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26.10.2021 14:53

Sprache. Macht. Gerechtigkeit. Wer darf wie reden?

Dr. Anke Sauter Public Relations und Kommunikation
Goethe-Universität Frankfurt am Main

    50. Römerberggespräche in Kooperation mit dem Forschungsverbund Normative Ordnungen fragen nach dem Verhältnis von Sprache und Gerechtigkeitsempfinden

    Gender-Sternchen und Binnen-I, Vermeidung von als diskriminierend empfundenen Begriffen – für die einen ist all dies ein Muss auf dem Weg zu einer gerechteren Gesellschaft, für die anderen ein unnötiger Eingriff an der falschen Stelle. Welche Rolle die Sprache im Zusammenleben spielt und inwieweit sprachpflegerische Eingriffe zulässig oder gar notwendig sind, darum geht es bei der 50. Ausgabe der Römerberggespräche.

    FRANKFURT. Inwiefern muss das Geschlecht im Sprachgebrauch stets explizit gemacht werden und auf welche Weise? Um kaum etwas wird derzeit so leidenschaftlich gestritten wie über Gender-Sternchen, Binnen-I und Co. Gerechtigkeitsempfinden steht dabei gegen Sprachgefühl. Die einen wollen inklusiver und diskriminierungsfreier sprechen, die anderen fühlen sich zu phonetischen Verrenkungen genötigt. Hier wird die Sprache als Hort historischer und gesellschaftlicher Ungerechtigkeiten begriffen, dort fühlen sich Menschen durch immer neue Sprachnormen bevormundet und überfordert. Gender-Sprache gilt ihrerseits mancherorts als Herrschaftssprache eines gebildeten Milieus, an dem nicht alle teilhaben. Non-binäre und Trans-Menschen verbinden mit der Gender-Sprache die Hoffnung auf mehr gesellschaftliche Sichtbarkeit, während bei den Kritikern von einer „Sprachdiktatur“ die Rede ist. Eine einvernehmliche Lösung in diesem Konflikt erscheint schwierig.

    Worum geht es eigentlich – und wer bestimmt, wie wir reden sollen? Diesen Fragen gehen die 50. Römerberggespräche nach unter dem Titel „Sprache. Macht. Gerechtigkeit. Wer darf wie reden?“

    am Samstag, 6. November 2021
    im Chagall Saal des Schauspiel Frankfurt

    nach. Aus dem geistes- und sozialwissenschaftlichen Forschungsverbund „Normative Ordnungen“ der Goethe-Universität nehmen die Juristin Prof. Dr. Dr. h.c. Ute Sacksofsky, M.P.A. (Harvard) sowie der Sprachphilosoph Prof. em. Dr. Martin Seel teil. Sacksofsky diskutiert mit der Philosophin Prof. Dr. Gudrun Perko (Fachhochschule Potsdam) über „Sprache und Gerechtigkeit“, Seel wird den Abschlussvortrag „Macht und Gegenmacht der Sprache“ halten. Außerdem sind an der Jubiläumsausgabe der Römerberggespräche beteiligt: der Soziologe Prof. Dr. Aladin El-Mafaalani (Universität Osnabrück), der wissenschaftliche Direktor des Leibniz-Insituts für deutsche Sprache Prof. Dr. Henning Lobin, der Politikwissenschaftler Prof. em. Dr. Peter Graf von Kielmansegg, der Journalist Thomas Thiel (Frankfurter Allgemeine Zeitung), die Schriftstellerin Nele Pollatschek, der Sprachwissenschaftler Univ.-Prof. Dr. phil. Anatol Stefanowitsch (FU Berlin), die nichtbinäre Dramatikerin und Autorin Sasha Marianna Salzmann und die Soziologin Prof. Dr. Paula-Irene Villa Braslavsky (Universität München). Moderiert wird die Veranstaltung von der Journalistin Hadija Haruna-Oelker und von Alf Mentzer, dem Leiter der Literaturredaktion von hr2-kultur.

    Die Frankfurter Römerberggespräche bestehen seit 1973 in ununterbrochener Folge und sind eine feste Institution der Debattenkultur in Deutschland. Vorsitzender des Trägervereins Römerberggespräche e.V. ist Miloš Vec, Professor für Rechts- und Verfassungsgeschichte an der Universität Wien und seit 2013 assoziiertes Mitglied des Frankfurter Forschungsverbundes Normative Ordnungen.

    Das Programm im Überblick:

    10 Uhr
    Begrüßung
    Ina Hartwig (Dezernentin für Kultur und Wissenschaft der Stadt Frankfurt am Main)

    10:15 Uhr
    Aladin El-Mafaalani (Universität Osnabrück)
    Kampfzone Sprache: Was verhandelt die Gesellschaft?

    11 Uhr
    Paula-Irene Villa Braslavsky (Universität München)
    Identität, Sprache und Diskriminierung – Wie verständigt sich eine Gesellschaft?

    12 Uhr
    Henning Lobin (Leibniz-Insitut für deutsche Sprache) – Peter Graf von Kielmansegg – Thomas Thiel (Frankfurter Allgemeine Zeitung)
    Framing – Wie mit Sprache Politik gemacht wird

    14 Uhr
    Gudrun Perko (FH Potsdam) – Ute Sacksofsky (Normative Orders, Goethe-Universität)
    Sprache und Gerechtigkeit

    14:45 Uhr
    Nele Pollatschek (Schriftstellerin) – Anatol Stefanowitsch (FU Berlin)
    Sprache und Protest – Die Genderdebatte in Deutschland

    15:45 Uhr
    Sasha Marianna Salzmann (Autorin)
    Anerkennende Sprache

    16.15 Uhr
    Martin Seel (Normative Orders)
    Macht und Gegenmacht der Sprache

    Details zum Programm:
    www.roemerberggespraeche-ffm.de,www.normativeorders.net

    Plakat und Flyer zum Download: https://www.normativeorders.net/de/veranstaltungen/roemerberggespraeche

    Weitere Informationen
    Anke Harms
    Referentin für Wissenschaftskommunikation des Forschungsverbunds „Normative Ordnungen“
    Telefon 069 798-31407
    anke.harms@normativeorders.net
    www.normativeorders.net/de


    Weitere Informationen:

    http://Details zum Programm:
    http://www.roemerberggespraeche-ffm.de,www.normativeorders.net
    http://Plakat und Flyer zum Download: https://www.normativeorders.net/de/veranstaltungen/roemerberggespraeche


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Gesellschaft, Kulturwissenschaften, Medien- und Kommunikationswissenschaften, Politik, Sprache / Literatur
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Kooperationen
    Deutsch


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