Ständige Schmerzen können die Lebensqualität der Betroffenen in hohem Maße beeinträchtigen. Dieses Schicksal teilen allein in Deutschland etwa vier bis neun Millionen Menschen. Eine frühzeitige diagnostische Abklärung der Schmerzen und ihrer möglichen körperlichen als auch psychischen Ursachen sind das A und O, um eine gezielte Behandlungsstrategie zu entwickeln und um zu verhindern, dass Schmerzen die Patienten womöglich ein Leben lang begleiten.
"Unbehandelte oder falsch behandelte Schmerzen haben ein hohes Risiko zu chronifizieren", betont die münstersche Schmerzexpertin Privatdozentin Dr. Dipl.-Psych. Ingrid Gralow. Um dem vorzubeugen, verweist die Leiterin der Schmerzambulanz und Schmerztagesklinik der Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin des Universitätsklinikums Münster (UKM) mit Nachdruck auf die hohe Bedeutung eines engen Austausches zwischen Ärzten und Psychologen verschiedener Fachdisziplinen bei der Diagnostik chronischer Schmerzen. Die Chancen im Hinblick auf eine frühzeitige differenzierte Diagnostik und umgehende gezielte Therapie wurden am UKM bereits Anfang der 80er Jahre erkannt: Aus der Kreuzschmerz-Sprechstunde der Orthopädie heraus ist seinerzeit mit der Interdisziplinären Schmerzkonferenz ein heute nicht mehr wegzudenkendes Forum geschaffen worden, wo behandelnde Ärzte unklare Fälle vorstellen und sich den Rat von Experten einholen können.
Im Laufe der vergangenen Jahre hat sich die Konferenz kontinuierlich erweitert. Vertreter der Orthopädie, Anästhesiologie, Neurologie und Neurochirurgie des UKM gehören ihr ebenso an wie Kollegen aus der Psychiatrie, Psychosomatik und der Manuellen Medizin sowie immer wieder auch niedergelassene Ärzte, die hier diffizile Krankengeschichten zur Sprache bringen. Die mittlerweile jeden ersten Dienstag im Monat von 18 bis 20 Uhr im großen Konferenzraum auf der Ebene 05 West des Zentralklinikums stattfindende Interdisziplinäre Schmerzkonferenz tritt jetzt zum 200. Mal zusammen. Anlässlich dieses Jubiläums wird am Mittwoch, 31. Oktober 2001, ein Symposium stattfinden, bei dem Möglichkeiten zur Vorbeugung einer Schmerzchronifizierung erörtert werden. Referenten bei dieser um 17 Uhr im Hörsaal L 20 im Lehrgebäude des Zentralklinikums beginnenden Veranstaltung sind der Direktor der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie
des UKM Prof. Dr. Gereon Heuft der sich aus klinischer Sicht zu diesem Thema äußert, sowie der Münchener Schmerzexperte Prof. Dr. Walter Zieglgänsberger vom Max-Planck-Institut für Psychiatrie, der über neue Ergebnisse der Grundlagenforschung berichten wird.
Veranstaltet wird die Interdisziplinäre Schmerzkonferenz heute von der vor zehn Jahren auf Initiative von Dr. Gralow gegründeten Interdisziplinären Arbeitsgruppe der Kliniken des UKM. Weitere Mitglieder in diesem Gremium sind der Diplom-Psychologe Dr. Albert Hürter von der Schmerzambulanz und Schmerztagesklinik, Prof. Dr. Ingo W. Husstedt und Privatdozent Dr. Stefan Evers aus der Klinik für Neurologie, Dr. Markus Schilgen von der Akademie für Manuelle Medizin und Prof. Dr. Hans-Werner Bothe aus der Klinik für Neurochirurgie. Im Auftrag der Ärztekammer übernimmt diese Arbeitsgruppe auch die ärztliche Fachweiterbildung in der Schmerztherapie. 600 bis 700 Ärztinnen und Ärzte aus dem gesamten Bundesgebiet haben sich bislang schon von den münsterschen Experten im fachübergreifenden Verbund zum Schmerztherapeuten weiterbilden lassen.
Ihr Know-how in Sachen Schmerztherapie werden sie Interessenten bald auch in Buchform zugänglich machen. Anfang 2002 wird das gemeinsame Werk unter dem Thema "Schmerztherapie interdisziplinär" erscheinen. Neben Interdisziplinärer Schmerzkonferenz, ärztlicher Fachweiterbildung und nicht zuletzt der täglichen Arbeit in der Klinik steht die Arbeitsgruppe derzeit vor einer weiteren großen Aufgabe: Denn 2003 wird der deutsche Schmerzkongress unter der Leitung von Ingrid Gralow und Stefan Evers in Münster stattfinden. Rund 2000 Teilnehmer aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland werden zu dieser Veranstaltung erwartet, für die bereits jetzt die Vorbereitungen laufen.
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
regional
Buntes aus der Wissenschaft, Wissenschaftliche Tagungen
Deutsch
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