idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Thema Corona

Science Video Project
idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Teilen: 
11.05.2022 14:29

Europas größtes Testbed für verteilte Produktion von CIIRC und DFKI gestartet

Andreas Schepers DFKI Berlin
Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, DFKI

    Am 28. April 2022 wurde in Prag im Tschechischen Institut für Informatik, Robotik und Kybernetik der Tschechischen Technischen Universität Prag (CIIRC CTU) das größte dezentrale deutsch-tschechische Versuchslabor für die verteilte Produktion im Paradigma von Industrie 4.0 eingeweiht. Bei dieser Gelegenheit wurden in Anwesenheit von Regierungsvertretern zwei weitere Vereinbarungen über eine Kooperation mit dem deutschen Fraunhofer IWU und der tschechischen VŠB-TUO-Universität in Ostrava unterzeichnet.

    Das tschechisch-deutsche RICAIP-Zentrum ist in Europa das größte Projekt auf dem Gebiet der industriellen Künstlichen Intelligenz für Industrie 4.0, das von der Europäischen Union, dem tschechischen Bildungsministerium und dem BMBF gemeinsam mit Anschubfinanzierungen von über 50 Millionen EUR finanziert wird. Der Direktor von RICAIP mit Sitz in Prag ist der deutsche Wissenschaftler Dr. Tilman Becker, der vor seinem Wechsel nach Tschechien mehr als 25 Jahre lang am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz in Saarbrücken an KI-Themen geforscht hat.

    Die beiden verbundenen Testbeds für Industrie 4.0 in Prag und in Saarbrücken bilden den Kern des RICAIP-Netzwerks von experimentellen Produktionsstätten. In Saarbrücken ist auf 3000 qm das gemeinsame Power4Production-Zentrum von DFKI und ZeMA (Zentrum für Mechatronik und Automatisierungstechnik) der größte deutsche Knoten, der auch mit der SmartFactory-KL am DFKI Kaiserslautern verbunden ist. Auch die tschechischen Universitäten in Brno und Ostrava sowie das FhG-Institut IWU in Dresden richten als Partner RICAIP weitere interoperable Testbeds ein. Zusammen bilden diese sechs verbundenen Testbeds die Grundlage einer robusten europäischen Forschungsinfrastruktur für die weitere Entwicklung von verteilter Produktion im Paradigma von Industrie 4.0, die einzigartig in Europa ist.

    In Anwesenheit der tschechischen Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Innovation Frau Helena Langsálová und des deutschen Botschafters in Prag Andreas Künne wurde das Eröffnungsband für die neue Phase der verteilten Testbed-Infrastruktur durchgeschnitten.

    Bisher fokussiert die Nutzung des verteilten Testbed neben der anwendungsorientierten Grundlagenforschung hauptsächlich auf Kooperationen mit der Automobil- und Luftfahrtindustrie.

    An der Eröffnungsfeier in Prag nahm auch Professor Wolfgang Wahlster teil, der 2011 erstmals öffentlich bei der Eröffnung der Hannover Messe das Konzept „Industrie 4.0“ in seiner Ansprache eingeführt hatte. Wahlster sagte: „Als Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats von CIIRC war ich äußerst beeindruckt vom einstimmigen Votum der internationalen Experten des Beirats aus Japan, den USA, UK, Österreich, Australien und Frankreich, die u.a. globale Unternehmen wie Ford, Rockwell und Airbus vertraten, das neben der wissenschaftlichen Exzellenz des Konsortiums auch die weltweite Einmaligkeit des RICAIP-Verbundes und dessen großer Nutzen für die nächste Dekade von Industrie 4.0 bestätigte.“

    Der wissenschaftliche Direktor des CIIRC und Vorstandsmitglied von RICAIP, Prof. Vladimír Mařík, fügte hinzu: „Das Testbed bietet ein reales Umfeld für die Forschung auf europäischer Ebene, aber es bietet auch Lösungen oder Forschungsdienstleistungen, die direkt für tschechische Unternehmen bestimmt sind. Wir sind somit in der Lage, den gesamten Innovationszyklus abzudecken, von der Überprüfung wissenschaftlicher Theorien bis hin zum Transfer neuer Technologien und Verfahren in die Industrie.“

    Gemeinsam stehen schon heute in Tschechien und Deutschland zusammen 5700 qm Hallenboden mit neuesten Robotertypen, darunter kollaborative und mobile Roboter, 3D-Drucker, Werkzeugmaschinen, 5G-Campusnetze und Maschinen für die additive Fertigung unter Verwendung verschiedener Materialien. Alle Geräte sind über IoT-Plattformen, Edge Clouds und industrielle Cloud-Systeme verbunden und haben Zugriff auf neuste KI-Technologien wie maschinelles Lernen und Agentensysteme für aktive digitale Zwillinge.

    „RICAIP und das Testbed sind sehr konkrete Beispiele für die effektive tschechisch-deutsche wissenschaftliche und industrielle Zusammenarbeit. Die Vielseitigkeit ist wichtig – wir beteiligen uns an großen Forschungsaufgaben im Bereich der Künstlichen Intelligenz, aber wir bieten auch Dienstleistungen für kleine und mittlere Unternehmen bei ihrer Transformation in Richtung Digitalisierung und Automatisierung.“ erklärte RICAIP-Direktor Dr. Tilman Becker.

    Über RICAIP:

    Das RICAIP – Research and Innovation Center on Advanced Industrial Production – ist ein neu gegründetes internationales Exzellenzzentrum für verteilte Forschung (CoE), das auf einer strategischen Partnerschaft von vier führenden tschechischen und deutschen Forschungseinrichtungen basiert. Gründungspartner sind CIIRC CTU zusammen mit CEITEC BUT in Brünn, DFKI (Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz) und das ZeMA (Zentrum für Mechatronik und Automatisierungstechnik) mit Sitz in Saarbrücken. RICAIP konzentriert sich auf die Forschung in den Bereichen Künstliche Intelligenz, Maschinelles Lernen und Robotik für fortschrittliche Industrien und entwickelt neue Produktionskonzepte für geografisch verteilte Produktion und Produktion als Dienstleistung. Das Zentrum wird Testbeds in Prag, Brno, Ostrava, und Saarbrücken, Kaiserslautern und Dresden verbinden und eine schnelle Anpassung der Produktion an die aktuellen Bedürfnisse des Kunden oder verfügbare Produktionsmittel ermöglichen.


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Informationstechnik
    überregional
    Forschungsprojekte, Kooperationen
    Deutsch


    Eröffnung Testbed für verteilte Produktion


    Zum Download

    x

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).