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22.01.2020 13:46

Beschämender Anblick

Dr. Anke Sauter Public Relations und Kommunikation
Goethe-Universität Frankfurt am Main

    Prof. Ulrike Weckel referiert im Rahmen einer Holocaust-Gedenkvorlesung über Filmaufnahmen von befreiten Konzentrationslagern und die Reaktion der Deutschen darauf.

    Auch in diesem Jahr werden an der Goethe-Universität zahlreiche Veranstaltungen rund um den Holocaust-Gedenktag am 27. Januar angeboten. Die Holocaust-Gedenkvorlesung hält am 27. Januar Prof. Ulrike Weckel, die an der Universität Gießen Fachjournalistik Geschichte sowie Geschichte in Medien und Öffentlichkeit lehrt. Gegenstand ihres Vortrags, der in Zusammenarbeit mit dem Fritz Bauer Institut angeboten wird, sind Filme, die 1945/46 nach der Befreiung der Konzentrationslager entstanden sind – und die Reaktionen des deutschen Publikums darauf. „Beschämender Anblick“ hat Weckel ihren Vortrag überschrieben, der

    am Montag, 27. Januar, um 15:30 Uhr
    in der Lobby des PA-Gebäudes am Campus Westend
    Theodor-W.-Adorno-Platz 1

    stattfindet. Die Filmbilder von den befreiten Lagern, die bis heute ein wichtiger Bestandteil von Dokumentationsfilmen sind, waren von den alliierten Siegermächten in Auftrag gegeben worden: Berge von Leichen, ausgezehrte Überlebende und Aschereste in den Krematorien – Bilder wie diese sind in das kollektive Gedächtnis der westlichen Welt eingeschrieben. Ulrike Weckel hat die so genannten Atrocity-Filme der Alliierten aus der Nachkriegszeit eingehend untersucht und rekonstruiert, wo und wie oft die Filme zu sehen waren und wie sie auf das Publikum gewirkt haben – wobei sich ein sehr differenziertes Bild ergeben hat. Darüber wird sie in der Vorlesung in Frankfurt sprechen. Die Deutschen, so Weckel, hätten keineswegs eingleisig und als fixes Kollektiv reagiert. Die Beurteilung des Gesehenen wurde oft erst ausgehandelt. Der Begriff der Scham spielt für Weckel eine große Rolle.

    Am Abend des 27. Januar lädt die Goethe-Universität zudem gemeinsam mit der WIZO-Gruppe Frankfurt zur deutschen Erstaufführung des Films „Back to Berlin. Better by bike than by train“ (2018) ein. Die Regisseurin Catherine Lurie-Alt steht anschließend zum Gespräch bereit.

    Auch in diesem Jahr gibt es darüber hinaus eine Kooperation mit dem Verein Musica Judaica: Am Donnerstag, 23. Januar, findet um 19.30 Uhr ein Konzert mit Melinda Paulsen (Mezzosopran) und Andreas Frese (Klavier) zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus statt. Auf dem Programm stehen Werke von fünf Komponisten vom späten 19. und frühen 20. Jahrhundert, im Zentrum sechs Lieder auf Gedichte von Friedrich Hölderlin, die der Frankfurter Komponist, Sänger und Rechtsanwalt Max Kowalski vertont hat. Hölderlins Geburt jährt sich in diesem Jahr zum 250. Mal. Der Eintritt kostet 15 Euro, für Mitglieder 10 Euro, für Studierende und Schüler frei.

    Die Termine im Überblick:

    Donnerstag, 23. Januar, 19:30 Uhr
    Lobby des PA-Gebäudes (Campus Westend)
    Konzert zum Gedenken der Opfer des Nationalsozialismus
    Mit Melinde Paulsen (Mezzosopran) und Andreas Frese (Klavier)

    Montag, 27. Januar, 15:30 Uhr
    Lobby des PA-Gebäudes (Campus Westend)
    „Beschämender Anblick“ – Filme über befreite Lager und Reaktionen des deutschen Publikums 1945/46
    Vorlesung zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus
    Mit Prof. Dr. Ulrike Weckel, Justus-Liebig-Universität Gießen

    Montag, 27. Januar, 19:30 Uhr
    HZ 2, Hörsaalzentrum, Campus Westend
    „BACK TO BERLIN – better by bike than by train“
    Filmvorführung mit anschließendem Gespräch mit Regisseurin Catherine Lurie-Alt
    Anmeldung unter: veranstaltungen@uni-frankfurt.de

    Informationen zur Gedenkvorlesung unter Telefon 069 798-32240, E-Mail: info@fritz-bauer-institut.de sowie unter Telefon 069 798-32112, E-Mail: fzhg@em.uni-frankfurt.de; Informationen zum Film unter www.backtoberlin.co.uk


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Prof. Dr. Ulrike Weckel, Justus-Liebig-Universität Gießen


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Lehrer/Schüler, Studierende, Wissenschaftler
    Geschichte / Archäologie, Gesellschaft, Kulturwissenschaften, Medien- und Kommunikationswissenschaften, Religion
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, wissenschaftliche Weiterbildung
    Deutsch


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