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08.07.2019 17:00

Ein Festtag für die Lehre

Dr. Anke Sauter Public Relations und Kommunikation
Goethe-Universität Frankfurt am Main

    Lukas Schulze-Vorberg, Ingo Feldhausen, Barbara Friebertshäuser und Detlef Krömker erhalten den 1822-Universitätspreis für exzellente Lehre.

    FRANKFURT. Zum 18. Mal ist heute an der Goethe-Universität der 1822-Universitätspreis für exzellente Lehre verliehen worden. Damit ausgezeichnet wurden ein Psychologe, ein Romanist, eine Erziehungswissenschaftlerin und ein Informatiker. Der Preis, der von der Stiftung der Frankfurter Sparkasse und der Goethe-Universität gemeinsam vergeben wird, soll die Aufmerksamkeit auf vorbildliche Lehre lenken. Nominiert werden die Kandidaten und Kandidatinnen von den Studierenden.

    Den mit 15.000 Euro dotierten 1. Preis erhält Lukas Schulze-Vorberg, der als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachbereich Psychologie und Sportwissenschaften das Projekt PODIUM durchführt. Der 2. Preis (10.000 Euro) geht an den Privatdozenten Dr. Ingo Feldhausen, er den Studierenden die Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens mit Hilfe einer Portfolio-Methode vermittelt. Den 3. Preis (5.000 Euro) hat die Jury zwei Personen zugedacht: Die Erziehungswissenschaftlerin Prof. Barbara Friebertshäuser und der Informatiker Detlef Krömker engagieren sich beide in herausragender Weise für die Lehre.

    „Gute universitäre Lehre bedeutet gute Wissenschaft, denn Lehre und Forschung gehören hier auf das engste zusammen“, betonte die Präsidentin der Goethe-Universität, Prof. Birgitta Wolff, anlässlich der 18. Verleihung des 1822-Universitätspreises für exzellente Lehre. „Der 1822-Universitätspreis bietet immer eine wunderbare Gelegenheit, die große Bedeutung guter Lehre zu betonen und Kolleginnen und Kollegen zu danken, die diese Aufgabe mit ganz besonderer Freude, Kreativität und Ausdauer annehmen“, so die Präsidentin.

    Robert Restani, Vorstandsvorsitzender der Frankfurter Sparkasse, sagte: „Die Sicht der Studierenden ist uns sehr wichtig: Sie erfahren aus nächster Nähe, wie es um die Qualität der Lehre bestellt ist. Wissen interessant und ansprechend zu vermitteln und junge Leute für eine Sache zu begeistern, das ist eine Fähigkeit, die aller Ehren wert ist. Denn diese Lehrenden tragen erheblich zu einem erfolgreichen Studienabschluss bei. Und nichts brauchen wir in der Region mehr als gut ausgebildete Arbeitskräfte mit Begeisterung für ihr Fach.“

    Als Fachleute in Sachen Lehrqualität wurden auch diesmal wieder die Studierenden herangezogen. Von Beginn an spielten sie beim 1822-Preis eine wichtige Rolle, denn nur sie haben das Vorschlagsrecht. Bei den Lehrenden an der Goethe-Universität werde inzwischen sehr genau verfolgt, wer eine Nominierung oder gar eine Auszeichnung erhält, meint Prof. Roger Erb, Vizepräsident der Goethe-Universität mit Zuständigkeitsbereich Lehre: „Der Preis erfreut sich großer Beliebtheit“, ist Erb überzeugt. In diesem Jahr wurden insgesamt 23 Vorschläge gezählt, sie kommen aus allen Fachbereichen. Die letztendliche Auswahl übernimmt eine eigens gebildete Kommission. Dieser statusgruppenübergreifenden Kommission gehören Studierende, wissenschaftliche Mitarbeiter, Professoren und Professorinnen der Universität an sowie die Geschäftsführung der Stiftung der Frankfurter Sparkasse.

