KI für die biopharmazeutische Produktion – Sartorius ist neuer DFKI-Gesellschafter

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25.09.2020 12:00

KI für die biopharmazeutische Produktion – Sartorius ist neuer DFKI-Gesellschafter

Christian Heyer DFKI Kaiserslautern
Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, DFKI

    • Sartorius erwirbt Gesellschafter-Anteil am DFKI
    • Lernende Systeme für Life-Science-Anwendungen
    • Ausbau des gemeinsamen Sartorius-AI-Lab (SAIL)

    Kaiserslautern | Göttingen, 25. September 2020

    Sartorius schließt sich dem Gesellschafterkreis des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) an. Der Life-Science Konzern aus Göttingen und das DFKI arbeiten bereits seit einiger Zeit in einem gemeinsamen Forschungslabor an der Entwicklung von KI-Anwendungen für die Produktion moderner Medikamente zusammen.

    „Wir freuen uns, mit Sartorius den nächsten Schritt in der Partnerschaft zu gehen und diese weiter auszubauen. In Zeiten, in denen die Forschung und Entwicklung in Medizin und Biopharma besonders im Fokus steht, unterstreicht das Engagement eines erfolgreichen Global Players wie Sartorius als fester Partner des DFKI die hohe Relevanz unserer KI-Technologien für diesen wichtigen Bereich“, sagt Prof. Dr. Antonio Krüger, Wissenschaftlich-Technischer Geschäftsführer des DFKI.

    „Ich bin davon überzeugt, dass aus dieser Partnerschaft wichtige Innovationen für unsere Branche hervorgehen werden. Vor allem in der beschleunigten Entwicklung effizienterer Herstellverfahren von Medikamenten kann KI ihre Leistungsfähigkeit entfalten. Mittelfristig sehen wir darüber hinaus das Potential, durch KI-Verfahren die Wirkstoffentwicklung gegenüber den heute üblichen zeit- und kostenintensiven Trial–and-Error-Prozessen schneller und günstiger durchzuführen und damit neue Therapeutika früher und mehr Patienten zur Verfügung stellen zu können“, sagte Dr. Joachim Kreuzburg, Vorstandsvorsitzender von Sartorius.

    KI-Tools für die biopharmazeutische Produktion

    Aktuell forschen Sartorius und das DFKI beispielsweise an Deep Learning-Algorithmen und Methoden zur Bilderkennung von Zellen und Organoiden, zur Analyse und Modellierung biologischer Systeme und zur Simulation und Optimierung von biopharmazeutischen Produktionsverfahren.

    Das DFKI und Sartorius hatten im August 2019 auf dem Campus des DFKI in Kaiserslautern das Sartorius-AI-Lab (SAIL) eröffnet. In dem gemeinsamen Forschungslabor wird der Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Sartorius-Produkt- und Plattformlösungen experimentell erprobt und weiterentwickelt. Als eigenständiges Labor und geschützter Datenraum steht das SAIL auch Kooperationspartnern und Kunden von Sartorius offen. Außerdem wird es erfolgreich zur gegenseitigen Ausbildung genutzt: Spezialisten von Sartorius arbeiten im Forschungs-Ökosystem des DFKI mit und nutzen beispielsweise dessen Deep Learning-Hardware und -Kompetenz. Im Gegenzug profitieren DFKI-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von der Expertise von Sartorius im Bereich Life-Science. Das SAIL wird nun weiter ausgebaut, unter anderem mit einem speziellen „Wet-Lab“, einem Labor, in dem neuartige KI-Verfahren direkt mit zell- und molekularbiologischen Experimenten kombiniert und praktisch erprobt werden können.

    „KI wird mit Sicherheit die Forschung im Life Science Bereich in Zukunft wesentlich beeinflussen und grundsätzlich neue Forschungsansätze und Methoden ermöglichen. Allerdings steht die Anwendung von KI-Tools in den Life Sciences, im Gegensatz zu anderen Anwendungen im Konsumgüter oder IT Bereich, noch am Anfang, da die Kombination zwischen Anwendungs- und KI-Wissen auf Grund der komplexen biologischen Zusammenhänge eine ungleich größere Herausforderung ist. In diesem Kontext ist das SAIL „Wet Lab“, in dem Biologen und Data Scientists zusammen experimentieren und forschen werden, ein weiterer Schritt um eine schnellere, effizientere biomedizinische und biopharmazeutische Forschung und Entwicklung zu ermöglichen“, ergänzte Prof. Dr. Oscar-Werner Reif, Chief Technology Officer von Sartorius.

