Am 27. Mai 2026 verstarb Prof. Dr. Dres. h.c. Gert Kaiser, Rektor der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf in den Jahren 1983 bis 2003. „Unsere Universität verliert mit ihm eine ihrer prägendsten Gestalten, einen wertvollen und impulsgebenden Begleiter und auch einen ihrer wichtigsten Fürsprecher“, so Rektorin Prof. Dr. Anja Steinbeck in Würdigung ihres Amtsvorgängers.
Gert Kaiser wurde am 18. Juni 1941 in Hardheim im Odenwald geboren. Er studierte Germanistik, Geschichte und Romanistik in München und Heidelberg, wo er auch 1964 mit der Arbeit „Beiträge zu den Liedern des Minnesängers Rubin“ promoviert wurde. Im Jahr 1970 habilitierte er ebenfalls an der Universität Heidelberg im Fach Deutsche Philologie. 1973 wurde er zunächst Professor in Heidelberg, bevor er vier Jahre später einen Ruf an die Universität Düsseldorf auf den Lehrstuhl für Ältere Germanistik annahm.
In den 20 Jahren seines Rektorats – Prof. Kaiser war in seiner Zeit dienstältester Rektor einer deutschen Universität – stellte er entscheidende Weichen für seine Hochschule. Unter anderem fällt in seine Zeit die Umbenennung in „Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf“ im Jahr 1988; ein Moment, auf den er lange Jahre beharrlich und gegen große Widerstände hingearbeitet hatte und der ihm eine Herzensangelegenheit war. Das Land Nordrhein-Westfalen stiftete daraufhin die Heinrich-Heine-Gastprofessur, die seitdem bedeutende Vertreter aus Kultur, Politik und Geistesleben auf den Campus bringt.
Zwei Fakultäten – die Wirtschaftswissenschaftliche und die Juristische – wurden neu gegründet; damit machte Kaiser die ursprünglich aus der Medizin hervorgegangene Düsseldorfer Universität zur Volluniversität. Ebenfalls wurden zahlreiche internationale Partnerschaften geschlossen, so mit Universitäten in China, England, Italien, Japan, Tschechien und den USA. Ein besonderes Anliegen war ihm die Partnerschaft mit Israel.
Kaiser wirkte weit über den Campus hinaus. Er schaffte es, die Heinrich-Heine-Universität im Herzen der Düsseldorfer zu verankern und der Stadt das Bewusstsein für „ihre Universität“ zu geben. Er brachte viele Bürgerinnen und Bürger dazu, sich für die Universität zu engagieren. Nach seinem Ausscheiden aus dem Rektorenamt führte er dies fort, ab 2004 bis 2013 als Präsident der Gesellschaft von Freunden und Förderern der HHU, anschließend wurde er zu deren Ehrenpräsident ernannt.
„Nordrhein-Westfalen, Deutschland und Europa verlieren einen ihrer wichtigsten und vielleicht ihren ersten Wissenschaftsmanager. Sein Tod ist ein schwerer Verlust auf vielen Ebenen“, betont Rektorin Steinbeck. Er war nicht nur gefragter Ratgeber in verschiedenen politischen Bereichen, sondern bekleidete auch wichtige Leitungspositionen: So war Prof. Kaiser unter vielem anderem Vizepräsident der Westdeutschen Rektorenkonferenz (1987-1989) und Präsident des Wissenschaftszentrums Nordrhein-Westfalen, dem er seit der Gründung 1988 und bis 2008 vorstand.
Seine wissenschaftliche Heimat liegt in der deutschen Mediävistik. Zu seinen zahlreichen Publikationen zählt unter anderem das 1996 erschienene Buch „Der tanzende Tod, mittelalterliche Totentänze“, in dem er auf die umfangreiche Grafiksammlung „Mensch und Tod“ der HHU zurückgreifen konnte. Darüber hinaus veröffentlichte er zahlreiche Bücher und Aufsätze zu wissenschaftlichen und wissenschaftspolitischen Themen und war ein gefragter Kommentator aktueller Entwicklungen, auch als Kolumnist für die Rheinische Post.
Für sein Wirken erfuhr Gert Kaiser zahlreiche Ehrungen. Neben Ehrendoktorwürden der University of Reading und der Juristischen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität ernannte ihn das Interdisciplinary Center Herzliya zum „Honorary Fellow“. Zweimal verlieh ihm die Französische Republik einen Staatsorden, er erhielt weitere Staatsorden der Republik Italien und Japans. Besonders wichtig war ihm die Josef Neuberger-Medaille der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf, mit der er 2001 für seine Verdienste um die jüdische Gemeinschaft geehrt wurde. Die Bundesrepublik verlieh ihm unter anderem das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse (2004), die Landeshauptstadt Düsseldorf ehrte ihn mit dem Jan-Wellem-Ehrenring (2004).
In großer Dankbarkeit wird die Heinrich-Heine-Universität das Andenken einer ihrer größten Persönlichkeiten in Ehren halten.
Prof. Dr. Dres. h.c. Gert Kaiser, Rektor der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf von 1983 bis 2003 ...
Copyright: HHU / Wilfried Meyer
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, jedermann
fachunabhängig
überregional
Personalia
Deutsch

Prof. Dr. Dres. h.c. Gert Kaiser, Rektor der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf von 1983 bis 2003 ...
Copyright: HHU / Wilfried Meyer
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