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21.04.2026 11:46

Von der Keilschrift zum Touchscreen: Wissenschaftler aus Berlin und Jerusalem erforschen Evolution der Handschriften

Christine Xuan Müller Stabsstelle Kommunikation und Marketing
Freie Universität Berlin

    Wie sich handschriftliche Schriftsysteme im Laufe der Zeit entwickelt haben – das erforscht aktuell ein internationales Forschungsteam der Freie Universität Berlin und der Hebrew University of Jerusalem. Das Projekt mit dem Titel „The Principles of Handwritten Script Evolution“ wird vom Kulturwissenschaftler und Ägyptologen Dr. Christian Casey (Fachbereich Geschichts- und Kulturwissenschaften, Freie Universität Berlin) gemeinsam mit dem Statistikexperten und Mathematiker Dr. Barak Sober (Hebrew University of Jerusalem) geleitet.

    Die VolkswagenStiftung unterstützt die Arbeit im Rahmen der Förderinitiative „Aufbruch – Neue Forschungsräume für die Geistes- und Kulturwissenschaften“ mit insgesamt rund 299.735 Euro, davon etwa 188.745 Euro für die FU Berlin.

    Warum sehen handgeschriebene Schriften so aus, wie sie aussehen? Und wie haben sie sich im Laufe der Zeit verändert? Die beiden Forscher untersuchen die Entwicklung von Handschriften, die durch ein komplexes Geflecht physischer, kognitiver, kultureller und materieller Kräfte geformt werden. „Von den Werkzeugen, mit denen wir schreiben, bis hin zur Art und Weise, wie sich unsere Hände bewegen und unser Verstand lernt, wirken diese Faktoren zusammen und treiben die Veränderung der Schrift über Jahrtausende hinweg voran. Mit Hilfe historischer Manuskripte, moderner Handschriftendaten und fortschrittlicher Computermodellierung wollen wir die verborgenen Prinzipien aufdecken, die die Schriftentwicklung steuern“, betont der Kulturwissenschaftler Dr. Christian Casey.

    Das interdisziplinäre Forschungsteam stützt sich dabei auf Linguistik, Physik, Mathematik sowie Kultur- und Kognitionswissenschaften, um die ersten umfassenden Modelle zu entwickeln, die zeigen, wie sich Schriften verändern - von kleinsten Strichvariationen bis hin zu weitreichenden historischen Verschiebungen.

    Das Forschungsprojekt soll nicht nur das Verständnis der menschlichen Kommunikation und Kulturgeschichte vertiefen, sondern auch praktische Erkenntnisse für die Technologie der Handschrifterkennung, die Erhaltung alter Texte und die Zukunft der Schrift in einer digitalen Welt bieten.

    Zur Förderlinie und zum Profilbereich „Exploration“

    Die VolkswagenStiftung möchte mit der Förderinitiative „Aufbruch – Neue Forschungsräume für die Geistes- und Kulturwissenschaften“ und dem Profilbereich „Exploration“ besonders innovative und risikobreite Forschung in den Geistes- und Kulturwissenschaften ermöglichen. Gefördert werden Projekte mit einem „Aufbruchcharakter“, die neue Themen erschließen, sich durch eine besondere Komplexität auszeichnen und multiperspektivisch untersucht werden. Die Initiative soll Forschende ermutigen, unkonventionelle Ideen voranzubringen und in bislang unerschlossene Bereiche der Forschung vorzustoßen.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Dr. Christian Casey, Freie Universität Berlin Fachbereich Geschichts- und Kulturwissenschaften, E-Mail: christian.casey@fu-berlin.de


    Weitere Informationen:

    https://writingthroughtime.github.io/
    https://www.volkswagenstiftung.de/de


    Bilder

    Illustration zur Entwicklung der Schreibweise der Zahl "2"
    Illustration zur Entwicklung der Schreibweise der Zahl "2"

    Copyright: Christian Casey


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Studierende, Wissenschaftler, jedermann
    Geschichte / Archäologie, Gesellschaft, Kulturwissenschaften, Sprache / Literatur
    überregional
    Forschungsprojekte
    Deutsch


     

    Illustration zur Entwicklung der Schreibweise der Zahl "2"


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