Der Zukunftscluster QVLS-iLabs startet mit 15-Millionen-Euro-Förderung in die zweite Phase.
Dreizehn Quantentechnologie-Projekte haben gespannt die Entscheidung erwartet, jetzt ist die Zusage da: Der Zukunftscluster QVLS-iLabs erhält weitere 15 Millionen Euro Förderung vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR). Hinzu kommen acht Millionen Euro aus eigenen Mitteln. Damit stehen für die kommenden drei Jahre insgesamt 23 Millionen Euro zur Verfügung, um die Entwicklung von anwendungsnahen Quantenkomponenten voranzutreiben. Die 25 Partner des Zukunftsclusters – von Forschungsinstituten über Industrie bis hin zu Startups – verfolgen ein gemeinsames Ziel: den Technologietransfer modernster Quantentechnologien in den Markt zu beschleunigen.
Dass die Clusters4Future-Förderung des BMBFTR an die Region Hannover-Braunschweig geht, ist kein Zufall: Unter dem Dach des QVLS – Quantum Valley Lower Saxony – haben sich herausragende Forschungseinrichtungen organisiert: die Physikalisch-Technische Bundesanstalt, die Technische Universität Braunschweig, die Leibniz Universität Hannover und das Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt mit dem Institut für Satellitengeodäsie und Inertialsensorik. Im Zusammenschluss mit 21 Unternehmen können sich alle beteiligten Expert*innen auf ihre Stärken konzentrieren: Quantencomputing mit gefangenen Ionen und neuartige Anwendungen der Quantenmetrologie. Alles soll kleiner, besser und stabiler werden. Nachdem in der ersten Förderphase dafür die Grundlagen geschaffen wurden, wird es in der zweiten Phase konkret: Für die Industriepartner ein großer Schritt, damit aus Zukunftstechnologie auch echtes Alltagswerkzeug wird.
Das kommt nicht nur der Region zugute, sondern bringt weit darüber hinaus Nutzen, wie erste Ergebnisse zeigen:
• Im Cluster wurde eine Software zur Steuerung von Quantenexperimenten unter Open-Source-Lizenz entwickelt und veröffentlicht, die nun von Forschungsgruppen weltweit genutzt werden kann.
• Wie Quantentechnologien konkret wirken können, zeigt ein Projekt zur effizienteren Batteriefertigung: Mithilfe neuartiger Quantensensoren werden Batterieprozesse detailliert analysiert – ein wichtiger Schritt für leistungsfähigere und nachhaltigere Elektromobilität.
• Neben vielen wissenschaftlichen Veröffentlichungen belegen sechs neue Patente und Erfindungsmeldungen den erfolgreichen Technologietransfer, etwa zu verbesserten Atomquellen und stabilen optischen Lösungen für Quantenchips, und machen die Ergebnisse über den Zukunftscluster hinaus für Unternehmen und internationale Partner nutzbar.
Der Erfolg spricht sich herum: Mit der WIKA Alexander Wiegand SE & Co. KG, der Laseroptik GmbH und der Optomech GmbH konnten auch drei neue Partner für die zweite Phase des Zukunftsclusters gewonnen werden.
