idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
idw-Abo
Medienpartner:
Wissenschaftsjahr


Teilen: 
08.01.2018 15:51

Prof. Slusallek in die acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften - aufgenommen

Reinhard Karger M.A. DFKI Saarbrücken
Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, DFKI

    Prof. Dr. Philipp Slusallek gehört zu den 26 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften – 2017 in den Kreis ihrer Mitglieder aufgenommen hat. Die Wahl ist sowohl Auszeichnung der wissenschaftlichen Leistung als auch ein ehrenamtliches Mandat: Die von Bund und Ländern geförderte Akademie berät Politik und Gesellschaft in technologiebezogenen Fragen.

    Die 26 neuen Mitglieder aus Ingenieur- und Naturwissenschaften sowie Geistes-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften engagieren sich bei acatech an der Schnittstelle von Wissenschaft, Wirtschaft und Politik. In interdisziplinären Projekten arbeiten sie mit Expertinnen und Experten aus Wirtschaft und Gesellschaft zusammen und entwickeln Handlungsoptionen und -empfehlungen für Politik und Gesellschaft. Die Projektthemen reichen dabei von Energieversorgung über Digitalisierung und Industrie 4.0 bis hin zur Technikkommunikation.

    In den letzten Jahren hatte Prof. Slusallek bereits intensiv mit acatech zusammengearbeitet. So hat sein DFKI-Forschungsbereich „Agenten und Simulierte Realität“ im Rahmen der Arbeiten des Fachforums Autonome Systeme sowie einer vergleichenden Studie für die Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) wesentlich zu Handlungsempfehlungen für die Bundesregierung im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) beigetragen. Diese Arbeiten waren ausschlaggebend für die Einrichtung der neuen „Plattform für Künstliche Intelligenz – Lernende Systeme“ (www.plattform-lernende-systeme.de), mit der Wirtschaft, Wissenschaft und Politik unter der Leitung von acatech und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gemeinsam die Weiterentwicklung dieser Zukunftstechnologie für Deutschland vorantreiben.

    DFKI-CEO Professor Wahlster, der bereits seit 2004 gewähltes Mitglied von acatech ist, erklärte: „Ich bin glücklich, dass die Gutachter und die Gremien von acatech nach eingehender Prüfung meinen Zuwahlvorschlag vom Juli 2016 akzeptiert haben. Mit Philipp Slusallek haben wir jetzt unsere Akademie um einen Pionier in der Kombination von Methoden der KI und der Computergrafik für die intelligente simulierte Realität in Anwendungsfeldern wie Industrie 4.0, Autonomes Fahren und Team-Robotik bereichert. Das exzellente Netzwerk von acatech-Mitgliedern wird ihm bei seiner Arbeit im DFKI in den nächsten Jahren viele Vorteile bringen.“

    Prof. Slusallek ist weltweit anerkannter Experte für Bildsynthese- und Beleuchtungssimulations-Verfahren, die eine besonders detailgenaue und realistische Darstellung von virtuellen 3D-Modellen in Echtzeit erlauben. In seiner aktuellen Forschung kombiniert er Methoden aus den Bereichen Computergraphik, Künstliche Intelligenz und High-Performance Computing. Aktuell arbeitet er zum Beispiel im Forschungsprojekt REACT zusammen mit Automobilherstellern, Zulieferern, dem TÜV sowie anderen Forschungspartnern an einer virtuellen Trainings- und Validierungsplattform für Autonome Fahrzeuge. Diese Plattform macht es unter anderem möglich, eine „Führerscheinprüfung“ für zukünftige Autonome Fahrzeuge zu entwickeln, so dass zukünftig nur Fahrzeuge für den Verkehr zugelassen werden, die überprüfbar sicher sind.

    Für diese Plattform bringt Prof. Slusallek Rechnern bei, möglichst akkurate Modelle über die reale Welt zu erlernen – zum Beispiel wie sich Fußgänger bewegen und wie sie sich im Verkehr verhalten. Anhand dieser Modelle können kritische Verkehrssituationen, für die sonst kaum Daten verfügbar sind (z.B. Kind läuft vors Auto), in beliebig vielen Varianten automatisch simuliert werden. Mit den Simulationen können dann einerseits Autonome Fahrzeuge für einen sicheren Einsatz trainiert werden. Mit dem gleichen Ansatz können aber auch viele tausende von Testszenarien für eine extrem umfassende „Führerscheinprüfung“ generiert werden, die sicherstellen, dass nicht nur das Blech eines Autos (über die bekannten „Crashtests“) den Insassen schützt, sondern auch das „Gehirn“ des Fahrzeugs in allen Situationen sicher und zuverlässig reagiert. Neben Autonomen Fahrzeugen ist dieser Ansatz auch in vielen anderen Anwendungsbereichen einsetzbar.

