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19.05.2017 14:25

Podiumsdiskussion: Vom Nutzen und Nachteil der Biografie für die Wirtschaftsgeschichte

Ulrike Jaspers Public Relations und Kommunikation
Goethe-Universität Frankfurt am Main

    FRANKFURT. Der Unternehmer August Thyssen stritt viel mit Frau und Kindern, der Chemiker und Industrielle Carl Duisberg kämpfte gegen Übergewicht, Erschöpfungs- und Krankheitsgefühle. Sind das Trivialitäten, Plaudereien aus dem unternehmerhistorischen Nähkästchen? Oder sind solche Einsichten ein wichtiger Bestandteil der Beschäftigung mit wirtschaftshistorisch herausragenden Persönlichkeiten? Diesen und weiteren spannenden Fragen widmen sich einige bekannte Biografen bei einer Podiumsdiskussion, die vom Lehrstuhl für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Goethe-Universität am 30. Mai (Dienstag) von 18 bis 20 Uhr im Casino, Raum 1.811, Campus Westend, Goethe-Universität, veranstaltet wird.

    Auf dem Podium nehmen Platz: Jürgen Kaube, Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der 2012 eine vielbeachtete Biografie des Soziologen Max Weber veröffentlicht hat, und der Frankfurter Soziologe Prof. Tilman Allert, er kuratiert seit einigen Jahren für die Frankfurter Bürgeruniversität die Vortragsreihe „Wie wir wurden, wer wir sind – Deutsche Biografien“ und stellte dabei selbst u.a. die Politikerin Ursula von der Leyen, die Schauspielerin Romy Schneider sowie den Designer Karl Lagerfeld vor. Vom Frankfurter Lehrstuhl für Wirtschafts- und Sozialgeschichte sind dabei: der Lehrstuhlinhaber Prof. Werner Plumpe, dessen umfassende Biografie des Industriellen Carl Duisberg vergangenes Jahr erschienen ist, Prof. Johannes Bähr, der nach einer Studie zum Bankier Jürgen Ponto im vergangenen Jahr eine umfassende Biografie zu Werner von Siemens vorgelegt hat, Dr. Jörg Lesczenski, der sich in seiner Dissertation mit dem Ruhrindustriellen August Thyssen und in der Biografienreihe der Goethe-Universität „Gründer, Gönner und Gelehrte“ mit dem Unternehmer Heinrich Roessler beschäftigt hat, sowie Dr. Friederike Sattler, die bereits eine Biografie des Bankiers Ernst Matthiensen abgeschlossen hat und zur Zeit zum Bankier Alfred Herrhausen forscht.

    Diese erfahrenen Biografen werden Einblicke in ihre Arbeit geben und auch die Relevanz der Biografie für die Wirtschaftsgeschichte diskutieren. Biografien fordern zur Erzählung geradezu heraus – haben sie damit vor allem illustrativen Charakter, weil sich mit ihnen wirtschaftliche Entwicklung und individuelles Handeln anschaulich verbinden lassen oder können sie damit das statische Bild sogenannter Strukturanalysen ergänzen oder vielleicht sogar ersetzen? Hinterfragt werden soll in dieser Runde auch, welche Rolle es spielt, ob es sich bei der Biografie um die Auftragsarbeit eines Unternehmens handelt oder ob sie alleine auf wissenschaftliches Interesse zurückgeht. Die Diskussion über diese unterschiedlichen Fragen ist aktueller denn je, zumal Biografien auch außerhalb des wissenschaftlichen Publikums auf großes Interesse stoßen: So sind Barbara Stollberg-Rilingers preisgekrönte Arbeit über Maria Theresia oder Andrea Wulfs Darstellung über Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur große Erfolge auf dem Buchmarkt.

    Informationen: Vernessa Oberhansl, M.A., Lehrstuhl für Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Historisches Seminar, Campus Westend, Tel. (069) 798 32620, E-Mail: oberhansl@em.uni-frankfurt.de; mehr Details zu den Autoren und ihren Biografien unter: http://tinygu.de/Biografien


    Weitere Informationen:

    http://tinygu.de/Biografien


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Geschichte / Archäologie, Gesellschaft, Kulturwissenschaften, Politik, Wirtschaft
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Forschungsergebnisse
    Deutsch


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