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12.04.2018 14:38

Bundespräsident beim Festakt zu 150 Jahren TUM

Dr. Ulrich Marsch Corporate Communications Center
Technische Universität München

    Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat bei der Jubiläumsfeier der Technischen Universität München (TUM) dazu aufgerufen, mit Mut die Zukunft zu gestalten. Die TUM könne dabei mit ihrer „Lust auf Zukunft“ ein Vorbild sein, sagte Steinmeier heute am 150. Jahrestag der Gründung vor 1200 Festgästen in der Münchner Residenz. Der Bayerische Ministerpräsident Dr. Markus Söder unterstrich die Bedeutung der TUM für den Forschungs- und Wirtschaftsstandort Bayern.

    Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bezeichnete die Technischen Universitäten als Aushängeschild für Deutschland und die TUM als Aushängeschild unter den Technischen Universitäten. „Wir können das Land sein, wo viele einzelne wie Sie vorausdenken, tüfteln und anpacken“, sagte Steinmeier zu den Studierenden und Forscherinnen und Forschern in der Residenz. „Aber wo eben auch die Gesellschaft als Ganze den Mut hat, die Zukunft gemeinsam zu entwerfen und zu gestalten. Genau so wünsche ich mir nämlich unser Land: ein Land mit Lust auf Zukunft! An der TU München kann man diese Lust auf Zukunft spüren.“

    Der Bundespräsident erinnerte zugleich an die gesellschaftliche Verantwortung der Wissenschaft angesichts gewaltiger technologischer Veränderungen. „Das Vertrauen der Menschen in die positive Wirkung von technischem Fortschritt ist essentiell für ein Land wie Deutschland – arm an Rohstoffen und reich an Ideen.“ Dieses Vertrauen müsse pfleglich behandelt und immer wieder aufs Neue gewonnen werden. „Dazu gilt es, den Menschen das Rüstzeug zu geben, auch in Zeiten neuer Technologien und digitalen Wandels mündige Bürgerinnen und Bürger zu bleiben.“

    „Grundpfeiler der Modernität Bayerns“

    Ministerpräsident Dr. Markus Söder: „Als mehrfach ausgezeichnete Eliteuniversität ist die Technische Universität München ein international höchst anerkanntes wissenschaftliches Aushängeschild des Freistaats Bayern. Zahlreiche Nobelpreisträger haben hier geforscht, ihre Absolventen sind hoch gefragt, viele Unternehmen profitieren von der Innovationskraft der TUM. Das erstklassige Zusammenspiel von Forschung und Wirtschaft ist Grundpfeiler der Modernität und des Erfolgs Bayerns.“

    „Die Heimat mit der Welt verbinden“

    Prof. Wolfgang A. Herrmann, Präsident der TU München, akzentuierte das gelebte Selbstverständnis der TUM als Dienerin und Vordenkerin der Gesellschaft in einer zunehmend technikgeprägten Welt. Dabei habe man seit der Gründung das „Unternehmertum buchstäblich in den Genen“. Die TUM gilt heute als die ausgründungsaktivste Universität Deutschlands.

    In der Verbindung der Heimat mit der Welt, so Herrmanns Bekenntnis, liege der wahre Sinngehalt von Internationalität, verbunden mit dem Auftrag der Wissenschaft zur Völkerverständigung jenseits aller politischen und religiösen Grenzen. Die Spitzenstellung der Universität sei ein Gemeinschaftswerk aller ihrer Menschen, die von Generation zu Generation eine emotional kohärente Familie geworden seien. „Die Zukunft liegt in unserer technischen Innovationskraft, die ihren dynamischen Rückbezug auf die wechselhaften gesellschaftlichen Herausforderungen nimmt.“ Deshalb integriere man fortan die Geistes- und Sozialwissenschaften, die Politikwissenschaft eingeschlossen, in die Lehr- und Forschungsagenda. „Interdisziplinarität ist unser Leitmotiv.“

    Sonderbriefmarke zeigt Wahrzeichen

    Bundesfinanzminister Olaf Scholz stellte die Sonderbriefmarke der Deutschen Post zum TUM-Jubiläum vor. Die 150-Cent-Marke zeigt drei prägende Bauten der Geschichte der TUM: den Oskar von Miller-Turm von 2010, der Wetterdaten für die Forschung am Campus Garching erfasst, das legendäre „Atom-Ei“ von 1958, der erste Forschungsreaktor Deutschlands, und den Thiersch-Turm, das Wahrzeichen des historischen Münchner Stammgeländes an der Arcisstraße.

