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12.10.2018 16:52

Öffentliche Veranstaltungsreihe der Freien Universität "Zum Gedenken an Lise Meitner" - Start 15.10.

Carsten Wette Stabsstelle für Presse und Kommunikation
Freie Universität Berlin

    Zum Gedenken an das Wirken der Physikerin Lise Meitner (1878–1968) findet im Wintersemester an der Freien Universität Berlin eine öffentliche Ringvorlesung statt. Zum Auftakt am 15. Oktober 2018 (Beginn: 18.15 Uhr) spricht Professorin Annette Vogt vom Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte über Lise Meitners Lebenswerk. Themen der Reihe, die bis zum 11. Februar 2019 wöchentlich im Hörsaal 2 in der Habelschwerdter Allee 45 stattfindet, sind aktuelle Forschungsthemen, die mit Lise Meitners Arbeiten in Beziehung stehen. Die Veranstaltung ist öffentlich, der Eintritt frei.

    Der Physikerin ist auch ein Theaterstück gewidmet, das das Portraittheater Wien am 13. November 2018 um 19.00 Uhr in Uraufführung im Henry-Ford-Bau zeigt. Initiiert und koordiniert wurden Ringvorlesung und Theaterstück von Professor Heinz-Eberhard Mahnke Fachbereich Physik der Freien Universität, Helmholtz-Zentrum Berlin sowie Ägyptisches Museum und Papyrussammlung.

    Das Stück „KERNFRAGEN – Gedenken an Lise Meitner“ greift Stationen des Lebens einer der bedeutendsten Wissenschaftlerinnen im 20. Jahrhundert auf: Zu ihren größten wissenschaftlichen Leistungen zählt die physikalische Deutung der Kernspaltung – zusammen mit ihrem Neffen Otto Robert Frisch –, die Otto Hahn und Fritz Straßmann am 17. Dezember 1938 gelungen war. Das Stück beleuchtet auch die Geschichte der Physik und die Geschichte Europas in den ersten zwei Dritteln des 20. Jahrhunderts. Die Regie in dem Drei-Personen-Stück führt Sandra Schüddekopf; dargestellt werden Lise Meitner (Anita Zieher) sowie ihre Kollegen Max von Laue (Christoph Gareisen) und Otto Hahn (Dietmar König, Video). Das Stück ist auf dokumentarischem Erzählen angelegt und basiert unter anderem auf Briefwechseln der Forscherin. Inszeniert wird es mit Beiträgen der Hamburger Lichtkünstlerin Katrin Bethge und musikalischen Chorbeiträgen. Das Projekt ist in enger Kooperation zwischen Wissenschaft, vertreten durch den Physiker Heinz-Eberhard Mahnke, und Kunst, vertreten durch die Theaterregisseurin und die Lichtkünstlerin, entstanden. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist bis zum 21. Oktober erforderlich: einladungfestakt@physik.fu-berlin.de.

    Die in Wien geborene Lise Meitner wurde 1926 als erste Frau an der Berliner Universität zur außerordentlichen Professorin berufen und war zuvor, im Jahr 1913, als erste Frau wissenschaftliches Mitglied der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft geworden. Im Jahr 1922 habilitierte sie sich als erste Physikerin in Deutschland. Wegen ihrer jüdischen Abstammung musste Lise Meitner im Sommer 1938 nach dem Anschluss Österreichs ihre Forschung in Berlin-Dahlem zurücklassen, floh aus Deutschland und emigrierte nach Schweden. Ihr Todestag – Lise Meitner starb im britischen Cambridge –jährt sich am 27. Oktober zum 50. Mal.

    Zeit und Ort der Vorlesungsreihe

    Zeit: montags, 18.00 Uhr.
    Ort: Freie Universität, Rost- und Silberlaube, Habelschwerdter Allee 45, Hörsaal 2, 14195 Berlin.
    (U3 Dahlem-Dorf oder Freie Universität Berlin / Thielplatz, Bus 110, M11, X83)

    Programm

    15. Oktober 2018 „Lise Meitners Platz in der Physikgeschichte – Eröffnung der Vorlesungsreihe“
    Prof. Dr. Klaus Mühlhahn, Vizepräsident der Freien Universität Berlin, Prof. Dr. Stephanie Reich, Dekanin des Fachbereich Physik der Freien Universität Berlin, Prof. Dr. Heinz-Eberhard Mahnke, Organisator der Reihe, Prof. Dr. Annette Vogt, Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte, Berlin

    22. Oktober 2018 „Lise Meitner in Berlin – 30 Jahre Forschungen zu physikalischen Grundlagen“
    Prof. Dr. Annette Vogt, Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte, Berlin

