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11.09.2026 13:30

GPCRnet: Internationale Tagung zum Thema „G-Protein gekoppelte Rezeptoren“ in Leipzig

Susann Sika Stabsstelle Universitätskommunikation / Medienkommunikation
Universität Leipzig

    Vom 13. bis 15. September 2026 bringt das internationale Symposium GPCRnet’26 führende Wissenschaftler:innen auf dem Gebiet der G-Protein-gekoppelten Rezeptoren (GPCR) an der Universität Leipzig zusammen. Gemeinsam organisiert vom Sonderforschungsbereich 1423 „Structural Dynamics of GPCR Activation and Signaling“ und dem internationalen Forschungsnetzwerk i-GPCRnet, spannt das Treffen einen Bogen von der Evolution und Struktur G-Protein-gekoppelter Rezeptoren über ihre Dynamik und Signalübertragung bis hin zur computergestützten Entwicklung neuer Wirkstoffe. GPCRs steuern einen erheblichen Teil der Kommunikation unserer Zellen.

    Das Symposium, zu dem etwa 300 Teilnehmende aus über 20 Ländern erwartet werden, soll gezielt international etablierte Forschende mit Nachwuchswissenschaftler:innen zusammenzubringen. Das Programm spiegelt die aktuellen Entwicklungen des Forschungsfeldes wider. Zu den Keynote-Sprechern gehören Madan Babu (St. Jude Children’s Research Hospital, USA) mit Data-Science-Ansätzen für GPCR-Signalübertragung und Wirkstoffentwicklung, Georgios Skiniotis (St. Jude Children’s Research Hospital, USA) zur strukturellen Dynamik der GPCR-G-Protein-Aktivierung, Vsevolod Katritch (University of Southern California​, USA) zur Verbindung physikbasierter Methoden und künstlicher Intelligenz in der Wirkstoffentwicklung, Evi Kostenis (Universität Bonn​) zu neuen Konzepten der GPCR-Signalübertragung sowie Jürgen Wess (National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases, National Institutes of Health, USA) zur Bedeutung von GPCRs für Glukose- und Energiehomöostase – einem körpereigenen Regulationssystem, das den Blutzuckerspiegel und den Energiehaushalt stabil hält.

    Weitere Beiträge beschäftigen sich unter anderem mit KI-basiertem Design neuer GPCR-Liganden, Einzelmolekülmethoden, Biosensoren und neuen therapeutischen Ansätzen. An den drei Konferenztagen stehen 35 Vorträge und 110 Posterpräsentationen auf dem Programm. Bei der Abschlussveranstaltung am Dienstag, dem 15.09.2026, werden in der Moritzbastei die Posterpreise für herausragende Beiträge des wissenschaftlichen Nachwuchses vergeben.

    SFB 1423 – Aktuelle Ergebnisse und Ausblick

    Der Sonderforschungsbereich 1423 (SFB) “Strukturelle Dynamiken der GPCR-Aktivierung und -Signaltransduktion” ist eine von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte, vierjährige Forschungseinrichtung, an der fünf Fördereinrichtungen beteiligt sind: die Universität Leipzig, die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, die Charité – Universitätsmedizin Berlin, die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und die Universitätsklinik Mainz. Forschende aus biochemischen, biomedizinischen und computerwissenschaftlichen Kontexten arbeiten über die Grenzen ihrer jeweiligen Institutionen und Disziplinen hinweg zusammen, um ein umfassendes Verständnis der Auswirkungen der Strukturdynamik auf die Funktion des GPCR zu erhalten.

    In seiner zweiten Förderperiode von 2024 bis 2027 untersucht der SFB1423 in derzeit 23 Projekten Struktur, Dynamik und Funktion von GPCRs – der größten Familie von Membranrezeptoren. Forschende aus Lebenswissenschaften, Medizin, Pharmazie und Bioinformatik verbinden dafür strukturbiologische, biochemische und funktionelle Experimente mit computergestützten Verfahren.

    „Entscheidende Fortschritte entstehen heute an den Grenzen klassischer Disziplinen. Wenn Strukturbiologie, Chemie, Pharmakologie, Zellbiologie und computergestützte Methoden zusammenkommen, können wir nicht nur besser verstehen, wie Rezeptoren funktionieren, sondern dieses Wissen auch für die Entwicklung neuer Wirkstoffe nutzen“, sagt Prof. Dr. Annette Beck-Sickinger, Sprecherin des SFB 1423. Aktuelle Arbeiten stünden exemplarisch für die wissenschaftliche Breite des SFB. Eine 2026 in Nature veröffentlichte Studie zeigte beispielsweise, wie unterschiedliche Liganden einen GPCR über verschiedene Aktivierungswege führen und dadurch seine Signalübertragung bestimmen können.

    „GPCRs sind keine einfachen molekularen Schalter, sondern hochdynamische Proteine. In der zweiten Förderperiode können wir immer genauer verfolgen, wie ihre Bewegungen ihre Liganden und ihre zelluläre Umgebung bestimmen, welches Signal am Ende in einer Zelle entsteht. Unser Ziel ist es, aus diesem mechanistischen Verständnis neue Möglichkeiten abzuleiten und Rezeptorfunktionen gezielt pharmakologisch zu beeinflussen“, erklärt Prof. Dr. Torsten Schöneberg, stellvertretender Sprecher des SFB1423.

    Bis zum Ende der Förderperiode 2027 sollen die neuen Erkenntnisse noch stärker zusammengeführt werden: Wie stabilisieren unterschiedliche Liganden bestimmte Rezeptorzustände? Wie entstehen daraus spezifische zelluläre Signale? Und wie lässt sich dieses Wissen für neue pharmakologische Ansätze nutzen? Dafür sollen experimentelle Strukturbiologie, funktionelle Untersuchungen und computergestützte Verfahren noch enger miteinander verbunden werden.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Prof. Dr. Annette Beck-Sickinger
    Telefon: +49 341 97 - 36901
    E-Mail: abeck-sickinger@uni-leipzig.de

    Prof. Dr. Torsten Schöneberg
    Telefon: +49 341 97-22150
    E-Mail: torsten.schoeneberg@medizin.uni-leipzig.de


    Weitere Informationen:

    https://research.uni-leipzig.de/sfb1423/symposium-gpcrnet26/
    https://research.uni-leipzig.de/sfb1423/


    Bilder

    Posterausstellung des "4GPCRnet" Symposiums im Jahr 2022 im Paulinum.
    Posterausstellung des "4GPCRnet" Symposiums im Jahr 2022 im Paulinum.
    Quelle: Annett Albrecht
    Copyright: Universität Leipzig


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    Biologie, Chemie, Medizin
    überregional
    Kooperationen, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


     

    Posterausstellung des "4GPCRnet" Symposiums im Jahr 2022 im Paulinum.


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