Für die Erforschung einer aggressiven Lymphdrüsenkrebsart, des diffusen großzelligen B-Zell-Lymphoms, erhält Dr. Sebastian Scheich von der Universitätsmedizin Frankfurt jetzt im Rahmen des Emmy-Noether-Programms für die kommenden sechs Jahre rund 2 Millionen Euro. Mit dem Programm fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, damit sie sich für eine Berufung als Hochschullehrer qualifizieren können.
FRANKFURT. Eine aggressive und schnell fortschreitende Form des Lymphdrüsenkrebses ist das diffuse großzellige B-Zell-Lymphom (DLBCL), an dem in Deutschland jährlich rund 6000 Menschen erkranken. Bei dieser Krebsart sind bestimmte Immunzellen, die B-Zellen, entartet. Die Wirksamkeit von Therapien und die Prognose über den Krankheitsverlauf ist bei Patientinnen und Patienten sehr unterschiedlich. Dies ist darauf zurückzuführen, dass DLBCL in mehreren Varianten auftritt, die sich genetisch unterscheiden.
Im Rahmen der Emmy Noether-Förderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) untersucht Dr. Sebastian Scheich mit seiner Arbeitsgruppe an der Medizinischen Klinik 2 der Universitätsmedizin Frankfurt, welche Signalnetzwerke DLBCL-Krebszellen nutzen, um das eigene Wachstum zu fördern und Überleben zu sichern.
Dazu wollen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ergründen, wie in den entarteten B-Zellen verschiedene Proteine mit Zuckerresten versehen werden. Diese sogenannte Glykosylierung beeinflusst unter anderem, wie stabil die Proteine sind, wie sie funktionieren und wo in oder auf der Zelle sie platziert werden. Zudem ist die Glykosylierung noch dafür verantwortlich, wie die Zelle Signale empfängt und verarbeitet, denn die Glykosylierung steuert auch die Organisation von Signalrezeptoren an der Zelloberfläche.
In aktuelle Studien konnte Scheichs Arbeitsgruppe nachweisen, dass Veränderungen in den Enzymen, die die Glykosylierungen katalysieren, zur Aktivierung krankheitsrelevanter Signalnetzwerke beitragen. Ein zentrales dieser Netzwerke ist der sogenannte NF-B-Signalweg. Er übermittelt der Krebszelle die Botschaft: „Wachse, teile dich und stirb nicht!“. Darüber hinaus deuten die Ergebnisse von Scheichs Arbeitsgruppe darauf hin, dass Glykosylierungsmechanismen auch beeinflussen können, wie gut das DLBCL auf zielgerichtete, zelluläre und Immuntherapien anspricht.
Die Emmy Noether-Förderung ermöglicht es Scheich, seine Nachwuchsgruppe zu erweitern und unterstützt seinen dualen Karriereweg in der Forschung und der Tätigkeit als Arzt. Der Mediziner erläutert: „Wir wollen systematisch untersuchen, wie die veränderte Glykosylierung onkogene Signalwege in Lymphomzellen steuert. Damit verfolgen wir das Ziel, Ansatzpunkte für innovative Therapien bei aggressiven Lymphomen zu finden. Als Advanced Clinician Scientist bin ich als Laborleiter tätig und behandle zudem täglich Patientinnen und Patienten. Das hilft mir, die wissenschaftlichen Fragestellungen an der klinischen Relevanz auszurichten.“
Dr. Sebastian Scheich, Jahrgang 1988, studierte Medizin an der Justus-Liebig-Universität Gießen und promovierte dort. 2019 arbeitete er für vier Jahre als Postdoc am National Cancer Institute in den USA. Seit 2023 forscht und arbeitet er in der Medizinischen Klinik 2 - Hämatologie/Onkologie der Universitätsmedizin Frankfurt und dem Universitären Centrum für Tumorerkrankungen Frankfurt (UCT). Im gleichen Jahr begann er mit dem Aufbau und der Leitung einer Nachwuchsgruppe am LOEWE-Zentrum Frankfurt Cancer Institute (FCI). Sebastian Scheich wird als Advanced Clinician Scientist durch das Programm INITIALISE (Innovations in Infection Medicine) des Bundesforschungsministeriums gefördert und ist mit dem Mildred-Scheel-Nachwuchszentrum (MSNZ) Frankfurt-Marburg assoziiert. Außerdem ist er über den Standort Frankfurt/Mainz des Deutschen Konsortiums für Translationale Krebsforschung (DKTK) aktiv in der Allianz der Rhein-Main-Universitäten (RMU).
Das Emmy-Noether-Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt herausragend qualifizierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in einer frühen Phase ihrer Karriere und ermöglicht ihnen, durch die Leitung einer unabhängigen Nachwuchsgruppe über einen Zeitraum von bis zu sechs Jahren die Qualifikation für eine Professur zu erwerben.
Dr. Sebastian Scheich
Medizinische Klinik 2 – Hämatologie und Onkologie
und Universitäres Centrum für Tumorerkrankungen Frankfurt
Universitätsmedizin Frankfurt
Tel: +49 (0)69 6301–3767
sebastian.scheich@unimedizin-ffm.de
https://lymphoma-leukemia-research-frankfurt.de/ag-scheich-home/research-scheich...
Dr. Sebastian Scheich, Leiter der Emmy-Noether-Gruppe an der Medizinischen Klinik 2 – Hämatologie un ...
Quelle: Klaus Wäldele
Copyright: Universität Frankfurt
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Wissenschaftler
Biologie, Medizin
überregional
Personalia, Wettbewerbe / Auszeichnungen
Deutsch

Dr. Sebastian Scheich, Leiter der Emmy-Noether-Gruppe an der Medizinischen Klinik 2 – Hämatologie un ...
Quelle: Klaus Wäldele
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