idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Medienpartner:
Wissenschaftsjahr


Teilen: 
17.07.2017 11:37

Vorausschauende Techniken für Fassaden und Beleuchtung von Bürogebäuden - Forschungsprojekt LiSA

Christian Heyer DFKI Kaiserslautern
Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, DFKI

    Neue Techniken, um Fassaden und Beleuchtung von Bürogebäuden der Witterung entsprechend automatisch zu steuern – damit befasst sich ein Vorhaben der TU Kaiserslautern in dem im DFKI ansässigen Living Lab smart office space. Ziel ist es, den Komfort im Büro zu gewährleisten und den Energieverbrauch zu senken. Insgesamt sind drei Lehrstühle aus Bauingenieurwesen, Elektrotechnik und Informatik beteiligt sowie vier Partner aus der Wirtschaft. Koordiniert wird das Projekt von Professorin Dr. Sabine Hoffmann. Das Bundeswirtschaftsministerium unterstützt es in den kommenden drei Jahren mit 1,6 Millionen Euro. Der DFKI-Forschungsberich Erweiterte Realität entwickelt darin spezielle Lichtsensoren.

    Damit Büros im Sommer nicht zu heiß werden oder Bildschirme der Rechner die Nutzer nicht blenden, gibt es bei den meisten Bürogebäuden Jalousien oder Rolladensysteme. „Leider gibt es hierfür nur wenige automatische Systeme, die in Büros auf Zustimmung stoßen“, sagt Projekt-Koordinatorin Hoffmann, die an der TU zu Gebäudsystemen und -technik forscht. „Wir entwickeln Techniken, die den thermischen und visuellen Komfort in den Büros sicher stellen sollen. Hier gibt es ein hohes Energie-Einsparpotenzial. Zudem wissen wir, dass die Lichtqualität und ein möglichst hoher Tageslichtanteil aus gesundheitlichen Gründen äußerst wichtig sind, z.B. um dem Biorhythmus des Menschen gerecht zu werden.“

    Im Rahmen des Projektes „LiSA“ (Licht- und Solarmanagement) werden die Forscherteams an Technologien arbeiten, die es ermöglichen, Tageslicht effizient zu nutzen, energiesparende Beleuchtung bereitzustellen und auch im Sommer zu einem angenehmesn Raumklima beizutragen. Dazu wollen sie unter anderem einen kostengünstigen Sensor entwickeln, der im Raum sowohl die Lichtverhältnisse als auch Wärmeeinträge durch Sonnenstrahlung misst. Ein vorausschauendes Regelsystem soll zudem alle Komponenten, die hierbei zum Einsatz kommen, steuern und drahtlos vernetzen.

    Hoffmann und ihr Team werden die Techniken als Prototypen im „Living Lab smart office space“ erproben. Dieses „Büro-Labor“ hat im Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kaiserslautern seinen Sitz. Hier forscht die Bauingenieurin gemeinsam mit DFKI-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern daran, das Wohlempfinden im Büro durch neuartige Technologien zu verbessern.

    Neben Hoffmann sind an dem Vorhaben beteiligt: Professor Steven Liu vom Lehrstuhl für Regelungssysteme an der TU Kaiserslautern und TU-Professor Didier Stricker, der am DFKI den Forschungsbereich Erweiterte Realität/Augmented Vision leitet. Zudem sind das Beleuchtungstechnik-Unternehmen Waldmann GmbH, die dresden elektronik ingenieurtechnik gmbh, der Software-Entwickler Agentilo GmbH sowie das Ingenieurbüro ebök GmbH dabei. Das Gesamtvolumen des Vorhabens liegt bei 2,3 Millionen Euro. Im Rahmen des Programms „Energieoptimirtes Bauen“ – EnOb unterstützt das Bundeswirtschaftsministerium es mit 1,6 Millionen Euro Das Projekt wird darüber hinaus von den Technikunternehmen Osram, SageGlass-Saint Gobain und Warema finanziell gefördert.

    Der Forschungsbereich Augmented Vision des DFKI in Kaiserslautern entwickelt in Zusammenarbeit mit dem TU-Team die speziellen Sensoren zur Erfassung der Lichtsituation im Raum. Die dazu notwendigen Daten werden durch die Analyse sphärischer Aufnahmen einer 360-Grad-Kamera erfasst. Sie liefern die Grundlage zur Berechnung der durch das Sonnenlicht eingebrachten Wärmeenergie, um die Jalousien aktiv zu steuern oder die Lichtdurchlässigkeit der elektrochromen Verglasung zu regeln. Im zweiten Drittel des Projektes entwickeln die Wissenschaftler dann ein System zur Visualisierung des Ist-Zustandes und von Simulationen des Lichtmanagements für Planer und Architekten.

    Fragen beantwortet:
    Prof. Dr.-Ing. Sabine Hoffmann
    TU Kaiserslautern
    Gebäudesysteme und Gebäudetechnik
    E-Mail: Sabine.Hoffmann@bauing.uni-kl.de
    Tel.: 0631 205-2909

    Kontakt DFKI:
    Prof. Dr . Didier Stricker / Dr. Gerd Reis
    Forschungsbereich Augmented Vision
    Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) GmbH
    Trippstadter Straße 122
    67663 Kaiserslautern
    E-Mail: Gerd.Reis@dfki.de

    Pressekontakt DFKI:
    DFKI - Team Unternehmenskommunikation
    Trippstadter Straße 122
    67663 Kaiserslautern
    Tel.: +49 631 20575 -1700/-1710
    E-Mail: uk-kl@dfki.de


    Weitere Informationen:

    https://www.uni-kl.de/aktuelles/news/news/detail/News/neues-forschungsprojekt-vo... Pressemeldung auf der Seite der TU Kaiserslautern
    http://www.livinglab-smartofficespace.com Homepage Living Lab smart office space


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler, jedermann
    Bauwesen / Architektur, Elektrotechnik, Informationstechnik
    überregional
    Forschungsprojekte, Kooperationen
    Deutsch


    Das Living Lab smart office space ist ein einzigartiger Experimentierraum für Innovationen im Bereich Personalized Environment und Ambient Intelligence.


    Zum Download

    x

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).