Gut für die Innovation, gut für die Region
Prof. Dr. Cornelia Denz, Präsidentin der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt: „Neue Quantentechnologien mit marktreifen Anwendungen sind zum Greifen nah. Daher ist es großartig, dass die Erfolgsgeschichte dieses Innovationsökosystems fortgeschrieben werden kann. Ich gratuliere allen Partnern des Zukunftsclusters QVLS-iLabs sehr herzlich, dass sie für eine weitere Förderung durch das Bundesforschungsministerium (BMFTR) ausgewählt wurden. Dies ist eine hervorragende Nachricht für die beteiligten Forschungsinstitute, die Quantenindustrie und Start-ups – und für die gesamte Region des Quantenclusters. Schließlich profitiert am Ende auch unsere Gesellschaft, deren Zukunft durch technologisch souveräne Quantentechnologien stark geprägt sein wird.“
Prof. Dr. Angela Ittel, Präsidentin der Technischen Universität Braunschweig: „Wir sehen hier ein absolutes Aushängeschild unserer Region und einen Meilenstein für die Zukunft Deutschlands: Es geht um Spitzentechnologie, Quanten und hervorragende Zusammenarbeit. Gemeinsam arbeiten der Exzellenzcluster QuantumFrontiers, das Quantum Valley Lower Saxony und das Nitride Technology Center an großen Innovationen der Menschheit wie dem Quantencomputer. Die Leistung der Forschenden der TU Braunschweig ist extrem stark. Und sie hat die Gesellschaft im Blick. Denn hier werden Brücken zwischen Quantenphysik und Anwendung in der Gesellschaft gebaut. Genau dieser Spirit prägt auch die Hightech Agenda Deutschland: mutig denken, schneller werden, konsequent umsetzen.“
Prof. Dr. Christian Ospelkaus, Sprecher des Zukunftsclusters QVLS-iLabs (Physikalisch-Technische Bundesanstalt, Leibniz Universität Hannover: „Unsere bisherigen Erfolge geben uns starken Rückenwind für die nächsten drei Jahre: Gemeinsam mit unseren Industriepartnern beschleunigen wir den Transfer von Quantentechnologien in reale Anwendungen und schaffen nachhaltige Transferstrukturen für den Weg in die Märkte.“
Oberbürgermeister der Stadt Braunschweig Dr. Thorsten Kornblum: „Dass der Bund seine Förderung für den Zukunftscluster QVLS-iLabs fortsetzt, ist eine großartige Nachricht für Braunschweig und die gesamte Region. Es ist auch eine Bestätigung für die herausragende Arbeit unserer starken Partner im QVLS-Verbund, allen voran die Physikalisch-Technische Bundesanstalt und die TU Braunschweig. Die wirtschaftlichen Potenziale der Quantentechnologien für unseren Mittelstand sowie für innovative Startups sind enorm. Über unsere Wirtschaftsförderung unterstützen wir den Quantentechnologietransfer daher auch weiterhin als Partner im Zukunftscluster QVLS-iLabs.“
Innovationscluster mit eigenem Deep-Tech-Labor
Der QVLS-iLabs Zukunftscluster ist ein regionales Innovationsnetzwerk, doch diese Vision hat auch ein Zuhause: Im cluster-eigenen Deep-Tech-Labor mit einer Fläche von 350 Quadratmetern in den Braunschweiger Rolleiwerken können Quanten-Startups ihre ersten Schritte machen – und Erfolgsgeschichte schreiben: zum Beispiel der Braunschweiger Quantencomputer von QUDORA Technologies GmbH, der effizienter rechnet als die Konkurrenz von Google und IBM. Unterstützung bietet auch die neu gegründete QVLS Innovation GmbH, die künftig das Clustermanagement professionell betreibt, den Betrieb der Deep-Tech-Labore in den Rolleiwerken übernimmt und weitere QT-Transferprojekte der Region antreibt.
Über QVLS: Das Quantum Valley Lower Saxony führt die niedersächsische Quantenexpertise aus Wissenschaft, Industrie und Politik zusammen. Der gemeinnützige Verein QVLS e. V. vereint ein breites Konsortium aus Forschungseinrichtungen, Industriepartnern, Industrieverbänden sowie Wirtschaftsförderungen und bildet die gesamte Innovationskette von der Grundlagenforschung bis zur wirtschaftlichen Verwertung ab.
Über die Zukunftscluster-Initiative: Die Zukunftscluster-Initiative (Clusters4Future) ist eine Leuchtturmförderung des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt. Ihr Ziel ist es, Forschungserkenntnisse schneller nutzbar zu machen und in die Anwendung zu bringen.
Dr. Larissa Braun, Quantentechnologie-Kompetenzzentrum, Telefon: (0531) 592- 9461, larissa.braun@ptb.de
Im Zukunftscluster QVLS-iLabs werden neue Designs und Anschlüsse von Quanten-Chips besprochen.
Copyright: PTB
Aufbau zur Entwicklung und Skalierung von integrierten optischen Faserkomponenten und Faserarrays.
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Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, jedermann
Informationstechnik, Physik / Astronomie, Wirtschaft
überregional
Forschungs- / Wissenstransfer, Wissenschaftspolitik
Deutsch

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