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18.07.2013 17:07

Religiosität im internationalen Vergleich: Leipziger Theologe an "Religionsmonitor " beteiligt

Dipl.-Journ. Carsten Heckmann Pressestelle
Universität Leipzig

    Den internationalen Teil des "Religionsmonitors 2013" der Bertelsmann Stiftung hat der Religions- und Kirchensoziologe Prof. Dr. Gert Pickel vom Institut für Praktische Theologie der Universität Leipzig ausgewertet. In der Broschüre "Religiosität im internationalen Vergleich" beleuchtet er das Verhältnis von Religion und Gesellschaft – in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Schweden, Spanien, Schweiz, Türkei, Israel, USA, Kanada, Brasilien, Indien und Südkorea.

    "In das Projekt konnte ich meine Expertise speziell auf dem Gebiet der international vergleichenden Religionssoziologie einfließen lassen", sagt Pickel. Das Interessante war für ihn nicht nur die breite Anlage der Studie. "Insbesondere spannend fand ich auch die aktuelle Ausrichtung auf die Bedeutung von Religion für den sozialen Zusammenhalt von Gesellschaften, was genau in meinen Forschungsbereich fällt." Zudem bestehe nur sehr selten die Möglichkeit, "an internationalen Vergleichsstudien wie dieser konkret mitzuarbeiten und diesbezüglich vergleichbares Datenmaterial zu analysieren", erklärt der Theologe.

    In einer repräsentativen Umfrage für den aktuell erschienenen Religionsmonitor hat die Bertelsmann Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Markt- und Sozialforschungsinstitut infas Ende 2012 rund 14.000 Menschen in insgesamt 13 Ländern über ihre Haltung zu Religion befragt. Anschließend wurden die Daten gemeinsam mit Religionswissenschaftlern, Soziologen und Psychologen aus dem In- und Ausland intensiv analysiert. Zentraler Anspruch ist es, durch wissenschaftliche Erkenntnisse die Verständigung zwischen den Religionen und den Dialog zwischen Religion und Gesellschaft zu befördern.

    Universitätsprofessor Pickel betrachtet unter anderem die unterschiedlichen Ausprägungen von Religiosität und Spiritualität sowie deren Ursachen in und Konsequenzen für die Gesellschaften im internationalen Vergleich. Im Mittelpunkt stehen hierbei folgende Fragen: Wie gehen die Menschen mit wachsender religiöser Vielfalt um? Wann werden Religionen als Bereicherung und wann als Bedrohung wahrgenommen? Welche Rolle spielt Religion für den gesellschaftlichen Zusammenhalt? Im Ergebnis zeigt sich unter anderem: Die Trennung von Religion und Politik wird deutlich befürwortet. Zudem geht die Religiosität von Generation zu Generation zurück. Und die Leuchttürme hoher Religiosität liegen außerhalb Europas. Die Türkei (82 Prozent), Brasilien (74 Prozent), Indien (70 Prozent) und die USA (67 Prozent) weisen den größten Anteil derjenigen auf, die angeben "sehr", "ziemlich" oder "mittel religiös" zu sein. In Schweden (28 Prozent) und Israel (31 Prozent) liegt dieser Wert am niedrigsten. Deutschland liegt mit 57 Prozent im Mittelfeld (in Ostdeutschland 26 Prozent, in Westdeutschland 64 Prozent). In Europa gab weniger als die Hälfte der Befragten an, dass Religion ein wichtiger Bereich in ihrem Leben sei.

    Mit dem Religionsmonitor 2013 wurde auch die soziale und politische Relevanz der Religion empirisch untersucht. Neben Fragen zur Zentralität von Religion wurden auch Fragen zu Werten und Werthaltungen, zur Wahrnehmung religiöser Vielfalt und zum gesellschaftlichen Zusammenhalt gestellt, was die Analyse wesentlicher Aspekte moderner Gesellschaften ermöglicht. Ebenfalls erschienen ist die Studie "Religiosität und Werte in Deutschland" von Prof. Dr. Detlef Pollack und Dr. Olaf Müller (beide Universität Münster), die einen Überblick hinsichtlich der Situation in Deutschland liefert.

    Der erste Religionsmonitor war 2007 in 21 Staaten repräsentativ erhoben worden und hatte große öffentliche und politische Aufmerksamkeit erlangt. Dabei wurde ein Religionsbegriff zugrunde gelegt, der sowohl für alle Religionen anwendbar ist als auch individualisierte Formen der Religiosität erfasst. Das ermöglichte den fundierten Vergleich individueller Religiosität von Menschen aller Weltreligionen und Kontinente.

    Ansprechpartner:
    Prof. Dr. Gert Pickel
    Theologische Fakultät
    Telefon: +49 341 97-35463
    E-Mail: pickel@rz.uni-leipzig.de


    Weitere Informationen:

    http://www.religionsmonitor.de Ergebnisse des neuen Religionsmonitors
    http://www.religionsmonitor.de/ergebnisse-international.html Gert Pickel: Religiosität im internationalen Vergleich


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Gesellschaft, Religion
    überregional
    Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


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