Klemm-Preis für Prof. Krebs

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12.09.1997 00:00

Klemm-Preis für Prof. Krebs

Jutta Reising Stabsstelle Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Westfaelische Wilhelms-Universität Münster

    upm-Pressemitteilung der Universitaet Muenster 332/97 - 12. September 1997

    Alle lebenden Organismen brauchen Metalle Prof. Bernt Krebs mit dem Wilhelm-Klemm-Preis ausgezeichnet

    Fuer seine herausragenden Forschungsarbeiten im Bereich der Anorganischen und Bioanorganischen Chemie wurde Prof. Dr. Bernt Krebs, Direktor am Anorganisch-Chemischen Institut der Westfaelischen Wilhelms-Universitaet, mit dem Wilhelm-Klemm- Preis der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) ausgezeichnet. Der Preis wurde ihm am 11. September anlaesslich der gemeinsamen Hauptversammlung der Gesellschaften Deutscher und OEsterreichischer Chemiker in Wien vom Praesidenten der GDCh, Prof. Dr. E. Winterfeldt, ueberreicht.

    Diese neben dem Alfred-Stock-Preis wichtigste deutsche Auszeichnung fuer wissenschaftliche Leistungen in der Anorganischen Chemie wird alle zwei Jahre verliehen und ist nach dem bedeutenden muensterschen Wissenschaftler und Begruender der Magnetochemie Prof. Dr. Wilhelm Klemm benannt. Mit Prof. Krebs wird erstmals einem Forscher aus Muenster diese hohe Ehrung zuteil.

    Mit dem Forschungspreis werden die ungewoehnlich breit angelegten und international fuehrenden wissenschaftlichen Arbeiten von Prof. Krebs gewuerdigt, die von festkoerperchemischen Problemen der Entwicklung fester Ionenleiter ueber die Synthese und Strukturaufklaerung von anorganischen Polymeren bis zur Entwicklung technisch wichtiger Katalysatoren sowie bis zur Aufklaerung von Wirkmechanismen von Metalloenzymen in Lebensprozessen reichen. Neben der Synthese und Strukturchemie von anorganischen Schwefel-, Selen- und Tellurverbindungen, von UEbergangsmetall-Oxoverbindungen und UEbergangsmetall-Schwefel-Komplexen, die fuer vielfaeltige katalytische Prozesse von Bedeutung sind, ist die zentrale und zukunftsweisende Fragestellung seiner Arbeiten die ueberragende Bedeutung von Metallen in biologischen Prozessen in allen Organismen vom Bakterium bis zum Menschen.

    Hier stehen fuer Prof. Krebs die Funktion und Struktur von aktiven Zentren in Metalloenzymen, in denen Eisen, Zink, Kupfer, Nickel und Mangan fuer die biokatalytische Wirkung verantwortlich sind, im Vordergrund . Der Aufbau der Metalloenzyme wird mit komplizierten spektroskopischen und physikalischen Untersuchungsmethoden, vor allem mit der Roentgenstrukturanalyse, ermittelt. Die moderne Entwicklung hochaufloesender computergraphischer Methoden hat an dem Untersuchungserfolg grossen Anteil. Nach dem Vorbild der Natur stellt die Arbeitsgruppe von Prof. Krebs im Labor kuenstliche ("biomimetische") Modellverbindungen her, die die Funktion der Metalloenzyme in lebenden Organismen nachvollziehen und dann in der Praxis als technische Katalysatoren oder in Chemo- und Biosensoren eingesetzt werden koennen.

    Ein weiteres wichtiges und erfolgreiches Arbeitsgebiet von Prof. Krebs, das im Jahre1992 bereits durch die Verleihung des Max- Planck-Forschungspreises gewuerdigt wurde, befasst sich mit den Grundlagen der Antitumorwirkung von Platinverbindungen sowie der Entwicklung neuer Platin-haltiger Cytostatica. Wie die Untersuchungen zeigen, besteht die heilende Wirkung der bisher in der Klinik verwendeten Cytostatica Cisplatin und Carboplatin in einem Angriff und einer Schaedigung der DNA-Doppelstraenge in der Zelle, so dass die Vermehrung der Krebszelle gehemmt wird. Die bekannten Platin-Wirkstoffe haben Nebenwirkungen, die den Patienten sehr belasten. Diese negativen Erscheinungen zu minimieren ohne die therapeutische Wirkung des Medikaments zu verringern, ist Fernziel der Forschungsarbeiten von Prof. Krebs.

    Der 58jaehrige Chemiker lehrt seit 1977 an der Universitaet Muenster, nachdem er zuvor eine Dozententaetigkeit in Goettingen, eine Professur an der Universitaet Kiel und danach an der Universitaet Bielefeld wahrgenommen hatte. Gastprofessuren fuehrten ihn an die Universitaeten in Stony Brook (USA), Lund (Schweden) Kopenhagen/Lyngby (Daenemark), Strassburg (Frankreich) und La Plata (Argentinien).

    Wie Prof. Krebs betonte, sind die hier gewuerdigten Forschungsarbeiten in seiner Arbeitsgruppe in Zusammenarbeit mit einer grossen Zahl engagierter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entstanden, deren Kreativitaet wesentlich zum Erfolg beigetragen haben. In seinen Dankesworten nach der Verleihung in Wien wies er auch darauf hin, dass von seinen zahlreichen Schuelern bereits heute acht als Professoren und Dozenten an Hochschulen in Deutschland und im Ausland taetig sind.


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Biologie, Chemie
    überregional
    Es wurden keine Arten angegeben
    Deutsch


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