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13.06.2005 11:06

Forschungsverbund zum Thema "Hybridität"

Volker Schulte Stabsstelle Universitätskommunikation / Medienredaktion
Universität Leipzig

    Gemeinsame Sitzung von Vorstand und Kuratorium des Ibero-Amerikanischen Forschungsseminars der Universität Leipzig über die Ergebnisse der Arbeit in den letzten beiden Jahren und die Aktivitäten bis 2007 in Forschung und Lehre sowie für die Internationalisierung.

    Das Ibero-Amerikanische Forschungsseminar (IAFSL) hat ein Konzept für einen internationalen Forschungsverbund zum Thema "Inszenierungen der Hybridität. Wissensproduktion und Wahrnehmung im Verhältnis Lateinamerika, Europa und USA" entwickelt. Der Projektantrag wird im Juli bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft eingereicht. Wie Direktor Prof. Dr. Alfonso de Toro auf der Kuratoriumstagung des IAFSL am 10. Juni in Leipzig sagte, verstehe er dieses Unternehmen als ein Signal für die Lateinamerikanistik, die in Deutschland nicht die Unterstützung erfahre, die sie angesichts der Bedeutung ihres Gegenstandes benötige, dass sich die Einzelkämpfer zusammenschließen und eine größere Vernetzung in der Romanistik erreichen.
    Wissenschaftler der Universitäten in Freiburg, Düsseldorf, Gießen, München, der Humboldt-Universität in Berlin und der Universität Leipzig haben sich bereits integriert, zugleich wurde schon über ein Dutzend Partner in Europa, den USA und Lateinamerika gewonnen. Das große Interesse erklärt sich nicht zuletzt dadurch, dass der Begriff der Hybridität (das Vermischte, von zweierlei Herkunft) seine frühere negative Verwendung im Sinne von Rassenmischung hinter sich gelassen hat und zu einer zentralen Kategorie lateinamerikanischer Kultur und Lebensweise geworden ist. So wird die erkenntnistheoretische Potenz und Relevanz des Begriffs der Hybridität für das 20. und 21. Jahrhundert untersucht, aber ebenso seine historische Dimension, etwa an Hand der seit 1492 entstandenen Chroniken der Entdecker und Eroberer. Die "schwarze Legende" von der bloßen Zerstörung der präkolumbinischen Kultur durch die Spanier, so Alfonso de Toro, werde zurzeit revidiert. Die Neubewertung der geschichtlichen Entwicklung strahle auch auf Europa zurück, so werde zu untersuchen sein, wie sich der alte Kontinent durch die Entdeckung Amerikas verändert habe; die europäische Moderne sei ohne die "Neue Welt" nicht denkbar. Ein Anliegen des Hybriditäts-Projektes ist es, die unterschiedlichen historischen und kulturellen Ausprägungen wie Reiseberichte, Chroniken, Theater, Performance, Film, bildende Kunst und Gender-Repräsentationen miteinander zu vernetzen.
    In seinen Bilanz- und Ausblick-Ausführungen informierte Prof. de Toro auch über den Aufbau eines "Amerika-Forschungsclusters" in Zusammenarbeit bislang mit dem Institut für Amerikanistik und dem Historischen Seminar und über die Einrichtung der zwei Masterstudiengänge "Lateinamerika-Studien" und "Spanien- und Portugal-Studien" am Institut für Romanistik sowie die Vorbereitung des Erasmus-Mundus-Studienganges "Latinamerica European Master" mit den Universitäten Venedig und Alcalá und mehreren Übersee-Hochschulen als Partnern.


    Weitere Informationen:
    Prof. Dr. Alfonso de Toro
    Telefon: 0341 97-37490
    E-Mail: detoro@rz.uni-leipzig.de
    www.uni-leipzig.de/~iafsl


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Geschichte / Archäologie, Gesellschaft, Kunst / Design, Musik / Theater, Philosophie / Ethik, Religion, Sprache / Literatur
    überregional
    Forschungsprojekte, Studium und Lehre
    Deutsch


     

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