Im Sommersemester 2026 lädt die Universität Leipzig wieder zu einer Ringvorlesung im Rahmen des Studiums universale ein, die das komplexe Wechselverhältnis zwischen Mensch und Wald in den Mittelpunkt stellt. Unter dem Titel „Der Wald und Wir – Perspektiven aus Wissenschaft, Gesellschaft und Kultur“ stehen elf Vorträge und eine Podiumsdiskussion auf dem Programm, die sich mit historischen, ökologischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aspekten des Waldes befassen.
Die Ringvorlesung beginnt am 15. April 2026 mit dem Vortrag „Der Wald und wir – Wie Wälder Menschen und Gesellschaft prägen“, gehalten von Prof. Dr. Stefanie Steinebach von der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg. In ihrem Beitrag zeigt Steinebach, wie eng die Geschichte von Mensch und Wald miteinander verwoben ist und wie der Wald unser Denken, unsere Kultur und unsere gesellschaftlichen Entwicklungen beeinflusst hat. Die folgenden Vorträge behandeln Themen wie den Wandel der Waldnutzung, den Klimawandel und seine Auswirkungen auf die Wälder Sachsens, die Rolle des Waldes in der Stadtplanung sowie die kulturelle und ökologische Bedeutung der Biodiversität.
Ein besonderer Fokus liegt auf der aktuellen Herausforderung des Klimawandels: Wie wird der Wald in Sachsen in Zukunft aussehen? Welche Baumarten sind widerstandsfähig gegen Trockenstress? Und wie können wir durch nachhaltige Forstwirtschaft und innovative Holzbautechniken einen Beitrag zum Klimaschutz leisten? Diese Fragen werden in den Vorträgen von Prof. Dr. Alexandra Weigelt von der Universität Leipzig, Prof. Dr. Andreas Roloff von der TU Dresden und Prof. Dr. Alexander Stahr von der HTWK Leipzig aufgegriffen. Die Ringvorlesung bietet zudem einen querschnittartigen Blick über disziplinäre Grenzen hinweg – von der Geschichte des Umgangs mit dem Wald im Mittelalter über die fossilen Wälder und ihren Abbau bis hin zu EU‑Handelsgesetzen zur Regulierung nachhaltiger Lieferketten von forst‑ und landwirtschaftlichen Rohstoffen.
Diskussionen über lebenswerte Städte und Verbesserung des Stadtklimas
Zu den Höhepunkten der Reihe zählen die Podiumsdiskussion „Waldinseln in der Stadt – Perspektiven einer resilienten Stadtplanung oder Holzweg?“ am 1. Juli 2026 sowie der Vortrag „Wie Wälder wirken: Wahrnehmung und Wirkung pflanzlicher Biodiversität“ von Prof. Dr. Katja Liebal von der Universität Leipzig. In der Diskussion werden Expert:innen aus Stadtverwaltung, Wissenschaft, Bürgerschaft und Waldschutzverbänden gemeinsam mit dem Publikum darüber sprechen, wie Stadtwälder und „Waldinseln“ zur Verbesserung des Stadtklimas, zur Gesundheit der Bevölkerung und zur Überwindung von Naturentfremdung beitragen können. Die Diskussion richtet sich ausdrücklich an alle, die sich für eine lebenswerte, grünere und klimaresiliente Stadt Leipzig einsetzen.
Die Planung und Organisation der Ringvorlesung haben wissenschaftliche und administrative Akteur:innen der Universität Leipzig sowie der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald eng miteinander verzahnt. „Diese Ringvorlesung ist ein wichtiges Forum, um die Vielschichtigkeit des Waldes in all seinen Funktionen – ökologisch, wirtschaftlich, kulturell – öffentlich sichtbar zu machen“, sagt Dr. Dominik Becher, Netzwerkkoordinator für das Studium universale und die Kinderuniversität an der Universität Leipzig. „Es geht nicht nur um Fachwissen, sondern darum, einen Dialog zwischen Wissenschaft, Praxis und Bürgerinnen und Bürgern zu ermöglichen.“
Prof. Dr. Frank Gaunitz, ehrenamtlicher Leiter des Arbeitskreises Studium universale, der maßgeblich an der inhaltlichen Konzeption der Veranstaltungsreihe beteiligt war, betont die gesellschaftsrelevante Bedeutung des Themas: „Der Wald ist kein abstrakter Naturraum, sondern unmittelbarer Bestandteil unseres Alltags, unserer Energieversorgung, unserer Stadtgestaltung und unserer Kultur. In Zeiten des Klimawandels und der zunehmenden Verstädterung ist es wichtig, unterschiedliche Perspektiven aufeinander treffen zu lassen – von der Geschichte bis zur modernen Forst‑ und Umweltpolitik.“
Die Ringvorlesung „Der Wald und Wir – Perspektiven aus Wissenschaft, Gesellschaft und Kultur“ bietet eine Plattform für Wissensaustausch, kritische Diskussion und gesellschaftlichen Dialog. Sie lädt dazu ein, den Wald nicht nur als Ressource, sondern als lebendigen Raum und kulturellen Ort zu begreifen, in dem sich ökologische Anforderungen, gesellschaftliche Bedürfnisse und kulturelle Vorstellungen verbinden.
Wöchentlicher Termin im Sommersemester
Die Veranstaltungen im Rahmen des Studium universale finden immer mittwochs um 19:00 Uhr im Hörsaal 2 auf dem Campus Augustusplatz der Universität Leipzig statt. Ausnahme ist die Podiumsdiskussion am 1. Juli, die im Audimax, dem größten Hörsaal auf dem Campus Augustusplatz, stattfinden wird. Alle Veranstaltungen sind kostenlos und ohne Anmeldung zugänglich.
Prof. Dr. Frank Gaunitz
Studium universale
Telefon: +49 341 97-17953
frank.gaunitz@medizin.uni-leipzig.de
https://www.uni-leipzig.de/studiumuniversale
https://www.uni-leipzig.de/studiumuniversale Zum Programm
Die Vorlesungsreihe Studium universale zum Thema Wald startet am 15. April.
Quelle: Colourbox
Copyright: Colourbox
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Studierende, jedermann
Biologie, Gesellschaft, Tier / Land / Forst, Umwelt / Ökologie
überregional
Buntes aus der Wissenschaft, Forschungs- / Wissenstransfer
Deutsch

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