idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Thema Corona

Science Video Project
idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Teilen: 
18.11.2019 14:46

Zwischen moralischer Aufrüstung und Regelbruch

Dr. Anke Sauter Public Relations und Kommunikation
Goethe-Universität Frankfurt am Main

    Tag der Rechtspolitik 2019 befasst sich mit den widersprüchlichen Erwartungen an die Rechtspolitik. Erstmals findet im Rahmen der Veranstaltung die Verleihung des Lucy-Liefmann-Preises statt.

    FRANKFURT. Der diesjährige Tag der Rechtspolitik an der Goethe-Universität, zu dem der Fachbereich Rechtswissenschaft gemeinsam mit dem Hessischen Ministerium der Justiz einlädt, befasst sich mit den widersprüchlichen gesellschaftlichen Erwartungen, die sich an die aktuelle Rechtpolitik richten. Zum Thema „Das Recht zwischen moralischer Aufrüstung und Regelbruch“ finden

    am Donnerstag, 28. November, von 10 bis 14.30 Uhr
    im Hörsaalgebäude, Hörsaal 1 (Campus Westend)

    Vorträge und Diskussionsrunden statt. Die Veranstaltung ist öffentlich.

    An den Gesetzgeber werden zunehmend Forderungen herangetragen, moralisch gebotenes Handeln rechtlich durchzusetzen, so z.B. bei den geplanten Regelungen zur Organspende und zur Masern-Impfpflicht. In anderen Bereichen hingegen werden immer häufiger Regelbrüche beobachtet oder beklagt – sei es bei Meinungsäußerungen in sozialen Netzwerken (mediale Verrohung), bei der Verschaffung von fragwürdigen Steuervorteilen (z.B. Cum-Ex-Geschäfte) oder durch verwerfliches Verhalten bei schweren Verkehrsunfällen (sog. Gaffer oder das Filmen von Unfallopfern). Für die einen sind solche Regelbrüche Anlass, verschärfte rechtliche Sanktionen zu fordern, andere befürchten eine staatliche Überreaktion.

    Diesem Spannungsfeld zwischen moralischer Aufrüstung und Regelbruch widmet sich der Tag der Rechtspolitik 2019. So wird sich die Sozialrechtlerin Prof. Astrid Wallrabenstein (Goethe-Uni) mit der Organspende und der Masern-Impfpflicht auseinandersetzen („Organspende-Nudge und Masern-Impfpflicht: Diskursethische Fingerübungen des Parlaments“). Staatsanwalt Dr. Benjamin Krause von der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität bei der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main nimmt sich des Themas „Hassrede“ an („Hate Speech“ in sozialen Netzwerken - ein Fall für das Strafrecht?). Der Steuerrechtler Prof. Philipp Lamprecht (Goethe-Uni) zeigt „Moral und Grenzverhalten im Steuerrecht“ auf. Am Nachmittag diskutieren die Vortragenden gemeinsam mit Prof. Beatrice Brunhöber sowie dem Präsidenten des Landgerichts Frankfurt am Main, Dr. Wilhelm Wolf, auf dem Podium und mit dem Publikum. Prof. Klaus Günther, Dekan des Fachbereichs Rechtswissenschaft, wird das Podium moderieren.

    Erstmals wird im Rahmen des Tages der Rechtspolitik der Lucy-Liefmann-Preis verliehen. Er geht an die beste wissenschaftliche Hausarbeit eines Kalenderjahres mit Bezug zu Gleichstellungs- und Geschlechterfragen. Der Preis, der von der Kanzlei GvW Graf von Westphalen gemeinsam mit dem Gleichstellungsrat des Fachbereichs verliehen wird, erinnert an die erste Frau, die an der juristischen Fakultät der Frankfurter Universität promoviert wurde. Thema der Dissertation von Lucy Liefmann: „Die Unterhaltspflicht des außerehelichen Vaters nach kontinentalen Rechten“. Als Jüdin und engagierte Sozialdemokratin wurde sie 1942 von den Nationalsozialisten in den Tod getrieben.

    Der Frankfurter Tag der Rechtspolitik wird seit 1992 jährlich vom Fachbereich Rechtswissenschaft der Goethe-Universität in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Ministerium der Justiz veranstaltet.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Dr. Susanne Pelster, Geschäftsführung Dekanat Fachbereich Rechtswissenschaft (pelster@jur.uni-frankfurt.de)


    Weitere Informationen:

    http://Das Tagungsprogramm finden Sie unter:
    http://www.jura.uni-frankfurt.de/43496409/Frankfurter_Tag_der_Rechtspolitik


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Gesellschaft, Politik, Recht
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Pressetermine
    Deutsch


    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).