idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
idw-Abo


Instanz:
Teilen: 
30.07.2026 10:25

Schwangerschaft nach CAR-T-Zelltherapie

Blandina Mangelkramer Presse und Kommunikation
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

    Studie zeigt neue Perspektiven für Frauen mit Autoimmunerkrankungen

    Autoimmunerkrankungen wie der systematische Lupus Erythematodes betreffen vor allem junge Frauen, häufig in einer Lebensphase, in der ein Kinderwunsch besteht. Die Erkrankung selbst sowie notwendige immunsuppressive Therapien erschweren eine Schwangerschaft oder machen sie zeitweise unmöglich. CAR T-Zellen können hier einen entscheidenden Vorteil für diese junge Frauen bieten, da diese Therapie nachhaltig die Autoimmunerkrankung zum Stillstand bringen kann. Eine internationale Studie unter der Leitung von Prof. Dr. Georg Schett (Direktor der Medizinischen Klinik 3 – Rheumatologie und Immunologie des Universitätsklinikums Erlangen und der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) zeigt erstmalig, dass Frauen mit Autoimmunerkrankungen nach einer erfolgreichen CAR T-Zelltherapie eine normale und unproblematische Schwangerschaft erleben und gesunde Kinder zur Welt bringen können. Diese Ergebnisse wurden nun im New England Journal of Medicine veröffentlicht.

    Autoimmunerkrankungen greifen in erster Linie junge Frauen an und durchkreuzen dabei die Familienplanung. Schwangerschaften sind bei Frauen mit Autoimmunerkrankungen aus verschiedenen Gründen risikoreicher: Zum einen kann die Krankheitsaktivität das Wohlbefinden und die Organfunktionen in Nieren, Herz und Lungen beeinträchtigen und sowohl die Mutter als auch das Kind gefährden. Zum anderen sind viele der immunsuppressiven Medikamente während der Schwangerschaft nicht sicher und müssten daher abgesetzt werden. Zusätzlich verschlechtern sich häufig Autoimmunerkrankungen, wie Lupus, in der Schwangerschaft und stellen damit ein hohes Risiko für das Leben von Mutter und Kind dar.

    Wie hilft eine CAR T-Zelltherapie Patient/-innen?

    Durch die CD19-CAR T-Zelltherapie werden gezielt die krankheitsverursachenden B-Zellen eliminiert, so dass bei vielen Patientinnen und Patienten eine langanhaltende krankheitsfreie Remission erreicht werden kann. Nach der Behandlung benötigen die Betroffenen keine immunsuppressiven Medikamente mehr und gewinnen ihre Lebensqualität zurück.

    Was ist über Schwangerschaften und CAR T-Zelltherapien bekannt?

    In einer bahnbrechenden Arbeit unter Leitung von Prof. Dr. Georg Schett an der Forschungsgruppen aus Deutschland, der Schweiz, Frankreich, Belgien und den USA beteiligt waren, konnte nun gezeigt werden, dass eine CAR T-Zelltherapie Frauen mit Autoimmunerkrankungen eine normale Schwangerschaft und die Geburt eines gesunden Kindes ermöglichen kann. Die Forschenden analysierten erstmals systematisch Schwangerschaften nach einer CAR T-Zelltherapie bei Patientinnen mit schweren Autoimmunerkrankungen. Insgesamt wurden 14 Schwangerschaften und 8 Geburten bei jungen Frauen mit Autoimmunerkrankungen dokumentiert. Alle Schwangerschaften verliefen komplikationslos, alle Säuglinge kamen gesund zur Welt und entwickelten ein altersentsprechendes Immunsystem.

    Erkrankung tritt nicht wieder auf, Medikamente sind nicht mehr nötig

    Eine spannende Erkenntnis dieser Studie ist auch, dass es bei den Schwangerschaften zu keinem Wiederauftreten der Autoimmunerkrankung kam, obwohl keinerlei immunsuppressive Medikamente mehr eingenommen wurden. Dieser große Freiheitsgrad, der durch die Heilung und zumindest das Ruhen der chronischen Erkrankung einerseits sowie den vollständigen Wegfall der Therapie anderseits entsteht, unterstützt junge Frauen in ihrer Entscheidung für Kinderwunsch und Familiengründung. Durch eine erfolgreiche CAR T-Zelltherapie rückt damit nachhaltige Gesundheit und ein selbstbestimmtes Leben für Frauen mit Autoimmmunerkrankungen in den Vordergrund.

    Über die Studie

    Die Arbeit wurde im Deutschen Zentrum Immuntherapie (DZI) des Uniklinikums Erlangen in Kooperation mit Zentren in Berlin, Paris, Bern, Leuven und New York durchgeführt und durch den Sonderforschungsbereich 1755 CASCAID unterstützt.

    Direkt zur Studie:
    https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMc2607737

    Bildmaterial zum Download:
    https://www.fau.de/2026/07/news/forschung/immunologie/schwangerschaft-nach-car-t...

    Kontakt für Medien:
    Prof. Dr. Georg Schett
    Medizinische Klinik 3 – Rheumatologie und Immunologie
    Tel.: 09131/85-39109
    wissenschaftsmanagement.m3@uk-erlangen.de


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Prof. Dr. Georg Schett
    Medizinische Klinik 3 – Rheumatologie und Immunologie
    Tel.: 09131/85-39109
    wissenschaftsmanagement.m3@uk-erlangen.de


    Originalpublikation:

    https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMc2607737


    Weitere Informationen:

    https://www.fau.de/2026/07/news/forschung/immunologie/schwangerschaft-nach-car-t... Bildmaterial zum Download


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Forschungsergebnisse
    Deutsch


     

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).