Universität Paderborn beteiligt sich am neuen Forschungsprojekt „KONVOY“
Ob Energie, Mobilität, Produktion oder kommunale Services: Immer mehr Branchen sind auf funktionierende Systeme angewiesen, um Daten sicher und standardisiert auszutauschen. Bisher fehlt es allerdings an Methoden, um komplexe Kooperationsstrukturen zu gestalten oder ihre Entwicklung vorauszuplanen. Im neuen Forschungsprojekt „Konfiguration und Co-Evolution von Datenöko- und Arbeitssystemen“ („KONVOY“) erarbeiten Wissenschaftler*innen am Heinz Nixdorf Institut der Universität Paderborn gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO sowie der Universität Stuttgart Modelle, Szenarien und Simulationen, die dabei helfen, Kooperationen in Datenökosystemen nachhaltig und gemeinwohlorientiert zu gestalten. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) fördert das Vorhaben mit rund 2,2 Millionen Euro.
Vorausschauende und systematische Gestaltung datengetriebener Kooperationen
„Datenökosysteme ermöglichen Unternehmen und Einrichtungen, Daten zu teilen und wertschöpfend zu nutzen. Sie stellen die Betriebssysteme der zukünftigen globalen datengetriebenen Wirtschaft dar und bieten aktuell große Chancen für Innovationen“, erklärt Bernhard Teller von der Fachgruppe „Advanced Systems Engineering“ am Heinz Nixdorf Institut. Bislang gibt es jedoch keine systematischen Methoden, um komplexe Kooperationen innerhalb datengetriebener Wertschöpfungsnetzwerke gezielt zu gestalten und zu steuern. „Dies hat zur Folge, dass Ressourcen ineffizient eingesetzt werden, Partnerschaften scheitern und Potenziale ungenutzt bleiben. Insbesondere mangelt es an Ansätzen, die technische, organisatorische und soziale Aspekte sowie deren Wechselwirkungen gleichermaßen berücksichtigen“, so Teller. Daher arbeiten die Projektpartner*innen gemeinsam an einem Methodenset, das es ermöglicht, Konstellationen und die Gestaltung von Arbeit vorausschauend zu konfigurieren und Potenziale durch die Co-Evolution der beteiligten Akteur*innen verantwortungsvoll zu erschließen.
„Wertschöpfung in Datenökosystemen funktioniert nur, wenn alle Beteiligten technische und organisatorische Entscheidungen gemeinsam denken und ihre Wechselwirkungen berücksichtigen. Mit ,KONVOY‘ liefern wir Methoden, um Systeme gemeinschaftlich zu planen und die Auswirkungen von Entscheidungen zu simulieren – für verlässliche Kooperationen,“ sagt Dr. Jens Neuhüttler, Forschungsbereichsleiter am Fraunhofer IAO.
Simulationen zeigen Entwicklungspfade für zukünftige Wertschöpfung
Im Forschungsprojekt widmen sich die Wissenschaftler*innen zunächst der Entwicklung eines integrativen Rahmenkonzepts und den dafür notwendigen Werkzeugen. Dann werden szenariobasierte Zukunftsbilder für Datenöko- und Arbeitssysteme erarbeitet. Anschließend modelliert das Projektteam Wertschöpfungsnetzwerke und entwickelt Simulationen, die zeigen, wie sich unterschiedliche Konfigurationen künftig auswirken können. So entstehen Entscheidungsgrundlagen für Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Politik.
Zudem analysiert das Projektteam bis Ende 2028 im Rahmen des Fachprogramms „Zukunft der Wertschöpfung“ weitere geförderte Projekte. So erlangen sie branchenübergreifend Erkenntnisse über die gezielte Gestaltung und Erfolgsfaktoren der Wertschöpfung in Datenökosystemen und bereiten die Ergebnisse für den Transfer auf.
Bernhard Teller, Heinz Nixdorf Institut der Universität Paderborn, Fon: +49 5251 60-6250, E-Mail: bernhard.teller@hni.uni-paderborn.de
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Wissenschaftler
Informationstechnik
überregional
Forschungsprojekte
Deutsch

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