    Diesen Uhrenturm, den Friedrich von Thiersch 1916 vollendete, hat die TUM zum Jubiläum restauriert und dort einen repräsentativen Veranstaltungsraum eingerichtet, das Tschira-Forum. Die Arbeiten an dem Denkmal hat die Klaus Tschira Stiftung finanziell unterstützt. Besichtigt werden kann der Thiersch-Turm während der „Architektouren“ am 23. und 24. Juni.

    „TUM Festmusik“ uraufgeführt

    Auch die Bayerische Wissenschaftsministerin Prof. Marion Kiechle, der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter, Franziska Ochsenfarth als Vertreterin der Studierenden und Prof. Joachim Sauer von der Berliner Humboldt-Universität sprachen auf der Bühne des Herkulessaals über Geschichte und Zukunft der TUM, moderiert von BR-Moderatorin Anouschka Horn. Musikalisch gestaltet wurde der Festakt vom Symphonischen Ensemble München, unter der Leitung von Prof. Felix Mayer. Zur Uraufführung kam die von Franz Hummel komponierte „TUM Festmusik“.

    „German Engineering“ berühmt gemacht

    Seit ihrer Gründung verkörpert die TUM das Erfolgsmodell der deutschen technischen Universitäten: das Miteinander von Grundlagenforschung und Technologieentwicklung, in intensivem Austausch mit der industriellen Praxis. Herrmann: „Die Grundlagenforschung will die Welt verstehen, die Anwendungsforschung will die Welt gestalten. Beides gehört zusammen.“
    17 Nobelpreisträger unter den Professoren und Alumni zeugen von den bahnbrechenden Leistungen in Naturwissenschaften und Medizin. Geniale Erfinder und Tausende Absolventen haben das „German Engineering“ in aller Welt berühmt gemacht. Carl von Linde begründete als junger Gründungsprofessor die unternehmerische Tradition der TUM, indem er seine Kühlmaschinen-Technik mit einer eigenen Firma auf den Markt brachte, der heutigen Linde AG.

    Die TUM konnte von der Epoche der Industrialisierung bis ins heutige Zeitalter der Digitalisierung eine treibende Rolle für Innovationen behaupten. Die „Programmgesteuerte Elektronische Rechenanlage“ (1956), der erste deutsche Forschungsreaktor (das legendäre Garchinger „Atom-Ei“ von 1958), und die erste Transplantation zweier Arme auf ein Unfallopfer (2008) sind exemplarische Höhepunkte einer durchgängigen Leistungsbilanz.

    Unternehmerische Universität

    In den vergangenen 20 Jahren hat die TUM eine neue Dynamik als „unternehmerische Universität“ entfaltet. Umfassende, tiefgreifende Reformen der jüngeren Vergangenheit lassen es die TUM mit den weltbesten Partnern und Konkurrenten im internationalen Wettbewerb erfolgreich aufnehmen. In den letzten 20 Jahren wurden mehr als 15.000 Arbeitsplätze durch Firmenausgründungen geschaffen. Derzeit entstehen jährlich rund 70 Start-ups aus der TUM.

    Ausstellungen und Bücher zur Geschichte der TUM

    Die Geschichte der Universität zeigt ab heute die Ausstellung „Zeitlupe – 150 Jahre TUM“. Die Ausstellung im Hauptgebäude der TUM (Arcisstraße 21, 80333 München) ist bis Ende des Jahres werktags von 8 bis 21 geöffnet.

    Das NS-Dokumentationszentrum München wird ab 18. Mai in einer Sonderausstellung die Geschichte der Technischen Hochschule München (heutige TUM) in der Zeit des Nationalsozialismus zeigen.

    Auch fünf neue Bücher, die im Verlag TUM.University Press erscheinen, halten die Historie der TUM fest.

    Pressemappe mit dem Redemanuskript des TUM-Präsidenten, einem Überblick zu Geschichte und Alumni der TUM sowie Informationen zu den neuen Büchern:
    https://mediatum.ub.tum.de/1437679

    Bilder des Festakts (im Laufe des Tages) und Bilder aus der TUM-Historie:
    https://mediatum.ub.tum.de/?id=1436723

    Weitere Termine im Jubiläumsjahr und Forschungsgeschichten aus 150 Jahren TUM:
    www.150.tum.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Lehrer/Schüler, Studierende, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler, jedermann
    fachunabhängig
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Wissenschaftspolitik
    Deutsch


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