    Den „1822-Universitätspreis für exzellente Lehre“ gibt es seit 2002. Die Goethe-Universität und die Stiftung der Frankfurter Sparkasse haben ihn gemeinsam ins Leben gerufen, um das Bewusstsein für die Bedeutung innovativer Hochschullehre zu schärfen und das Engagement herausragender Lehrender sichtbar zu machen. Den ersten und dritten Preis fördert die Stiftung der Frankfurter Sparkasse mit insgesamt 20.000 Euro, der 2. Preis (10.000 Euro) wird von der Goethe-Universität finanziert. Der Preis wird jährlich vergeben.

    Die Ausgezeichneten:

    Lukas Schulze-Vorberg, der den 1. Preis erhält, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachbereich Psychologie und Sportwissenschaften im Interdisziplinären Kolleg Hochschuldidaktik. Als studierter Lehrer und Erziehungswissenschaftler leitet er vor allem Veranstaltungen für künftige Lehrerinnen und Lehrer. Dabei lässt er die Studierenden nicht einfach nur Referate halten, sondern legt viel Wert auf eine möglichst realitätsnahe Wissensvermittlung, so dass theoretische Inhalte praktisch erprobt werden können. Das eigens von ihm entwickelte Train-the-Trainer Lehr-Lernprojekt heißt PODIUM (Präsentieren, Organisieren, Diskutieren, Innovativ Unterrichten, Moderieren) und beinhaltet zum Beispiel das Feedback durch Videoaufzeichnungen und ausgiebige Reflexionsmöglichkeiten. Um ihren Vorschlag auf ein möglichst breites Fundament zu stellen, haben die Studierenden zwei Online-Befragungen erstellt. Die Zustimmung lag bei 96 Prozent. „Lukas Schulze-Vorbergs Lehre zeichnet sich durch eine wertschätzende Atmosphäre, eine konstruktive Feedbackkultur sowie eine unvergleichliche Methodenvielfalt aus. Inhaltlich durchdacht und didaktisch innovativ, verbessert seine Lehre durch die überdurchschnittliche Verknüpfung von Theorie und Praxis nachhaltig die Ausbildung unserer zukünftigen Lehrkräfte“, so das Resümee im Nominierungsschreiben.

    Der 2. Preis geht 2019 an den Privatdozenten Dr. Ingo Feldhausen,
    der als Romanist im Fachbereich 10 (Neuere Philologien) tätig ist. Seit 2012 ist er Mitarbeiter im Programm „Starker Start ins Studium“ zur Verbesserung der Lehre in der Studieneingangsphase. Feldhausen hat eine spezielle Portfolio-Methode konzipiert, die den Studierenden das wissenschaftliche Arbeiten besonders nachhaltig vermitteln soll. Die Studierenden müssen dabei u.a. drei wissenschaftliche Texte konsequent erarbeiten und zusammenfassen, dabei üben sie sukzessive die Techniken wissenschaftlichen Arbeitens ein: Lesen, Verstehen und Schreiben. Indem sie sich gegenseitig ein Feedback geben, wenden sie das Erlernte außerdem praktisch an und werden sicherer, was ihre eigenen Fähigkeiten angeht. Feldhausens Methode, die zugleich Inhalte und Technik vermittelt, stößt bei den Studierenden auf viel Begeisterung; seine Seminare sind stets gut besucht. In Vorträgen gibt Ingo Feldhausen die Methode zudem an andere Dozenten weiter und stellt sich der Diskussion, was die Studierenden in ihrem Nominierungsschreiben eigens positiv hervorheben.

