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18.03.2021 15:24

DFG-Projekt zu Wissenschaftskommunikation: Corona in Tweets und Posts

Cathrin Becker Ressort Presse - Stabsstelle des Rektorats
Universität Duisburg-Essen

    Gefühlt gibt es hierzulande 80 Millionen Virologen, die alles besser wissen. Umso wichtiger ist es da, dass sich echte Fachleute zu Wort melden, um die Entwicklungen der Coronapandemie einzuordnen. Wie ihre Kommunikation in den Sozialen Medien aufgenommen wird und welche Auswirkungen sie hat, untersuchen Prof. Nicole Krämer und Prof. Stefan Stieglitz von der Universität Duisburg-Essen (UDE) mit ihrem Team in einem kürzlich bewilligten DFG-Projekt*. Auch die TU Braunschweig ist beteiligt.

    Es sind oft die klassischen Medien wie Zeitungen, TV und Radio, die informieren. Fast täglich äußern sich dabei Forschende zu Covid-19. Sie nutzen aber auch verstärkt die Sozialen Medien, um auf Twitter oder in Podcasts die Bevölkerung über Hygienemaßnahmen, Statistiken oder neueste Forschungsergebnisse aufzuklären – mit Erfolg: „Wir haben in unserer Vorstudie herausgefunden, dass sich Personen, die direkt von Wissenschaftler*innen informiert werden, besser an die Maßnahmen halten“, so Sozialpsychologin Prof. Nicole Krämer.

    Sie und ihr Team konnten auch zeigen, dass sowohl der traditionelle Medienkonsum als auch die direkte Information durch Sachkundige positiven Einfluss auf das Verhalten der Menschen haben. Der Mechanismus unterschied sich jedoch: Während die Aussagen der Forschenden eher zu erhöhtem Wissen und zu einer gestiegenen Selbstwirksamkeit im Umgang mit der Pandemie führten, resultierte die Aufnahme von klassischen Medien eher in Angst, aber auch Hoffnung – bei Publikum und Leserschaft.

    Gemeinsam mit Prof. Stefan Stieglitz vom UDE-Lehrstuhl für Professionelle Kommunikation in elektronischen Medien / Social Media und Prof. Monika Taddicken von der TU Braunschweig untersucht Krämer in den nächsten drei Jahre, welche Art von Kommentaren und Reaktionen in Sozialen Medien die Kommunikation von Mediziner*innen und anderen Spezialist*innen hervorbringt. Gesammelt und bewertet werden seit Beginn der Pandemie vor allem Daten von Twitter und YouTube. „Wir analysieren, inwieweit Kommentare und Reaktionen auf Emotionen beruhen und welche Rückwirkung diese Reaktionen wiederum auf die sach- und faktenbasierte Wissenschaftskommunikation haben“, so Prof. Stieglitz.

    Das Forscherteam möchte auch wissen, ob die Informationen von echten Expert*innen anders aufgenommen werden, als die von Leuten, die ihr Fachwissen nur vortäuschen. „Uns interessiert, wie sie sich in Bezug auf Verbreitung und Reaktionen unterscheiden, ob Laien einen Unterschied erkennen zwischen echt und falsch“, so Krämer.

    Erste Ergebnisse liegen Ende des Jahres vor und sollen nach ihrer Veröffentlichung auch Wissenschaftler*innen und Entscheidungsträger*innen mit Informationen über Möglichkeiten und Gefahren der Wissenschaftskommunikation über soziale Medien versorgen.

    * „Wissenschaftskommunikation in Pandemien: Die Rolle der öffentlichen Beteiligung an social media Diskussionen"

    Redaktion: Cathrin Becker, Tel. 0203/37 9-1488, cathrin.becker@uni-due.de


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Prof. Dr. Nicole Krämer, Sozialpsychologie, Tel. 203/37 9-2482, nicole.kraemer@uni-due.de
    Prof. Dr. Stefan Stieglitz, Fachgebiet Professionelle Kommunikation in elektronischen Medien / Social Media, Tel. 0203/37 9-1341, stefan.stieglitz@uni-due.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    Informationstechnik, Medien- und Kommunikationswissenschaften, Psychologie, Sprache / Literatur
    überregional
    Forschungsprojekte
    Deutsch


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