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30.11.2010 10:44

Ironman-Triathlon ist nicht gesundheitsgefährdend

Alexander Dworzak Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungsmanagement
Universität Wien

    Regelmäßiges körperliches Training bewirkt viele positive physiologische Effekte und beugt chronischen Erkrankungen vor. Ob extreme sportliche Ausdauerbelastungen Gesundheitsrisiken bergen, untersuchte das Team um Karl-Heinz Wagner und Oliver Neubauer vom Department für Ernährungswissenschaften der Universität Wien. Sie analysierten im Rahmen eines FWF-Projektes die Auswirkungen eines Ironman-Triathlons auf gesundheitsrelevante biochemische und molekularbiologische Parameter.

    3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42 km Laufen absolvieren TriathlethInnen bei einem Ironman und sind damit extremen Belastungen ausgesetzt. "Als mögliche Ursache für Negativeffekte gilt die Überproduktion von potentiell zellschädigender reaktiver Sauerstoffspezies. Im Mittelpunkt unserer Forschung standen daher oxidative Schädigungen von Blutzellen, Blutlipiden und Zellbestandteilen im Blut", erklärt Karl-Heinz Wagner vom Department für Ernährungswissenschaften der Universität Wien und Leiter der Arbeitsgruppe Emerging Field Oxidative Stress and DNA Stability.

    Regenerationsverlauf von 42 Ironman-Teilnehmern untersucht

    Im Rahmen eines vom österreichischen Wissenschaftsfonds (FWF) geförderten Forschungsprojekts wurde 42 männlichen Teilnehmern des Ironman Austria zu fünf Zeitpunkten Blut entnommen: zwei Tage vor dem Ironman, unmittelbar nach Absolvierung der durchschnittlich knapp elfstündigen Dauerbelastung sowie einen Tag, fünf Tage und 19 Tage nach dem Wettkampf. "Noch nie wurden über einen derart langen Zeitraum der Regenerationsverlauf von Biomarkern für oxidativen Stress und Indizes für die Stabilität des Genoms untersucht", sagt Wagner.

    Keine nachhaltigen Zellschäden

    Die WissenschafterInnen konnten erstmals nachweisen, dass "die enorme Belastung trotz vorübergehender Anstiege bei den meisten Markern für oxidativen Stress, Entzündungsparametern sowie bei DNA-Strangbrüchen in Lymphozyten zu keinen nachhaltigen Zellschäden führt", so Oliver Neubauer, Mitglied des Forschungsteams und selbst Ironman-Triathlet. Zusammen mit der Arbeitsgruppe um Siegfried Knasmüller vom Institut für Krebsforschung der Medizinischen Universität Wien fanden die ForscherInnen zudem heraus, dass durch Chromosomenschädigung auftretende Fehler bei der Zellteilung von Lymphozyten, sogenannte Mikrokerne, unmittelbar nach dem Ironman sogar abnehmen.

    Auszeichnung und Folgeuntersuchung mit australischen Universitäten

    Basierend auf der FWF-Studie wurden mehrere Beiträge in renommierten Fachjournalen veröffentlicht. Auf den vielversprechenden Ergebnissen der Arbeitsgruppe aufbauend, werden nunmehr die molekularen und zellulären Mechanismen dieser akuten Stress-, Regenerations- und Adaptationsreaktionen analysiert. So untersucht Oliver Neubauer in Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern an australischen Universitäten Griffith University, University of Queensland, Brisbane und Deakin University, Melbourne die Regulation bestimmter Gene nach einer Ausdauerbelastung. Für seine bisherigen Forschungsergebnisse in diesem Bereich wurde Neubauer mit einem vom FWF geförderten Erwin-Schrödinger-Auslandsstipendium ausgezeichnet.

    Publikationen

    No Acute and Persistent DNA Damage after an Ironman Triathlon. In: Cancer Epidemiol Biomarkers Prevention. DOI:10.1158/1055-9965.EPI-08-0293
    http://cebp.aacrjournals.org/content/17/8/1913.full (Volltext)

    Antioxidant responses to an acute ultra-endurance exercise: impact on DNA stability and indications for an increased need for nutritive antioxidants in the early recovery phase. In: British Journal of Nutrition. DOI: 10.1017/S0007114510001856
    http://journals.cambridge.org/bjn/ironman (Volltext)

    No Indications of Persistent Oxidative Stress in Response to an Ironman Triathlon. In: Medicine & Science in Sports & Exercise. DOI: 10.1249/MSS.0b013e3181824dab
    http://journals.lww.com/acsm-msse/pages/articleviewer.aspx?year=2008&issue=1... (Abstract)

    Website der Arbeitsgruppe Emerging Field Oxidative Stress and DNA Stability: http://www.univie.ac.at/antiox/


    Kontakt
    Ao. Univ.-Prof. Mag. Dr. Karl-Heinz Wagner
    Department für Ernährungswissenschaften
    Universität Wien
    1090 Wien, Althanstraße 14 (UZA II)
    T +43-1-4277-549 30
    karl-heinz.wagner@univie.ac.at

    Mag. Dr. Oliver Neubauer
    Department für Ernährungswissenschaften
    Universität Wien
    1090 Wien, Althanstraße 14 (UZA II)
    T +43-1-4277-549 32
    oliver.neubauer@univie.ac.at

    Rückfragehinweis
    Mag. Alexander Dworzak
    Öffentlichkeitsarbeit
    Universität Wien
    1010 Wien, Dr.-Karl-Lueger-Ring 1
    T +43-1-4277-175 31
    M +43-664-602 77-175 31
    alexander.dworzak@univie.ac.at


    Weitere Informationen:

    http://univie.ac.at/175 - Presseportal der Universität Wien mit Bildern in printtauglicher Auflösung


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin, Sportwissenschaft
    überregional
    Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


    Oliver Neubauer (rechts) beim Ironman Austria 2003


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    Karl-Heinz Wagner


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