Frauen nicht pathologisieren
Die Persönlichkeit von Müttern einnässender Kinder
Das Einnässen von Kindern kann nicht auf eine problematische Persönlichkeitsstruktur ihrer Mütter zurückgeführt werden. Betroffene Frauen sollten daher nicht pathologisiert werden. Zu diesem Ergebnis kommt Dr. Elena-Eloisa Jörißen an der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kinder- und Jugendalters der Universität zu Köln in einer Untersuchung an Müttern einnässender Kinder.
Im Vergleich mit der Normalbevölkerung zeigt sich, dass Mütter einnässender Kinder über ein weitgehend der Norm entsprechendes Persönlichkeitsprofil verfügen. Außerdem weist die Gruppe der untersuchten Mütter ein sehr heterogenes, unspezifisches Persönlichkeitsprofil auf.
Aus der klinischen Erfahrung ist allerdings bekannt, dass betroffene Eltern sehr unter den Anschuldigungen ihrer Umwelt leiden, sie seien erziehungsunfähig.
Mütter, deren Kinder an Einnässen leiden, sehen sich oft dem Vorurteil gegenüber gestellt, dass sie sich durch übergroßes Leistungsstreben und betonten Ordnungssinn auszeichnen. Sie sollen besonders nervös und reizbar sein und in Belastungssituationen schnell verunsichert reagieren. Darüber hinaus wird ihnen nachgesagt, dass sie oft spannungsgeladene Partnerbeziehungen führen beziehungsweise als Alleinerziehende überfordert sind.
Bei der untersuchten Gruppe sind Beanspruchung, Erregbarkeit und teilweise Emotionalität geringfügig überdurchschnittlich ausgeprägt. Aggressivität, körperliche Beschwerden, Gesundheitssorgen, Lebenszufriedenheit und teils auch Leistungsorientierung sind hingegen geringfügig unterdurchschnittlich ausgebildet.
Ein problematisches Persönlichkeitsprofil kann damit nach Auffassung der Kölner Medizinerin nicht aus dem Befund des Einnässens hergeleitet werden, sondern dürfte eher zusammen hängen mit problematischen Begleitumständen (psychiatrischen Diagnosen) und Verhaltensauffälligkeiten der Kinder. Der Tendenz, Mütter einnässender Kinder zu pathologisieren, sollte daher entgegengewirkt werden.
Verantwortlich: Bettina Tiefenbach
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Merkmale dieser Pressemitteilung:
Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
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Forschungsergebnisse
Deutsch
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