Innovative geisteswissenschaftliche Studiengänge mit IT-Bezug

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27.04.2017 19:28

Innovative geisteswissenschaftliche Studiengänge mit IT-Bezug

Dr. Susanne Langer Kommunikation und Presse
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

    Unis Erlangen-Nürnberg, München und Regensburg gründen Campus-Netzwerk für Digitale Geistes- und Sozialwissenschaften

    Am 27. April 2017 ist das Campus-Netzwerk für Digitale Geistes- und Sozialwissenschaften „téchnē“ in der Erlanger Orangerie eröffnet worden. Das Interdisziplinäre Zentrum Digitale Geistes- und Sozialwissenschaften der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) ist federführend in diesem standortübergreifenden Netzwerk in Bayern, dem außerdem die Ludwig-Maximilians-Universität München (Fakultät für Sprach- und Literaturwissenschaften / IT-Gruppe Geisteswissenschaften) und die Universität Regensburg (Lehrstühle für Medieninformatik und Informationswissenschaften) angehören. Die Bayerische Staatsregierung fördert im Rahmen des Innovationsprogramms „Digitaler Campus Bayern“ das Projekt zur Entwicklung eines zukunftsträchtigen Studienangebots am Schnittpunkt von Informatik und Geistes- und Sozialwissenschaften für eine Laufzeit von 5 Jahren mit 3,6 Millionen Euro.

    „Ziel ist es, das neue Forschungsfeld Digital Humanities und Social Sciences in der Lehre zu verankern und die Auswirkungen der Digitalisierung in Wissenschaft und Gesellschaft kritisch zu reflektieren“, erklärt die FAU-Professorin Heidrun Stein-Kecks, federführende Antragstellerin und Gesamtkoordinatorin. Das kooperative Studienangebot bezieht den Forschungsbereich der Digital Humanities unter Beteiligung der Social Sciences in die Lehre ein. Digital Humanities umschreibt das Vorgehen, in den Geistes- und Kulturwissenschaften moderne Informationstechnologien und digitale Ressourcen für die wissenschaftliche Arbeit zu verwenden. „In der Arbeitswelt genügt es nicht mehr, sich eindimensional nur mit den geisteswissenschaftlichen oder nur mit den technischen Aspekten der Digitalisierung zu beschäftigen“, führte sie aus. Daher qualifiziere das neue Lehrangebot Studierende, das anspruchsvolle Berufsfeld an der Schnittstelle zwischen Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften sowie der Informatik zu besetzen.

    „Als Informatiker mit einem Faible für interdisziplinäre Vernetzung freue ich mich insbesondere über die zeitgemäße Ausbildung, die der in allen Bereichen fortschreitenden Digitalisierung gerecht wird“, betonte FAU-Präsident Prof. Dr. Joachim Hornegger. Denn für den sicheren Umgang mit immer kürzeren Innovationszyklen und immer neuen Informations- und Kommunikationstechnologien benötige der Mensch entsprechende Kompetenzen, nicht zuletzt, um bei den gelieferten Informationen Faktisches von Postfaktischem unterscheiden zu können, fuhr Hornegger fort.

    Ministerialdirigent Dr. Michael Mihatsch vom Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst betonte: „Die Kooperation der Universitäten Erlangen-Nürnberg, München und Regensburg eröffnet den Studierenden und Lehrenden gute Möglichkeiten, sich praxis- und projektorientiert über die digitalen Technologien in Gesellschaft und Wissenschaft auszutauschen – von gemeinsamen Veranstaltungen hin zu virtuellen Lehrangeboten. Das bayerische Wissenschaftsministerium unterstützt die Hochschulen im Freistaat dabei, moderne Informationstechnologien und digitale Ressourcen, auch gerade in den Geistes- und den Sozialwissenschaften, für die Arbeit in Wissenschaft und Lehre zu nutzen.“

    „Der Netzwerkname weckt nicht nur lautlich Assoziationen zu Technik, sondern ist auch Programm: Bei den griechischen Philosophen der Vorsokratik bezeichnet téchnē das Zusammenspiel von Wissen und Können“, sagte der Dekan der Philosophischen Fakultät und des Fachbereichs Theologie, Prof. Dr. Rainer Trinczek. Bei téchnē gehe es um die Vermittlung von theoretischem Wissen mit praktischer Handlungskompetenz.

    Der Festvortrag von Dr. Alexandra Borchardt, Chefin vom Dienst der Süddeutschen Zeitung widmete sich dem Thema „Mensch 4.0 – Wie die Digitalisierung die Gesellschaft verändert“. Im Anschluss wurde das Netzwerk von Prof. Dr. Florian Mehltretter, Dekan der Fakultät für Sprach- und Literaturwissenschaften (LMU), Prof. Dr. Christian Wolff (UR) sowie der Erlanger Kunsthistorikerin Prof. Dr. Heidrun Stein-Kecks stellvertretend für alle Projektbeteiligten feierlich eröffnet.

    Die Kooperation der drei Universitäten sieht die Einrichtung von neuen Studiengängen an den drei Standorten vor. Neben neuen Studienangeboten, wie dem Erlanger Bachelorstudiengang „Digitale Geistes- und Sozialwissenschaften“, dem optionalen Nebenfach „Digital Humanities (Sprachwissenschaften)“ in München sowie dem Regensburger Masterstudiengang „Digital Humanities“ profitieren die Studierenden in besonderer Weise von standortübergreifenden Veranstaltungen wie jährlichen Summer Schools sowie der Öffnung von Lehrangeboten über die Standorte und Studiengänge hinweg.

    Weitere Informationen, insbesondere zu den einzelnen Studienangeboten: www.fau.de/2016/10/news/studium/millionenfoerderung-fuer-digitale-geisteswissenschaften
    Pressebilder stehen ab dem 28.7.17 auf unserer Webseite zum Download bereit: www.fau.de/2017/04/news/panorama/innovative-geisteswissenschaftliche-studiengaenge-mit-it-bezug/

    Pressekontakt:
    Prof. Dr. Heidrun Stein-Kecks
    Tel.: 09131/ 85-29260
    heidrun.stein-kecks@fau.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Geschichte / Archäologie, Informationstechnik, Kulturwissenschaften, Kunst / Design, Sprache / Literatur
    überregional
    Kooperationen, Studium und Lehre
    Deutsch


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