Freiburger Wissenschaftler machen Tumorstammzellen sichtbar

idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Thema Corona

idw-Abo
Science Video Project



Teilen: 
10.03.2014 17:06

Freiburger Wissenschaftler machen Tumorstammzellen sichtbar

Benjamin Waschow Stabsstelle Unternehmenskommunikation
Universitätsklinikum Freiburg

    Veröffentlichung in Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA

    Einem Forscherteam um Prof. Dr. Gabriele Niedermann von der Klinik für Strahlenheilkunde des Universitätsklinikums Freiburg (Ärztliche Direktorin Prof. Dr. med. Anca-L. Grosu) ist es erstmals gelungen, klinisch relevante Verfahren für die Bildgebung von Tumorstammzellen zu entwickeln.

    Viele Tumore sind hierarchisch aufgebaut, ähnlich wie normale Gewebe und Organe. Die Spitze der Tumorzellhierarchie bilden Tumorzellen mit Stammzelleigenschaften. Diese Tumorstammzellen sind undifferenziert und besitzen die Fähigkeit zu nahezu unbegrenzter Selbsterneuerung. Solche undifferenzierten Tumorstammzellen treiben neben dem Tumorwachstum auch die lokale Tumorinvasion, die Fernmetastasierung und die Bildung von wiederkehrenden Zweittumoren an.

    Aufgrund der hohen Therapieresistenz von Tumorstammzellen werden neue Therapieansätze benötigt, um deren Eliminierung zu ermöglichen. „Die Entwicklung solcher Therapieansätze kann erheblich erleichtert werden, wenn die Tumorstammzellen durch bildgebende Verfahren sichtbar gemacht werden können“, sagt Prof. Niedermann. Für die Bildgebung wie auch zugleich für die Eliminierung der Tumorstammzellen sind Antikörper gegen Zelloberflächenrezeptoren besonders gut geeignet.

    Die Arbeitsgruppe um Prof. Niedermann hat in enger Zusammenarbeit mit Nuklearmedizinern des Universitätsklinikums Freiburg Antikörper gegen den bereits gut erforschten Tumorstammzellmarker AC133/CD133 so modifiziert, dass auch Tumore mit geringer Tumorstammzelldichte mittels Positronen-Emissions-Tomographie (PET) nichtinvasiv dargestellt werden können.

    „Die PET von Tumorstammzellen könnte klinisch für die Planung und die Verlaufskontrolle von Tumorbestrahlungen, aber auch bei anderen Therapieformen bedeutsam werden“, hofft Prof. Niedermann. Mit den entwickelten Antikörper-Derivaten können sogar Tumorstammzellen in Hirntumoren hochauflösend dargestellt werden. Dies ist möglich, da die normalerweise das Gehirn vor größeren Molekülen wie Antikörpern abschirmende Blut-Hirn-Schranke in aggressiven Hirntumoren durchlässiger ist.

    Die Freiburger Forscher haben zudem mit Nahinfrarot-Farbstoffen modifizierte Antikörper entwickelt. Damit können Tumorzellen - inklusive Tumorstammzellen - durch Nahinfrarot-Fluoreszenz-Tomographie sichtbar gemacht werden. Nahinfrarotlicht kann einige Zentimeter Gewebe durchdringen. Das Verfahren ermöglicht daher den nichtinvasiven Nachweis von Tumorzellen in oberflächlichen Tumoren sowie deren Nachweis während Operationen oder endoskopischen Eingriffen. Erleichtert wird auch die Beurteilung der wichtigen Tumorrandgebiete. Darüber hinaus können mithilfe solcher veränderter Antikörper Tumorzellen gezielt und nebenwirkungsarm mittels Nahinfrarotlicht zerstört werden.

    Die Arbeit wurde in den renommierten Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA publiziert.

    Titel der Originalpublikation: Noninvasive positron emission tomography and fluorescence imaging of CD133+ tumor stem cells.
    doi: 10.1073/pnas.1314189111
    http://www.pnas.org/content/111/6/E692.full.pdf+html?with-ds=yes

    Das Projekt ist angebunden an die Forschungsschwerpunkte « Stammzellen und Krebs » sowie « Bildgebung und Strahlentherapie » des Deutschen Kon-sortiums für Translationale Krebsforschung (DKTK).

    Kontakt:
    Prof. Dr. med. Gabriele Niedermann
    Leitung Sektion Strahlenbiologie
    Klinik für Strahlenheilkunde
    Telefon: 0761 270-95140
    gabriele.niedermann@uniklinik-freiburg.de


    Weitere Informationen:

    http://www.uniklinik-freiburg.de/presse/live/Pressemitteilungen/Archiv2014/1Quar...
    http://www.pnas.org/content/111/6/E692.full.pdf+html?with-ds=yes


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    Medizin
    überregional
    Forschungsergebnisse, Forschungsprojekte
    Deutsch


    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).

    Cookies optimieren die Bereitstellung unserer Dienste. Durch das Weitersurfen auf idw-online.de erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Datenschutzerklärung
    Okay