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15.09.2020 10:30

Soziale Kontakte am Arbeitsplatz für ältere Beschäftigte besonders wichtig

Lisa Dittrich Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Justus-Liebig-Universität Gießen

    Studie aus der Arbeits- und Organisationspsychologie belegt motivierende Funktion hochwertiger sozialer Erfahrungen

    Je positiver der soziale Kontakt zu Kolleginnen und Kollegen, desto größer die Motivation und Empathie insbesondere älterer Beschäftigter. Dies ist das Ergebnis einer Studie der Arbeits- und Organisationspsychologie der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) unter der Leitung von Dr. Ulrike Fasbender. Der Kontakt mit Kolleginnen und Kollegen prägt den Arbeitsalltag und hat großen Einfluss auf die Motivation und das eigene Verhalten. Das Wissenschaftlerteam hat dabei festgestellt, dass die Effekte positiver sozialer Interaktionen auf die Motivation älterer Beschäftigter besonders hoch sind. Erklärt wird dies mit der relativ überschaubaren Zeitspanne der eigenen beruflichen Zukunft und einem abnehmenden Interesse an Wachstum und Weiterentwicklung. Sozial-emotional bedeutsame Erfahrungen werden dagegen umso wichtiger.

    In der kürzlich erschienenen Publikation in der renommierten Fachzeitschrift „Personnel Psychology“ zeigte das Team in Untersuchungen an knapp 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, dass hochwertiger Kontakt zu Kolleginnen und Kollegen sowie positive soziale Interaktionen zu mehr sozialer Achtsamkeit und Empathie führten. Die direkte Folge dieser Offenheit für die Bedürfnisse und Interessen anderer war eine erhöhte Bereitschaft, Kolleginnen und Kollegen bei der Lösung schwieriger oder zeitkritischer Aufgaben zu unterstützen. Auch die Motivation zu emotionaler Unterstützung stieg deutlich an.

    Die gute Nachricht für Unternehmen, die Gelegenheiten für qualitativ-hochwertigen Kontakt zwischen Kolleginnen und Kollegen schaffen möchten: Nicht die Quantität, sondern die Qualität der Interaktionen ist entscheidend. Mentoringprogramme, Trainings und andere Gelegenheiten zum Netzwerken sind einfache Maßnahmen, um positiven Austausch zwischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verschiedener Altersgruppen zu fördern.

    Die Studie leistet einen wichtigen Beitrag zur Forschung über Beziehungen am Arbeitsplatz sowie – in Zeiten einer immer älter werdenden Gesellschaft – zur laufenden Diskussion über Altersunterschiede im Beruf. Die Studie wurde von der British Academy gefördert.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Kontakt
    Dr. Ulrike Fasbender
    Arbeits- & Organisationspsychologie
    E-Mail: Ulrike.Fasbender@psychol.uni-giessen.de


    Originalpublikation:

    Publikation
    Ulrike Fasbender, Anne Burmeister, Mo Wang: „Motivated to be socially mindful: Explaining age differences in the effect of employees’ contact quality with coworkers on their coworker support”. Personnel Psychology, Volume73, Issue3, Autumn (Fall) 2020, Pages 407-430
    https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/peps.12359
    DOI: 10.1111/peps.12359


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    Psychologie
    überregional
    Forschungsergebnisse
    Deutsch


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