idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Thema Corona

Imagefilm
Science Video Project
idw-News App:

AppStore



Teilen: 
25.02.2019 11:06

Medikamente: So viele wie nötig, so wenig wie möglich!

Dr. Anne Hardy Public Relations und Kommunikation
Goethe-Universität Frankfurt am Main

    Ein Drittel aller Patienten in Hausarztpraxen leiden unter mehreren Erkrankungen. Betroffene werden zumeist von unterschiedlichen Fachärzten behandelt, die ihre Verschreibungen oftmals untereinander nicht ausreichend abstimmen. Der Tablettenmix kann nicht nur schwerwiegende Nebenwirkungen haben; er verunsichert und überfordert auch viele Patienten. Das soll sich nun durch die Berufung von Prof. Dr. Marjan van den Akker auf die neue „Stiftungsprofessur für Multimedikation und Versorgungsforschung“ im Institut für Allgemeinmedizin der Goethe-Universität verbessern.

    Marjan van den Akker hat an der Universität Maastricht (Niederlande) gearbeitet und ist eine international anerkannte Expertin im Bereich Multimorbidität und Multimedikation. Ab 1. März wird sie in Zusammenarbeit mit Ärzten, Apothekern, Wissenschaftlern und Medizinischen Fachangestellten daran arbeiten, die medikamentöse Versorgung multimorbider (mehrfacherkrankter) Patienten zu verbessern. Die Professur wurde von INSIGHT Health, einem Unternehmen, das auf die Analyse von Arzneiverordnungen spezialisiert ist, für die Dauer von sechs Jahren gestiftet.

    „Besonders häufig sind ältere Patienten, zum Teil aber auch schon junge Patienten von Mehrfacherkrankungen betroffen. Sie haben meistens eine komplexe Gesundheitssituation, die auch Ärzte zuweilen überfordert“, weiß Prof. van den Akker. Im Fokus ihrer Forschung stehen häufige Kombinationen von Krankheiten und deren medikamentöse Behandlung. Durch die Weiterentwicklung und Evaluation von Interventionen will sie die Versorgung dieser Patientengruppe verbessern.

    Aus früheren Studien ist beispielsweise bekannt, dass bei einem Großteil der mehrfacherkrankten Patienten die Gesamtmedikation verbessert werden kann, entweder durch Reduzierung der Medikamente, aber manchmal auch durch zusätzliche Verschreibung von Medikamenten. „Mir ist es wichtig, die Wünsche und Lebensumstände der Patienten einzubeziehen. Im Gespräch mit dem Arzt sollen Nutzen und Risiken einer Medikation abgewogen und dann gemeinsam eine Entscheidung getroffen werden.“

    Angesichts der Häufigkeit und Komplexität von Multimedikation möchte Prof. van den Akker schon Studierende der Medizin und der Pharmazie auf die Beratung dieser Patientengruppe gut vorbereiten. Sie plant, ein interdisziplinäres Lehrprogramm aufzubauen, in dem Ärzten und Apothekern gemeinsame Veranstaltungen angeboten werden.

    Prof. Ferdinand Gerlach, Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin, freut sich über den Neuzugang: „Die neue Stiftungsprofessur passt ganz hervorragend zu unserem Forschungsprofil in Frankfurt. Gemeinsam mit Prof. van den Akker können wir neue Wege zur besseren gesundheitlichen Versorgung von chronisch Kranken entwickeln und so hausärztliche Praxen bei ihren wichtigen Aufgaben noch besser unterstützen.“

    Prof. Pfeilschifter, Dekan des Fachbereichs Medizin fügt hinzu: "Arzneimittelforschung und -therapie sind ein Schwerpunkt des Fachbereichs Medizin und der Goethe-Universität insgesamt. Von daher passt Frau Prof. van den Akker hervorragend in einer komplementären Weise zu diesem dynamischen Arbeitsgebiet der Universitätsmedizin Frankfurt."


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Prof. Dr. Marjan van den Akker, Institut für Allgemeinmedizin, Campus Niederrad, Tel.: (069)-6301-80454/-5930; m.vandenAkker@allgemeinmedizin.uni-frankfurt.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Studierende, Wissenschaftler
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
    überregional
    Personalia, Studium und Lehre
    Deutsch


    Marjan van den Akker


    Zum Download

    x

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).