Multiple-Sklerose-Forschung: In Münster entsteht eine „Blutproben-Bibliothek“

idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Thema Corona

idw-Abo
Science Video Project



Teilen: 
10.09.2010 16:22

Multiple-Sklerose-Forschung: In Münster entsteht eine „Blutproben-Bibliothek“

Dr. Christina Heimken Presse- und Informationsstelle
Westfaelische Wilhelms-Universität Münster

    Münster (mfm) - „Blutspender gesucht“ – ein häufiger Appell, vor allem, wenn der notwendige Lagerbestand besorgniserregend abnimmt. Auch das Wissenschaftlerteam um Prof. Dr. Heinz Wiendl ist auf Blutproben angewiesen – aber nicht für Transfusionen, sondern aus einem nicht minder wichtigen Grund: Der Medizinprofessor der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) erforscht Entstehung und Verlauf der Multiplen Sklerose (MS). Dafür baut er eine „Biobank“ mit Blutproben auf.

    „Ein solches ‚Blutproben-Archiv’ muss man sich vorstellen als eine Art Bibliothek, eine Datenquelle mit Tausenden Informationen, in der Wissenschaftler immer wieder nachschlagen können, um wichtige Daten für ihre Forschung zu gewinnen“, so Wiendl, der am Universitätsklinikum Münster (UKM) die neu eingerichtete Klinik für Entzündliche Erkrankungen des Nervensystems und Neuroonkologie leitet. Dort werden nun Blutproben von 1.000 Patienten mit Multipler Sklerose und anderen inflammatorischen – also entzündlichen - Erkrankungen gesammelt – aber zudem auch 200 Proben von gesunden Spendern. Denn erst der Vergleich von Untersuchungsmaterial aus beiden Gruppen ermöglicht aussagekräftige wissenschaftliche Untersuchungen und damit neue Therapieansätze.

    Der einzige Unterschied zur üblichen Blutspende: Hier werden nur rund 200 Milliliter Blut abgenommen, sonst ist es mehr als das Doppelte. Die Proben werden weder genetisch oder gentechnisch verändert noch zu therapeutischen Zwecken eingesetzt, sondern lediglich – anonymisiert - aufbewahrt und analysiert. „Jeder Spender unterstützt damit unsere Forschungen und die Suche nach neuen Therapien“, erklärt Prof. Wiendl, der neben seiner Direktorentätigkeit auch Sprecher des deutschen Kompetenznetzwerkes für Multiple Sklerose ist.

    Ein erster Spendenaufruf war bereits so erfolgreich, dass der Bedarf an Proben gesunder Erwachsener weitgehend gedeckt ist und der Aufbau der „Blutproben-Bibliothek“ starten kann. „Biobanken erlauben uns extrem wichtige Einblicke in die Krankheitsentstehung und Prognose, aber auch ob und wie ein Medikament bei einem Patienten anschlägt, können wir daraus ablesen“, so Wiendl zum Nutzen des Projekts.


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Medizin
    überregional
    Forschungsprojekte
    Deutsch


    Baut eine Biobank mit Blutproben auf: Prof. Heinz Wiendl


    Zum Download

    x

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).

    Cookies optimieren die Bereitstellung unserer Dienste. Durch das Weitersurfen auf idw-online.de erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Datenschutzerklärung
    Okay