Ohne Übersetzung keine Weltliteratur

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30.10.2019 09:48

Ohne Übersetzung keine Weltliteratur

Anke Sauter Public Relations und Kommunikation
Goethe-Universität Frankfurt am Main

    Das Lektorat Niederländisch der Goethe-Uni rückt in ihrer Veranstaltungsreihe „Niederländische Sprache und Literatur“ die Übersetzungsleistung ins Deutsche ins Licht.

    FRANKFURT. Dass es ohne Übersetzungen keine Weltliteratur geben würde, wurde bei der Eröffnung der diesjährigen Buchmesse noch mal betont. Diese Erkenntnis ist zwar nicht neu, aber erst allmählich bekommen die literarischen Übersetzer und Übersetzerinnen auch die Aufmerksamkeit, die ihnen zusteht. Das Programm der Veranstaltungsreihe „Niederländische Sprache und Kultur“ rückt in diesem Semester die Übersetzerinnen und Übersetzer der niederländischen Literatur ins rechte Licht.

    Am 7. November, um 19 Uhr
    im Casinogebäude (Campus Westend), Raum 1.812

    gehen zwei erfahrene literarische Übersetzerinnen miteinander ins Gespräch: Die preisgekrönte Bettina Bach, Übersetzerin (Else-Otten-Preis 2014) so namhafter niederländischer Autoren wie Jan Siebelink, Marente de Moor, Mano Bouzamour und Tommy Wieringa, wird an jenem Abend tiefer auf die Übersetzung des außergewöhnlichen Romans „Santa Rita“ von Tommy Wieringa eingehen. Die in Prag geborene Eva Profousová wiederum, mehrfach preisgekrönte Übersetzerin aus dem Tschechischen von zeitgenössischen Autoren wie u.a. Radka Denemarková und Jáchim Topol, wird auf die Herausforderung, einen Roman wie „Ein empfindsamer Mensch“ ins Deutsche zu übertragen, eingehen. Diese Veranstaltung wird auch von der Weltlesebühne, einem eingetragenen Verein, der sich für die Sichtbarmachung der Literaturübersetzer einsetzt, unterstützt.

    Am 21. November, um 19 Uhr
    im Casinogebäude (Campus Westend), Raum 1.812

    liest der flämische Schriftsteller Jonathan Robijn (Jahrgang 1970) aus seinem 2019 beim Nautilus Verlag auf Deutsch erschienenen Roman „Kongo Blues“ vor. Die Lesung ist zweisprachig. „Kongo Blues“ ist ein leiser, aber spannender Roman, der im Brüssel der achtziger Jahre spielt. Die Hauptperson Morgan ist ein farbiger Jazzmusiker mit afrikanischen Wurzeln. Seine genaue Herkunft kennt er nicht, da er als kleiner Junge von einem kinderlosen belgischen Ehepaar adoptiert wurde. Allmählich löst sich für ihn, und damit auch für den Leser, seine Vergangenheit aus den Nebeln der kolonialen belgischen Geschichte, und zwar durch die rätselhafte Erscheinung einer jungen Frau namens Simona, die nach einiger Zeit ebenso mysteriös wieder aus seinem Leben verschwindet.
    Der Autor, der viele Jahre für die Organisation Ärzte ohne Grenzen tätig war, fand den Stoff für diese Geschichte während eines Einsatzes in Burundi.
    Der niederländische Autor Martin Michael Driessen (Jahrgang 1954), dessen drei Erzählungen „Rivieren“ vor kurzem unter dem Titel „An den Flüssen“ beim Wagenbach Verlag auf Deutsch erschienen sind, kommt zusammen mit seinem Übersetzer Gerd Busse (u.a. bekannt von der Übersetzung von J.J. Voskuils siebenteiligem Werk „Das Büro“)

    am 4. Dezember, um 19 Uhr,
    ins Casinogebäude (Campus Westend), Raum 1.801 (Renate von Metzler-Saal)

    der Goethe-Universität. Zusammen werden sie deutsche und niederländische Auszüge aus den Erzählungen lesen und miteinander über die Übersetzung ins Gespräch gehen.
    In „An den Flüssen“ schlängelt sich durch jede Erzählung ein Fluss wie ein roter Faden und ist mal Symbol für Bewegung, mal für Abgrenzung. Die Landschaften, die durchquert werden, liegen in Frankreich und in Deutschland. Aber auch Epochen werden durchquert. Driessen war als Regisseur an zahlreichen deutschen Theaterhäusern tätig und hat selber viele Stücke übersetzt. Seine langjährige Beschäftigung mit Literatur findet ihren Niederschlag in einer zeitlosen, fast archaischen Sprache, allgemein menschlichen, zeitlosen Themen, einem souveränen Stil und einer genauen Komposition der Geschichten. Die Erzählungen sind so formvollendet, dass sie wie aus einer anderen Zeit zu stammen scheinen.
    Diese Veranstaltung ist Teil des Programms der „Kleine Fächer“-Wochen.

    Alle Veranstaltungen sind frei und eine Anmeldung ist nicht erforderlich

    Information: Laurette Artois, Lektorat Niederländisch, Institut für deutsche Literatur und ihre Didaktik, Fachbereich 10, Campus Westend, IG-Farben-Haus, Telefon 069 798-32851, artois@lingua.uni-frankfurt.de; http://www.uni-frankfurt.de/41138070/niederlaendisch
    Den Veranstaltungsflyer zum Download finden Sie unter: http://uni-frankfurt.de/83002499

    Aktuelle Nachrichten aus Wissenschaft, Lehre und Gesellschaft in GOETHE-UNI online (www.aktuelles.uni-frankfurt.de)

    Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 mit privaten Mitteln überwiegend jüdischer Stifter gegründet, hat sie seitdem Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Medizin, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein hohes Maß an Selbstverantwortung. Heute ist sie eine der drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geistes- und Sozialwissenschaften. Zusammen mit der Technischen Universität Darmstadt und der Universität Mainz ist sie Partner der länderübergreifenden strategischen Universitätsallianz Rhein-Main(siehe auch www.uni-frankfurt.de/59086401/rhein-main-allianz). Internet: www.uni-frankfurt.de

    Herausgeberin: Die Präsidentin der Goethe-Universität Redaktion: Dr. Anke Sauter, Referentin für Wissenschaftskommunikation, Abteilung PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main,
    Tel: 069 798-13066, Fax: 069 798-763 12531, sauter@pvw.uni-frankfurt.de


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Laurette Artois, Lektorat Niederländisch, Institut für deutsche Literatur und ihre Didaktik, Fachbereich 10, Campus Westend, IG-Farben-Haus, Telefon 069 798-32851, artois@lingua.uni-frankfurt.de; http://www.uni-frankfurt.de/41138070/niederlaendisch


    Weitere Informationen:

    http://Den Veranstaltungsflyer zum Download finden Sie unter: http://uni-frankfurt.de/83002499


    Anhang
    attachment icon Veranstaltungsreihe Niederländische Sprache & Kultu

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Studierende, Wissenschaftler
    Gesellschaft, Kulturwissenschaften, Medien- und Kommunikationswissenschaften, Sprache / Literatur
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft
    Deutsch


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