idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
1000. idw-Mitglied!
1000 Mitglieder
Medienpartner:
Wissenschaftsjahr


Teilen: 
16.06.2017 10:44

Europäischer Erfinderpreis für Malaria-Schnelltest

Dr. Ulrich Marsch Corporate Communications Center
Technische Universität München

    Malaria in Patienten zu erkennen ist bisher nur mit hohem Zeitaufwand möglich und zudem sehr fehleranfällig. Prof. Oliver Hayden von der Technischen Universität München (TUM) hat mit seinem niederländischen Kollegen Jan van den Boogaart jetzt einen automatisierten Blutschnelltest entwickelt, der mit fast hundertprozentiger Sicherheit die richtige Diagnose stellt. Für die Entwicklung der neuen Methode erhielten die Forscher am 15. Juni den Europäischen Erfinderpreis, der herausragende Erfinder aus Europa und der ganzen Welt auszeichnet.

    Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) starben 2015 weltweit ca. 430.000 Menschen an Malaria. Ein großes Problem dieser tropischen Infektionskrankheit ist eine schnelle und zuverlässige Diagnose. Bisher erfolgt sie hauptsächlich über den mikroskopischen Erregernachweis im Blut durch medizinisches Personal – eine ungenaue und zeitaufwändige Methode. Der neue Schnelltest, den Prof. Oliver Hayden, Inhaber des Heinz-Nixdorf-Lehrstuhls für Biomedizinische Elektronik an der Technischen Universität München (TUM), mit Jan van den Boogaart, Siemens Healthineers, entwickelte, nutzt dagegen eine Kombination von 30 unterschiedlichen Blutwerten, die automatisiert bestimmt werden können.

    Die Forscher machten eine statistische Auswertung von Blutparametern gesunder Personen und von Malariapatienten. Dabei konnten sie ein Set aus 30 Werten ermitteln, bei denen die Erkrankten messbare Abweichungen von der Norm zeigten. Die beiden Forscher entwickelten daraufhin einen Algorithmus, mit dem sich Blutmessautomaten, die bereits in Laboren oder Kliniken genutzt werden, so umstellen lassen, dass sie auch den Malaria-„Datenfingerabdruck“ erkennen. Mit dieser neuen Methode kann die Krankheit mit einer Sicherheit von 97 Prozent diagnostiziert werden. In Zukunft wollen van den Boogaart und Hayden dieses Nachweisverfahren auch für andere Krankheiten weiterentwickeln.

    Über den Preisträger Oliver Hayden
    Zum 1. Juni 2017 hat Prof. Oliver Hayden den Heinz-Nixdorf-Lehrstuhl für Biomedizinische Elektronik der TUM übernommen. Zuvor war er bei Siemens Healthineers Leiter der In-Vitro Diagnostics and Bioscience Entwicklung in Deutschland. Hayden forschte als Postdoktorand auf dem Gebiet der Nanotechnologie an der Universität Harvard, nachdem er 1999 in Wien in Biochemie promoviert hatte. 2011 erwarb er zusätzlich einen Abschluss als Master of Business Administration an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Er erhielt bereits zahlreiche Preise, darunter den „Young Investigator Award" der Gesellschaft Österreichischer Chemiker. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Grenzbereich zwischen Sensorik, Mikrofluidik und Materialwissenschaft mit dem Ziel, die Funktion von Zellen zu untersuchen.

    Über den PreIs
    Der Europäische Erfinderpreis wird seit 2006 an herausragende Erfinder in Europa und der ganzen Welt verliehen. Er zeichnet Personen aus, die mit ihrer Erfindung einen außergewöhnlichen Beitrag zu sozialer Entwicklung, technologischem Fortschritt und wirtschaftlichem Wachstum geleistet haben. Die Preisträger erhalten eine Trophäe in Form eines Segels. Er wird in den Kategorien Industrie, Forschung, klein und mittelständische Unternehmen (KMU), außereuropäische Staaten und Lebenswerk vergeben. Ein Expertenteam des Europäischen Erfinderpreises wählt zusammen mit einer Jury bestehend aus internationalen Fachgrößen aus den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft, Lehre und Forschung die Gewinner aus.

    Kontakt
    Prof. Oliver Hayden
    Heinz-Nixdorf-Lehrstuhl für Biomedizinische Elektronik
    Technische Universität München
    Email: oliver.hayden@tum.de
    Tel.: 089 / 289-23325 (Pressestelle)

    Weitere Informationen
    Webseite des Europäischen Erfinderpreises
    https://www.epo.org/learning-events/european-inventor_de.html
    Prof. Oliver Hayden
    https://www.professoren.tum.de/hayden-oliver/
    Heinz-Nixdorf-Lehrstuhl für Biomedizinische Elektronik
    http://www.lme.ei.tum.de/startseite/


    Weitere Informationen:

    https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/detail/article/33973/ - Diese Meldung im Web
    https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/ - Pressemitteilungen der TU München


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Lehrer/Schüler, Studierende, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler, jedermann
    Biologie, Medizin
    überregional
    Forschungsergebnisse, Wettbewerbe / Auszeichnungen
    Deutsch


    Prof. Oliver Hayden, Preisträger des Europäischen Erfinderpreises 2017 in der Kategorie Industrie.


    Zum Download

    x

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).