Mit der Auszeichnung würdigt die Freie Universität Berlin die wegweisenden Beiträge von Dr. Anna Abalkina zur Aufdeckung betrügerischer Publikationspraktiken. Aufgrund des außergewöhnlich starken Bewerberfeldes vergibt die Freie Universität Berlin in diesem Jahr zusätzlich einen Runner-up Award an Jun.-Prof. Dr. María Piquer-Rodríguez für die Entwicklung praxistauglicher Vorlagen für einen transparenten Umgang mit Forschungsdaten. Der Hauptpreis ist mit 2.500 Euro dotiert, der Runner-up Award mit 1.500 Euro. Beide Auszeichnungen werden am 25. November, dem Tag der guten wissenschaftlichen Praxis, bei einer feierlichen Preisverleihung verliehen.
Ausschlaggebend für die Ehrung Dr. Anna Abalkinas mit dem Rosalind-Franklin-Preis waren ihr Engagement gegen sogenannte Raubjournale und Paper Mills – Geschäftsmodelle, die wissenschaftliche Veröffentlichungen ohne angemessene Qualitätskontrolle beziehungsweise gegen Bezahlung verbreiten. Mit ihrer Arbeit hat Abalkina geholfen, problematische Veröffentlichungen zu identifizieren und das Bewusstsein für wissenschaftliches Fehlverhalten zu stärken. Jun.-Prof. Dr. María Piquer-Rodríguez überzeugte die Jury mit Vorlagen für Nutzungsvereinbarungen zu Forschungsdaten („Data Agreements“), die Verantwortlichkeiten und Nutzungsrechte an Forschungsdaten transparent regeln und über den eigenen Fachbereich hinaus genutzt werden können.
Benannt ist der Rosalind-Franklin-Preis nach der britischen Biochemikerin Rosalind Franklin (1920–1958), deren Beiträge zur Entschlüsselung der DNA-Struktur lange Zeit nicht angemessen gewürdigt wurden. Die Freie Universität Berlin verlieh den Preis 2025 erstmals und schreibt ihn bis einschließlich 2027 jährlich aus. Nominiert werden können Wissenschaftler*innen aller Karrierestufen der Freien Universität Berlin. Förderungswürdig sind besondere Leistungen in Forschung und Lehre, herausragende Wissenschaftskommunikation sowie innovative Ansätze zur Förderung guter wissenschaftlicher Praxis.
„Dr. Anna Abalkina und Jun.-Prof. Dr. María Piquer-Rodríguez leisten auf unterschiedliche Weise herausragende Beiträge zur wissenschaftlichen Integrität. Zu dieser verdienten Auszeichnung gratuliere ich beiden herzlich. Ihre Arbeiten zeigen beispielhaft, wie wissenschaftliche Exzellenz, Transparenz und Verantwortungsbewusstsein gute wissenschaftliche Praxis nachhaltig stärken können“, sagt Prof. Dr. Maria Kristina Parr, Vizepräsidentin für Forschung der Freien Universität Berlin.
Die Sozialwissenschaftlerin und Osteuropa-Expertin Dr. Anna Abalkina forscht am Osteuropa-Institut der Freien Universität Berlin zu wissenschaftlichem Fehlverhalten im Publikationswesen. Sie entwickelte neue Methoden zur Identifizierung verdächtiger Fachartikel und ist Mitgründerin des Retraction Watch Hijacked Journal Checker, einer öffentlich zugänglichen Webseite, auf der aktuell mehr als 400 Raubjournale gelistet sind. Für ihre Arbeiten wurde sie 2024 in die renommierte Liste „Nature's 10“ der gleichnamigen Fachzeitschrift aufgenommen. Abalkina engagiert sich mit Publikationen, Vorträgen und als Gutachterin in Verdachtsfällen für die Qualitätssicherung wissenschaftlicher Publikationen.
Jun.-Prof. Dr. María Piquer-Rodríguez leitet die Arbeitsgruppe „Modelling Human-Environmental Interactions“ am Institut für Geographische Wissenschaften der Freien Universität Berlin. In ihrer Forschung untersucht sie sozio-ökologische Landsysteme, Landnutzungswandel und nachhaltige Landnutzung in Lateinamerika. Ihre Vorlagen für Nutzungsvereinbarungen zu Forschungsdaten werden bereits in Forschung und Lehre der Freien Universität eingesetzt, an anderen Universitäten genutzt und auf Fachtagungen diskutiert. (jkr)
Weitere Informationen
- zum Rosalind-Franklin-Preis für wissenschaftliche Integrität: https://www.fu-berlin.de/sites/gwp/rosalind-franklin-preis/index.html
- zur FU-Koordinationsstelle für wissenschaftliche Integrität: https://www.fu-berlin.de/sites/gwp/index.html
- zu Dr. Anna Abalkina: https://www.oei.fu-berlin.de/politik/Team/lehrstuhl/Abalkina.html
- zu Jun.-Prof. Dr. María Piquer-Rodríguez: https://www.geo.fu-berlin.de/en/geog/fachrichtungen/menschumwelt/Modelling-Human...
Kontakt
- Dr. Thomas Weitner, Freie Universität Berlin, Koordinationsstelle für wissenschaftliche Integrität, E-Mail: thomas.weitner@fu-berlin.de
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Studierende, Wissenschaftler, jedermann
fachunabhängig
überregional
Wettbewerbe / Auszeichnungen
Deutsch

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