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05.12.2002 09:22

Margherita-von-Brentano-Preis für Lateinamerika-Expertin

Hedwig Görgen Stabsstelle für Presse und Kommunikation
Freie Universität Berlin

    Den höchst dotierten Preis für Frauenprojekte erhält dieses Jahr Prof. Dr. Renate Rott. In einer akademischen Feierstunde am Mittwoch, dem 11. Dezember 2002, wird ihr der diesjährige Brentano-Preis der Freien Universität Berlin überreicht. Diese Auszeichnung wird seit 1995 für hervorragende Projekte und Maßnahmen zur Frauenförderung oder Frauenforschung vom Präsidenten der FU vergeben. Sie ist nach der Philosophin Margherita von Brentano benannt, die Anfang der siebziger Jahre Erste Vizepräsidentin der FU war. Der Margherita-von-Brentano-Preis ist mit 11.000 Euro die höchst dotierte Auszeichnung für Frauenforschung in Deuschland.

    Damit wird das Lebenswerk der vor kurzem emeritierten Wissenschaftlerin und Lateinamerika-Expertin gewürdigt. Ihr besonderes Augenmerk galt den Untersuchungen zu Arbeitsverhältnissen im formellen und informellen Sektor, der Bevölkerungspolitik, sozialen Bewegungen und Formen der politischen Transition unter besonderer Berücksichtigung von Frauenforschung und -förderung. Größere Forschungsprojekte beschäftigen sich mit Entwicklungen des Arbeitsmarktes und den spezifischen Formen der Modernisierung in verschiedenen Ländern Lateinamerikas, mit der Arbeitsemigration von Frauen und seit Ende der 90er Jahre mit dem Chiapas-Konflikt.

    Renate Rott gehört zu den Gründungsmitgliedern des seit 1983 an der FU bestehenden Editionsprogramms Ergebnisse der Frauenforschung, das bisher mehr als 50 Titel (Disserationen und Habilitationsschriften) publizierte. Z.Zt. ist sie Sprecherin des Beirats der Zentraleinrichtung für Frauen- und Geschlechterforschung. Die von Renate Rott mitinitiierte Arbeitsgruppe "Frauen in Ländern der Dritten Welt" traf sich regelmäßig zu Forschungskolloquien und Arbeitstagungen. Neben diesem starken Engagement war sie langjährige Gutachterin für Entwicklungsprojekte des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Die Projektevaluationen führten sie neben China und den Kapverdischen Inseln in viele lateinamerikanische Länder (nach Zentralamerika, in die Karibik und nach Brasilien), wo sie die konzeptuellen Ansätze der Genderproblematik immer wieder durch praktische Erfahrungen ergänzen oder relativieren konnte.

    Von dem Preisgeld wird eine Tagung organisiert und eine Datenbank über Frauenforschung in Lateinamerika vervollständigt. Die Laudatio "Wider fesselnde Tradition" hält Prof. Dr. Marianne Braig vom Lateinamerika-Institut. Nach der Preisvergabe durch den Ersten Vizepräsidenten der FU, Prof. Dr. Dieter Lenzen, spricht die Preisträgerin über "An diesem oder jenem Ort: Zur gesellschaftlichen Positionierung von Frauen und zum Wandel des Geschlechterverhältnisses am Beispiel lateinamerikanischer Länder".

    Ort und Zeit: Henry-Ford-Bau der FU, Garystr. 35, 14195 Berlin-Dahlem, U-Bhf. Thielplatz, Linie 1; Mittwoch, 11. Dezember 2002, 17.00 Uhr

    Informationen: Mechthild Koreuber, Frauenbeauftragte der FU Berlin, Rudeloffweg 25 - 27, 14195 Berlin, Tel.: 030/838-54259, Fax.: 838-52087, E-Mail: frauenbeauftragte@fu-berlin.de und Prof. Dr. Renate Rott, Lateinamerika-Institut, Tel.: 030/838-53072, -53020, E-Mail: lairott@zedat.fu-berlin.de


    Weitere Informationen:

    http://www.fu-berlin.de/lai


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Geschichte / Archäologie, Gesellschaft
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Personalia
    Deutsch


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