    Prof. Slusallek kommentierte seine Wahl: „Ich freue mich sehr über diese einzigartige Gelegenheit, gemeinsam mit exzellenten Kollegen weiter an der Zukunftsfähigkeit Deutschlands arbeiten zu dürfen. Diese Berufung macht deutlich, welche wichtige Rolle Künstliche Intelligenz und ihre vielen Anwendungen in Zukunft einnehmen werden. Neben den vielen technischen Aspekten ist es mir dabei ein besonderes Anliegen, immer auch die gesellschaftlichen Folgen und ethischen Aspekte der Anwendung von KI zu berücksichtigen: KI muss als Werkzeug für die Unterstützung von Menschen genutzt werden!“

    Philipp Slusallek studierte Physik an der Johann Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt und der Eberhard-Karls-Universität Tübingen. Nach seiner Promotion über physikalisch-basierte Bildsynthese 1995 an der Universität Erlangen, setzte er dort seine wissenschaftliche Laufbahn zunächst als Forschungsgruppenleiter am Lehrstuhl für Grafische Datenverarbeitung fort. Nach einer Position als Visiting-Assistant-Professor an der berühmten Stanford University nahm er 1999 den Ruf der Universität des Saarlandes als Professor für Computergrafik an. 2007 ging er im Rahmen eines Forschungssemesters als Gastprofessor bei NVIDIA-Research ein weiteres Mal in die USA. Seit 2008 ist Prof. Slusallek Leiter des Forschungsbereichs Agenten und Simulierte Realität und Standortleiter am DFKI Saarbrücken. Seit 2009 leitet er auch noch das von Intel finanzierte „Intel Visual Computing Institute“.

    Saarländische Forscher in der Akademie der Technikwissenschaften



    Neben Philipp Slusallek wurde jetzt auch Frank Mücklich, Professor für Funktionswerkstoffe der Universität des Saarlandes und Leiter des Steinbeis-Forschungszentrums für Werkstofftechnik (MECS), neu in die Akademie gewählt. Aus dem Saarland sind dort außerdem folgende Professoren vertreten: Michael Backes, Informatik-Professor der Saar-Uni und Gründungsdirektor des Helmholtz-Zentrums für IT-Sicherheit CISPA, Kurt Mehlhorn, wissenschaftlicher Direktor am Max-Planck-Institut für Informatik, Rolf Müller, geschäftsführender Direktor des Helmholtz-Instituts für Pharmazeutischen Forschung (HIPS) und Wolfgang Wahlster, Informatik-Professor der Saar-Uni und Vorsitzender der Geschäftsführung und technisch-wissenschaftlicher Leiter des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI).

    Aktuell zählt acatech 494 Wissenschaftler von Universitäten oder technischen Instituten zu seinen Mitgliedern. Finanziert wird die Akademie von Bund und Ländern, aus Spendeneinnahmen und mit aus Projekten eingeworbenen Drittmitteln. Die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften hat Niederlassungen in München, Berlin und Brüssel.

    Weitere Informationen
    www.dfki.de

    Kontakt
    Prof. Dr. Philipp Slusallek
    Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz, DFKI
    Stuhlsatzenhausweg 3
    Saarland Informatics Campus D3 2
    66123 Saarbrücken
    E-Mail: Philipp.Slusallek@dfki.de
    Tel.: +49 681 85775 5276


    Weitere Informationen:

    https://www.dfki.de
    https://www.dfki.de/web/presse/pressemitteilung/2018/prof-slusallek-in-die-acate...
    http://www.acatech.de/de/aktuelles-presse/presseinformationen-news/news-detail/a...


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Informationstechnik, Kulturwissenschaften, Medien- und Kommunikationswissenschaften
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Personalia
    Deutsch


    Prof. Dr. Philipp Slusallek, DFKI


    Zum Download

    x

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).

    Cookies optimieren die Bereitstellung unserer Dienste. Durch das Weitersurfen auf idw-online.de erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Datenschutzerklärung
    Okay