    Prof. Andreas Dengel, Geschäftsführender Direktor des DFKI in Kaiserslautern und Leiter des DFKI-Forschungsbereichs Smarte Daten & Wissensdienste: „Uns ist es wichtig, industrierelevante KI-Technologien nachhaltig in die Anwendung zu bringen. Das erreichen wir durch unsere Transferlabs sowie gemeinsame Projekte mit unseren Industriepartnern und Gesellschaftern. Wir freuen uns, die Kooperation mit Sartorius zu festigen, in der wir bereits erfolgreich am Einsatz von KI-Tools zur Optimierung von biopharmazeutischen Produktionsverfahren arbeiten“.

    Erweiterung des prominenten Gesellschafterkreises

    Sartorius ist als 33. Mitglied das erste Life Science Unternehmen im Kreis der DFKI-Gesellschafter und erhält einen Sitz im Aufsichtsrat, der von Chief Technology Officer Prof. Dr. Oscar-Werner Reif wahrgenommen wird. Zu den weiteren Anteilseignern zählen zahlreiche namhafte Unternehmen verschiedener Industrie-Branchen: Accenture, Airbus, Bilfinger Digital Next, BMW, Cerence, CLAAS, Daimler, Deutsche Börse, Deutsche Messe, Deutsche Telekom, Fraunhofer Gesellschaft e.V., Google, HARTING, Intel, John Deere, KIBG, Microsoft Deutschland, Munich Re, NVIDIA, RICOH, Robert Bosch, ROSEN Swiss, SAP, Schwarz-Gruppe, Software AG, Volkswagen, VSE, ZF Friedrichshafen sowie die Universitäten der Standorte Bremen, Kaiserslautern und Saarbrücken.

    Sartorius in Kürze

    Der Sartorius Konzern ist ein international führender Partner der biopharmazeutischen Forschung und Industrie. Die Sparte Lab Products & Services konzentriert sich mit innovativen Laborinstrumenten und Verbrauchsmaterialien auf Forschungs- und Qualitätssicherungslabore in Pharma- und Biopharmaunternehmen und akademischen Forschungseinrichtungen. Die Sparte Bioprocess Solutions trägt mit einem breiten Produktportfolio mit Fokus auf Einweg-Lösungen dazu bei, dass Biotech-Medikamente und Impfstoffe sicher und effizient hergestellt werden. Der Konzern wächst durchschnittlich zweistellig pro Jahr und ergänzt sein Portfolio regelmäßig durch Akquisitionen von komplementären Technologien. Im Geschäftsjahr 2019 erzielte das Unternehmen nach vorläufigen Zahlen einen Umsatz von rund 1,83 Milliarden Euro. Ende 2019 waren mehr als 9.000 Mitarbeiter an den rund 60 Produktions- und Vertriebsstandorten des Konzerns für Kunden rund um den Globus tätig.

    Das DFKI in Kürze

    Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH (DFKI) wurde 1988 als gemeinnützige Public Private-Partnership (PPP) gegründet. Es unterhält Standorte in Kaiserslautern, Saarbrücken, Bremen, ein Projektbüro in Berlin, ein Labor in Niedersachsen und eine Außenstelle in St. Wendel. Das DFKI ist auf dem Gebiet innovativer Softwaretechnologien auf der Basis von Methoden der Künstlichen Intelligenz die führende wirtschaftsnahe Forschungseinrichtung Deutschlands. In der internationalen Wissenschaftswelt zählt das DFKI zu den wichtigsten „Centers of Excellence“. Aktuell forschen ca. 1200 Mitarbeiter aus ca. 60 Nationen an innovativen Software-Lösungen. Der Erfolg: mehr als 130 Professorinnen und Professoren aus den eigenen Reihen und mehr als 90 Spin-off-Unternehmen mit ca. 2.500 hochqualifizierten Arbeitsplätzen.

    Pressekontakt:

    Christian Heyer
    Leiter Unternehmenskommunikation
    DFKI Kaiserslautern
    Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH (DFKI)
    E-Mail: christian.heyer@dfki.de
    Tel.: +49 631 20575 1710

    Andre Hofmann
    Head of Public Relations
    Corporate Communications
    Sartorius AG
    E-Mail: andre.hofmann@Sartorius.com
    Tel: +49 551 308 5096


    Weitere Informationen:

    https://www.dfki.de/web/news/sartorius-gesellschafter/ Zur PM auf DFKI.de
    http://www.sartorius.com Sartorius-Homepage


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler, jedermann
    Biologie, Chemie, Informationstechnik, Medizin
    überregional
    Kooperationen, Organisatorisches
    Deutsch


    Sartorius und das DFKI arbeiten bereits seit einiger Zeit in einem gemeinsamen Forschungslabor an der Entwicklung von KI-Anwendungen für die Produktion moderner Medikamente zusammen.


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