat deshalb neben dem theoretischen Rahmen auch die praktische Umsetzung des Controllings am Beispiel des Bistums Münster überprüft. Warum Münster? Ganz einfach, das Bistum Paderborn, das Mertes als Dortmunder zunächst angesprochen hatte, wollte eine solche Untersuchung nicht. Nun profitieren die Münsteraner davon und zwar, wenn es nach Mertes Wünschen geht, nicht nur die Verwaltungsspitze, sondern auch die Basis, die Mitglieder der Pfarrgemeinderäte und Kirchenvorstände.
    Neben den betriebswirtschaftlich relevanten Merkmalen der Kirche muß das Controlling auch eine Koordinationsfunktion im Hinblick auf Einzelaufgaben leisten. So sollten etwa Informationsangebot und tatsächliche Nachfrage aufeinander abgestimmt, die Koordination zwischen den Kirchengemeinden verbessert oder die Flexibilität des kirchlichen Handlungsrahmens erhöht werden.
    "Das Controlling kann auch im kirchlichen Rahmen seine effizienz- und effektivitätssteigernde Wirkung entfalten," ist der ehemalige Meßdiener nach der Untersuchung überzeugt, "ein Umdenken der Kirche hin zur Notwendigkeit der Quantifizierung von Sachverhalten ist notwendig."

    Für Nachfragen steht Ihnen Dr. Martin Mertes gerne zur Verfügung: mer@parsytec.de

    Mertes, Martin: Controlling in der Kirche. Aufgaben, Instrumenten und Organisation dargestellt am Beispiel des Bistums Münster, Gütersloh: Kaiser 2000, DM 88,-


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Philosophie / Ethik, Religion, Wirtschaft
    überregional
    Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


     

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