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07.02.2019 12:36

Scale-ups: Erfolgsfaktoren dynamischer Unternehmen

Dr. Dirk Frank Public Relations und Kommunikation
Goethe-Universität Frankfurt am Main

    Gemeinsame Studie der Goethe-Universität, des TechQuartiers und der Yi Shi Foundation zeigt Bedeutung von Authentizität, transparenter Mitarbeiterführung und Kultur des Scheiterns auf.

    FRANKFURT. Scale-ups sind wachstumsstarke Unternehmen, die für 80 Prozent der Gesamteinnahmen von innovativen Unternehmen verantwortlich sind und somit überproportional zur Schaffung von Arbeitsplätzen, Steuereinnahmen und allgemeinem Wohlstand beitragen. Gleichzeitig ist die Erfolgsquote von Scale-ups erschreckend gering, nur 4 Prozent der überlebenden Start-ups schaffen die Transformation zu einem Scale-up. Dies führt zu der Frage, wie Startups Wachstumsherausforderungen systematisch überwinden können. „Scale-ups in Europe: an untapped potential“ ermöglicht als erste Studie dieser Art eine ganzheitliche Sicht auf die wichtigsten Erfolgsfaktoren von europäischen Scale-ups. Entstanden ist die Untersuchung in Zusammenarbeit der Goethe-Universität Frankfurt mit der Yi Shi Foundation und der Innovationsplattform TechQuartier.

    „Der Universität ist im Zuge von Third Mission die Gründerkultur ein wichtiges Anliegen, denn mit Start-ups fließen Ideen und Innovationen von der Hochschule in die Gesellschaft. Mit der Studie erhalten wir wichtige Einblicke in Erfolgsfaktoren von jungen und innovativen Unternehmen“, sagt Prof. Manfred Schubert-Zsilavecz, Vizepräsident der Goethe-Universität.

    Die Studie konzentriert sich insbesondere auf die Wachstumsherausforderungen von europäischen Scale-ups und die Ergebnisse der Studie untergliedern sich sowohl in interne als auch externe Erfolgsfaktoren. Zu den externen Faktoren zählen insbesondere ein vereinfachterer Zugang zum gesamteuropäischen Markt sowie ein kohärentes Verständnis der europäischen Start-up-Landschaft: „Um ein echtes europäisches Start-up-Ökosystem zu schaffen, dürfen wir uns nicht nur auf die Masse und Quantität an Startups konzentrieren. Wir müssen uns vielmehr auf die menschlichen Schlüsselkompetenzen des wachstumsstarken Unternehmertums konzentrieren, um die europäische Gesellschaft in die Zukunft zu führen“, betont Dr. Thomas Funke, Co-Direktor TechQuartier.

    Hinsichtlich des Wirtschaftsraumes Frankfurt/Rhein-Main zeigt die Studie ein weiterhin stetiges Wachstum des Ökosystems mit aktuell ca. 400 Start-ups im Gründerökosystem auf; ca. 55 Prozent der Start-ups sind im B2B-Bereich, 37 Prozent im B2C-Bereich und 9 Prozent sowohl im B2B- als auch im B2B-Bereich tätig.


    Zu den drei wichtigsten internen, das heißt vom Startup beeinflussbaren Erfolgsfaktoren, gehört Authentizität: Wachstumsorientierung alleine reicht nicht aus. Es muss eine Passung zwischen der Vision der Gründer und ihrem alltäglichen Verhalten und der Kommunikation gegeben sein. Authentizität ist eine Grundlage für Mitarbeiterbindung, -motivation und Glaubwürdigkeit. Gründer und CEOs, die als Vorbild für unternehmerisches Denken und Handeln fungieren, helfen dem aufstrebenden Team selbst eine proaktive und kreative Denkweise und Handlungskultur zu entwickeln.

    Mit Data Driven Leadership ist eine transparente Mitarbeiterführung und Nähe der Gründer zum operativen Gründungsgeschehen angesprochen. Indem mit modernen Mitteln dem gesamten Team alle entscheidungsrelevanten Daten zugänglich gemacht und Einblicke gewährt werden, werden Mitarbeiter in der Phase großer Unsicherheit befähigt Eigeninitiative zu ergreifen. Indem die Gründer dem Unternehmen und jedem Mitarbeiter zugänglich bleiben und Nähe zu den Mitarbeitern bieten, wird die Projektentwicklung, die interne Kommunikation, die persönliche Entwicklung sowie die Mitarbeiterbindung gefördert.

    Schließlich ist eine Culture of Failure, eine Kultur des möglichen Scheiterns, notwendig, um schnell neue Erkenntnisse erlangen zu können. Führungskräfte, die ihrer Konkurrenz voraus sein wollen, müssen schnell und oft experimentieren. Das bedeutet auch, dass es innerhalb eines Teams möglich sein muss, Fehler zu machen, auch um neue Erkenntnisse über nicht funktionierende Geschäftsmodelle und -techniken zu erlangen.

    Zur Methodik: Für diese Studie wurde ein vielschichtiger Forschungsansatz gewählt. Dazu gehören die Auswertung bereits bestehender wissenschaftlicher Arbeiten, die Erhebung von Primärdaten, eine detaillierte Sekundärdatenanalyse sowie die Durchführung von Einzelinterviews. Den Grundstein für diesen Bericht legten neun einzelne wissenschaftliche Arbeiten in Zusammenarbeit mit der Goethe-Universität Frankfurt. Im Rahmen dieser Arbeit wurden mehr als 34 Experteninterviews mit Interviewpartnern aus der Region Frankfurt Rhein-Main, aus ganz Deutschland und Europa sowie aus den USA und China durchgeführt. Die Mehrheit dieser Interviews wurde mit Start-ups oder Scale-Up-Gründern und CEOs geführt, der Rest mit Start-up-Mitarbeitern, die bereits Erfahrungen in Start-up- oder Wachstumsunternehmen gesammelt haben und somit als Scaling-Experten bezeichnet werden können. Im Rahmen der Studie wurden Daten von rund 400 Start-ups in der Region Frankfurt am Main gesammelt, was somit die bisher größte Unternehmensumfrage unter Start-ups in der Region darstellt. Für die Sekundärdatenanalyse wurde auch auf die proprietäre Datenbank von Startup Genome zurückgegriffen, welche mit Umfragedaten von fast einer halben Million Unternehmen und Start-ups und über 12.000 Ökosystem-Stakeholder weltweit dienen kann.

    Die Studie „Scale-ups in Europe: an untapped potential“ ist online abrufbar unter http://scaleupsineurope.techquartier.com abrufbar.

    Kontakt:
    Dr. Thomas Funke, FinTech Community Frankfurt GmbH – TechQuartier –. Tel. (+49) 174-3011000; Email: thomas.funke@gmail.com


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Studierende, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler
    Wirtschaft
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


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