    Den 3. Preis teilen sich die Erziehungswissenschaftlerin Prof. Barbara Friebertshäuser und der Informatiker Prof. Detlef Krömker. Neu ist, dass zwei Personen aus unterschiedlichen Fachbereichen in Sachen Lehre ausgezeichnet werden. Die Vergabekommission würdigt die beiden Wissenschaftler für ihr herausragendes Engagement für Lehre und Studium in ihrem jeweiligen Fachbereichen sowie in der gesamten Hochschule. In Bezug auf Barbara Friebertshäuser schreiben die Studierenden aus dem Fachbereich 04, sie habe ihre Lehrkonzepte stets weiterentwickelt und nehme sich Anregungen von Studierenden zu Herzen. „In allen ihren Veranstaltungen stehen die Studierenden im Mittelpunkt.“ „Erziehung zur Mündigkeit“ sei bei Friebertshäuser „gelebte Praxis“. Darüber hinaus hat sich Friebertshäuser fachübergreifend sehr für das neue Seminarhaus eingesetzt, dessen Räume jenseits der Veranstaltungen auch Lerngruppen zur Verfügung stehen. Die Fachschaft Informatik, die Detlef Krömker nominiert hat, betont, man beziehe sich nicht auf eine konkrete Veranstaltung, sondern wolle den Blick auf die langjährigen Verdienste Krömkers in der Lehre insgesamt richten. So habe er Studierenden der Informatik durch Kleingruppenmentoring einen informierten Start ins Studium ermöglicht. Besonders verdienstvoll war auch die Gründung der E-Learning-Einrichtung studiumdigitale, die den Studierenden an der Goethe-Universität fächerübergreifend zugutekomme. Damit habe er für die gesamte Universität Impulse gesetzt, um die digitale Lehre stärker zu etablieren.

    Neben den Ausgezeichneten wurden folgende Lehrenden nominiert:
    Dr. Ingo Sauer, FB Wirtschaftswissenschaften
    Prof. Dr. Sabine Andresen, FB Erziehungswissenschaften
    Dr. Ulrike Basten-Wissel, FB Psychologie u. Sportwissenschaften
    Dr. Johannes F. Diehl, FB Evangelische Theologie
    Prof. Dr. Melanie Köhlmoos, FB Evangelische Theologie
    Philipp Betz, FB Katholische Theologie
    Prof. Dr. Hans Aurenhammer, FB Sprach- und Kulturwissenschaften
    Dr. Helen Barr, FB Sprach- und Kulturwissenschaften
    Prof. Dr. Kerstin Gottschalk, FB Sprach- und Kulturwissenschaften
    Prof. Dr. Michael Kinski, FB Sprach- und Kulturwissenschaften
    Dr. Ulrich Wilker, FB Sprach- und Kulturwissenschaften
    Dr. Marta Muñoz-Aunión, FB Neuere Philologien
    Prof. Dr. Raman Sanyal, FB Informatik und Mathematik
    Prof. Dr. Klaas Martinus Pos, FB Biochemie, Chemie und Pharmazie
    Prof. Dr. Alexander Heckel, FB Biochemie, Chemie und Pharmazie
    Dr. Mario Wurglics, FB Biochemie, Chemie und Pharmazie
    Prof. Dr. Manfred Kössl, FB Biowissenschaften
    Prof. Dr. Johannes Schulze, FB Medizin
    Dr. Maria Kopp-Kavermann, Internationales Studienzentrum

    Informationen: Dr. Martin Lommel und Nina Eger, Abteilung Lehre und Qualitätssicherung, E-Mail lommel@pvw.uni-frankfurt.de, Telefon 069 798-12786;, E-Mail eger@pvw.uni-frankfurt.de, Telefon 069 798-12455

    Aktuelle Bilder von der Preisverleihung können ab Dienstag, 9. Juli, zur Verfügung gestellt werden.

    Aktuelle Nachrichten aus Wissenschaft, Lehre und Gesellschaft in GOETHE-UNI online (www.aktuelles.uni-frankfurt.de)

    Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 mit privaten Mitteln überwiegend jüdischer Stifter gegründet, hat sie seitdem Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Medizin, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein hohes Maß an Selbstverantwortung. Heute ist sie eine der drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geistes- und Sozialwissenschaften. Zusammen mit der Technischen Universität Darmstadt und der Universität Mainz ist sie Partner der länderübergreifenden strategischen Universitätsallianz Rhein-Main(siehe auch www.uni-frankfurt.de/59086401/rhein-main-allianz). Internet: www.uni-frankfurt.de

    Herausgeberin: Die Präsidentin der Goethe-Universität Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Abteilung PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-13066, Fax 069 798-763-12531, sauter@pvw.uni-frankfurt.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Studierende, Wissenschaftler
    Informationstechnik, Pädagogik / Bildung, Psychologie, Sprache / Literatur
    überregional
    Studium und Lehre, Wettbewerbe / Auszeichnungen
    Deutsch


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