idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instanz:
Teilen: 
04.03.2026 08:00

DGKL warnt vor Qualitätsverlust in der Diagnostik durch das Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG)

Markus Wolters Geschäftsstelle
Deutsche Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin e. V.

    Die Deutsche Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin e. V. (DGKL) äußert im Rahmen des Gesetzgebungsverfahrens zum Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) erhebliche wissenschaftlich-medizinische Bedenken gegen die geplante Ausweitung labordiagnostischer Tätigkeiten auf Apotheken. Anlässlich der heutigen Sitzung des Gesundheitsausschusses im Deutschen Bundestag bekräftigt die DGKL ihre Kritik und verweist auf gravierende Lücken und Risiken des aktuellen Gesetzesentwurfs, die die Qualität diagnostischer Leistungen und damit die Patientensicherheit gefährden können.

    „Die labormedizinische Versorgung in Deutschland ist bereits heute flächendeckend, hochwertig und effizient organisiert“, betont DGKL-Vorstand Jan Wolter. „Eine Parallelstruktur durch diagnostische Angebote in Apotheken würde keine Versorgungslücken schließen, sondern zu Doppelstrukturen, Qualitätsunsicherheiten und Fehlanreizen führen.“

    Besonders kritisch ist, dass Apotheken weder eine ärztliche Indikation stellen noch die nach Rili-BÄK und dem MT-Berufe-Gesetz geforderte Qualitätssicherung gewährleisten können.
    Darüber hinaus weist die DGKL auf fehlende Hygienestandards, unklare Meldepflichten nach dem Infektionsschutzgesetz sowie einen möglichen Interessenkonflikt durch die Verbindung von Diagnostik und Produktverkauf hin. Zudem seien Apotheken technisch nicht in der Lage, Testergebnisse strukturiert in die elektronische Patientenakte zu integrieren, was Fehlinterpretationen und Doppeluntersuchungen begünstige.
    Die DGKL sieht in den geplanten Änderungen einen gefährlichen Rückschritt, da sie die historisch bewährte Trennung von ärztlicher und pharmazeutischer Verantwortung aufheben würden. Sie fordert den Gesetzgeber daher auf, die vorgesehenen Regelungen zu überarbeiten und die bestehende qualitätsgesicherte Zusammenarbeit zwischen der Ärzteschaft und Laboren zu stärken.

    Die entsprechende Stellungnahme unter www.dgkl.de/presse/stellungnahmen/ einsehen.


    Weitere Informationen:

    https://www.dgkl.de/presse/stellungnahmen/


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Lehrer/Schüler, Studierende, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler, jedermann
    Gesellschaft, Medizin, Philosophie / Ethik, Politik, Recht
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Wissenschaftspolitik
    Deutsch


     

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).