Mehr Lebensqualität für nierentransplantierte Patientinnen und Patienten

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24.11.2010 12:34

Mehr Lebensqualität für nierentransplantierte Patientinnen und Patienten

Carin Lehmann Stabsstelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Universitätsklinikum Freiburg

    Die Teleassistierte Nachsorge für nierentransplantierte Patientinnen und Patienten könnte bundesweit, aber auch international zum Vorbild werden. Das Projekt des Universitätsklinikums Freiburg wurde jetzt mit dem „Karl Storz Innovationspreis für Telemedizin“ ausgezeichnet.

    Der mit 5000 Euro dotierte „Karl Storz Innovationspreis Telemedizin 2010“ geht nach Freiburg und Hannover. Im Rahmen des „1. Nationalen Fachkongresses Telemedizin“ in Berlin Anfang November wurde das Projekt „Nachsorge blutgruppeninkompatibel nierentransplantierter Patienten“ des Transplantationszentrums Freiburg ausgezeichnet, das nach Ansicht der Jury für den gesamten nationalen und internationalen Transplantationsbereich „einen medizinischen und ökonomischen Nutzen erwarten lässt.“ Den Preis nahm in Berlin Silvia Hils entgegen, die das Transplant-Büro im Freiburger Transplantationszentrum leitet. Hils koordiniert das Projekt und hat die Bewerbung für den Innovationspreis erarbeitet. Ausgezeichnet wurde außerdem das Projekt „Online-Konsil Forensikon“ der Medizinischen Hochschule in Hannover.

    Mit dem Freiburger Projekt wurde ein innovatives Versorgungskonzept gewürdigt, das Dr. Przemyslaw Pisarski, Leiter der Sektion Transplantationschirurgie am Transplantationszentrum Freiburg, gemeinsam mit dem Transplantationszentrum Straßburg für eine Hochrisikogruppe von Patientinnen und Patienten entwickelt hat. All jene, denen am Freiburger Klinikum die Niere einer Spenderin oder eines Spenders mit einer ungleichen Blutgruppe transplantiert worden ist, können in ihrer häuslichen Umgebung versorgt werden. Bei auffälligen Befunden wird im Transplantationszentrum ein Alarm ausgelöst, die Patientinnen und Patienten können zudem rund um die Uhr direkt Kontakt mit den Betreuenden im Transplantationszentrum aufnehmen. 50 Patientinnen und Patienten werden an dem Projekt teilnehmen, das im Juli 2010 startete. Ab Januar 2011 werden die ersten Patienten von zu Hause aus ihre Daten in ein interaktives Terminal eingeben.

    „Das bringt nicht nur eine Zeit- und Kostenersparnis ohne Einbußen bei der Versorgungsqualität“, sagt Pisarski: „Die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten verbessert sich und zugleich werden überfüllte medizinische Einrichtungen entlastet.“ Zudem können Abstoßungsreaktionen und Infektionen viel früher als bisher erkannt werden. „Dies verlängert die Organfunktion und das Patientenüberleben.“

    Pisarski glaubt, dass die in Freiburg gewonnenen Erkenntnisse auch auf andere Bereiche im Gesundheitswesen übertragen werden können. Er hofft zudem, dass die Krankenkassen die Teleassistierte Nachsorge für nierentransplantierte Patientinnen und Patienten auch bundesweit als Regelleistung in ihren Leistungskatalog aufnehmen.

    In Freiburg wurde im Jahr 2004 die erste Lebendnierentransplantation bei ungleichen Blutgruppen durchgeführt. Bis heute sind 64 Patientinnen und Patienten erfolgreich operiert worden. Im Jahr 1968 wurde am Universitätsklinikum Freiburg die erste Niere erfolgreich transplantiert.

    Information für Journalistinnen und Journalisten: Interviews mit teilnehmenden Patientinnen und Patienten können nach vorheriger Rücksprache mit der Pressestelle des Universitätsklinikums vermittelt werden.

    Kontakt:
    Silvia Hils
    Leitung Transplant-Büro
    Transplantationszentrum am Uniklinikum Freiburg
    Tel.: 0761 270-2732
    E-Mail: silvia.hils@uniklinik-freiburg.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Medizin
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft
    Deutsch


    (v.l.) Katrin Jung, Karl Storz GmbH & Co. KG; Silvia Hils, Projekt „Nachsorge blutgruppeninkompatibel nierentransplantierte Patienten“, Chirurgische Universitätsklinik Freiburg; Dr. med. Urs-Vito Albrecht, Projekt „Online-Konsil Forensikon“, Medizinische Hochschule Hannover, Institut für Rechtsmedizin; Prof. Dr. Hans-Jochen Brauns, Vorstand DGTelemed


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