idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Medienpartner:
Wissenschaftsjahr


Teilen: 
08.06.2018 18:45

Alltag und Politik im Zeitalter von Facebook & Co

Dr. Dirk Frank Public Relations und Kommunikation
Goethe-Universität Frankfurt am Main

    Wie eine kritische Theorie des Privaten den „digitalen Kapitalismus“ in den Blick nehmen kann

    FRANKFURT. „Das Private ist politisch!“ - Der Slogan gehört wohl zu den bekanntesten des Jahres 68. In den Diskussionen und Analysen um die „Weltherrschaft des Kapitals“ und den Zusammenhang von Faschismus und Kapitalismus ging es immer zugleich um die Manifestationen von Herrschaft und Unterdrückung in den Kapillaren des Alltäglichen. Sandra Seubert, Professorin für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Politische Theorie an der Goethe-Universität, beschäftigt sich in ihrem Beitrag in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins „Forschung Frankfurt“ mit einer Re-Aktualisierung des Slogans „Das Private ist politisch“ im Lichte von Facebook & Co.

    Mit der umfangreichen Digitalisierung seien heute neue Potenziale der ökonomischen Verwertung persönlicher Daten und privater Kommunikationen entstanden. „Diese eröffnen sich freilich zugleich erst dadurch, dass die Mitglieder der digitalen Kommunikationsgemeinschaft vielfach selbst ihre Daten mehr oder weniger freiwillig zur Verfügung stellen“, erklärt Seubert.

    Die Gefährdung der Privatheit lasse sich folgerichtig nicht alleine als eine begreifen, die von außen auf die Individuen einwirkt, sondern zugleich aus ihrem eigenen Handeln, also aus den inneren Handlungsoptionen selbst resultiere. „Besonders auf Social-Media-Plattformen wie Facebook vermengen sich mittlerweile soziale und freundschaftliche mit ökonomischen Interessen und es wird darin zunehmend unklar, welche Rollenanforderungen Individuen sich hier gegenüber sehen.“ Eine kritische Theorie des Privaten könne die Paradoxien von scheinbar freiwilligen Entscheidungen, die de facto aber freiheitseinschränkend sein können, gezielt in den Blick nehmen, so Seubert.

    Journalisten können die aktuelle Ausgabe von „Forschung Frankfurt“ kostenlos bestellen bei Helga Ott, Vertrieb, ott@pvw.uni-frankfurt.de.
    Im Internet: http://tinygu.de/ForschungFrankfurt-1-2018
    Forschung Frankfurt abonnieren: http://tinygu.de/ff-abonnieren

    Informationen: Prof. Sandra Seubert, Institut für Politikwissenschaft, Goethe-Universität Frankfurt, Tel. (069) 798-36553, Seubert@soz.uni-frankfurt.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    Gesellschaft, Medien- und Kommunikationswissenschaften
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft
    Deutsch


    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).

    Cookies optimieren die Bereitstellung unserer Dienste. Durch das Weitersurfen auf idw-online.de erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Datenschutzerklärung
    Okay