    29. Oktober 2018 „Langsame oder schnelle Neutronen – Der Mythos der deutschen Atombombe“
    Prof. Dr. Manfred Popp, Karlsruher Institut für Technologie KIT

    5. November 2018 „Neutrinos: von einer verrückten Idee zum kosmischen Botenteilchen“
    Dr. Christian Spiering, Deutsches Elektronen-Synchrotron DESY, Zeuthen

    13. November 2018 Theateraufführung „Kernfragen – Gedenken an Lise Meitner“
    Uraufführung der Gruppe PORTRAITTHEATER Wien – Regie: Sandra Schüddekopf; Schauspieler: Anita Zieher, Christoph Gareisen, Dietmar König; Lichtkunst: Katrin Bethge; Musik: Chor Berliner Cappella, Andrea Marie Baiocchi (Klavier), Uta von Willert (Solistin); Leitung Maike Bühle in Kooperation mit dem Kammerchor des Collegium Musicum Berlin; Projektleitung: Heinz-Eberhard Mahnke
    19.00 Uhr
    Henry-Ford-Bau, Garystraße 35, 14195 Berlin (U3 Freie Universität Berlin (Thielplatz) oder Oskar-Helene-Heim, Bus 110, X10)

    19. November 2018 „Doppelter Betazerfall: Das Neutrino – sein eigenes Antiteilchen?“
    Prof. Dr. Laura Baudis, Physik-Institut der Universität Zürich

    26. November 2018 „Fusionsforschung auf dem Weg zu einem Energie liefernden Plasma“
    Prof. Dr. Robert Wolf, Max-Planck-Institut für Plasmaphysik IPP, Greifswald

    10. Dezember 2018 „Der Lise-Meitner-Effekt“
    Prof. Dr. Marika Schleberger, Universität Duisburg-Essen, Fakultät für Physik

    17. Dezember 2018 „Licht und Schatten der Solarenergie“
    Prof. Dr. Klaus Lips, Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie und FB Physik, Freie Universität Berlin

    7. Januar 2018 „Szenische Portraits – wissenschaftliche Arbeit im Theater erzählen“
    Sandra Schüddekopf, Portraittheater Wien

    14. Januar 2019 „Netzwerke des Erfolgs – wie Hahn & Meitner zu ihren radioaktiven Proben kamen“
    Dr. Andreas Eckert, Eckert & Ziegler, Strahlen- und Medizintechnik AG, Berlin

    21. Januar 2019 „Vom modrigen Lehm zum Denkmal aus Bronze und Stein – Entstehungsgeschichten und -bilder zum Lise-Meitner-Denkmal“
    Anna Franziska Schwarzbach, Bildhauerin, Berlin

    Achtung: der folgende Termin findet an einem Donnerstag statt!
    31. Januar 2019 „... hin zu Elementen jenseits des Urans: wo ist die Suche nach den superschweren Elementen heute angekommen?“
    Prof. Dr. Christoph Düllmann, Johannes Gutenberg-Universitä̈t Mainz, Institut für Kernchemie und GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung Darmstadt

    4. Februar 2019 „The Nobel Prize in Physics and Lise Meitner“
    Prof. Dr. Karl Grandin, Kungl. Vetenskapsakademien, Stockholm, Schweden

    11. Februar 2019 „Der Medizin-Nobelpreis und Rosalind Franklin“
    Prof. Dr. Christiane Nüsslein-Volhard, Nobelpreisträgerin, Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie, Tübingen

    Kontakt

    • Freie Universität, Koordinierungsstelle Offener Hörsaal, Weiterbildungszentrum, Otto-von-Simson-Straße 13, 14195 Berlin, Telefon: +49 30 838 633 25, E-Mail: sebastian.treu@fu-berlin.de
    • Prof. Dr. Heinz-Eberhard Mahnke, Freie Universität Berlin, Fachbereich Physik, E-Mail: hemahnke@zedat.fu-berlin.de
    • www.physik.fu-berlin.de

    Das Vortragsprogramm Offener Hörsaal der Freien Universität umfasst noch drei weitere Themenschwerpunkte im Wintersemester 2018/2019: Veritas, Iustitia, Libertas: Konturen einer wertorientierten Universität der Zukunft, Die Spätantike – eine expandierende Epoche? und Zwischen Liebe und Revolte – Studentische Lebensformen im Film der Nachkriegszeit.


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Geschichte / Archäologie, Gesellschaft, Physik / Astronomie, Politik
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Pressetermine
    Deutsch


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