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17.04.2008 10:04

Sind Frauen die besseren Mediziner?

Gabriele Rutzen Presse und Kommunikation
Universität zu Köln

    Sind Frauen die besseren Mediziner?
    Diabetiker werden durch Ärztinnen besser versorgt als durch Ärzte

    Ob eine Ärztin oder ein Arzt sich um die Be-handlung eines Diabetikers bemüht, macht in mancherlei Hinsicht einen deutlichen Unterschied. Dies zeigt eine Studie der Medizinischen Klinik II der Universität Köln an mehr als 50.000 Patientinnen und Patienten. Ob Blutzu-cker, Blutfette oder Blutdruck - die Behandlungsziele werden bei der Volks-krankheit Diabetes durch Leitlinien vorgegeben, an denen sich Ärzte und Patienten orientieren sollen. Und diese Leitlinien werden durch Ärztinnen konsequenter umgesetzt als durch ihre männlichen Berufskollegen. Über sechs Millionen Menschen in Deutschland leiden an Typ 2 Diabetes und ihre Zahl steigt ständig. Diabetiker haben ein stark erhöhtes Risiko an Herzinfark-ten und anderen Komplikationen des Gefäßsystems zu erkranken und zu sterben. Eine möglichst gute Behandlung der Risikofaktoren, wie Bluthoch-druck, Fettstoffwechselstörungen und erhöhten Blutzucker ist deshalb die wichtigste Maßnahme für die Prävention.
    "Dass das Patientengeschlecht eine Rolle bei der Versorgungsqualität spie-len kann, war in der Medizin bereits bekannt - wobei Frauen häufig schlech-ter behandelt werden", sagte die Kölner Internistin und Oberärztin der Medi-zinischen Klinik II, Professor Ioanna Goubni-Berthold. "Wir waren aber über-rascht, dass auch das Geschlecht der Ärzte einen Einfluss hat." Die Patien-ten von Ärztinnen, gleichgültig ob Männer oder Frauen, erreichen im Durch-schnitt bessere Werte bei den Risikofaktoren Bluthochdruck und Cholesterin. Sie erhalten häufiger Diabetikerschulungen und kommen aber mit weniger Diabetesmedikamenten aus. Auch Selbstmessungen des Blutzuckers wer-den bei den Patienten von Ärztinnen seltener durchgeführt, aber ihr Blutzu-cker ist dennoch besser eingestellt.
    Die Gründe für die Unterschiede liegen möglicherweise darin, dass die Be-handlung von Diabetikern eine kooperative ärztliche Betreuung erfordert. Besondere Kenntnisse in der Gesprächsführung und Motivationstechnik sind wichtig, damit die Patienten in einem partnerschaftlichen Arzt-Patienten-Verhältnis eine aktive Rolle bei der Behandlung ihrer Zuckerkrankheit errei-chen. "Es ist nicht auszuschließen, dass die ärztliche Kunst bei der Behand-lung von Diabetikern den Medizinerinnen besser gelingt als ihren männlichen Kollegen", sagte Gouni-Berthold.

    Die Studie wurde am 4. April 2008 in dem Fachblatt "Journal of Internal Me-dicine" veröffentlicht.

    Bei Rückfragen: Prof. Dr. Ioanna Gouni-Berthold,
    Tel.: 0221-478-4070
    ioanna.berthold@uni-koeln.de

    Internet: http://www.uk-koeln.de/kliniken/innere2/

    Verantwortlich: Sina Vogt, Dr. Patrick Honecker


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
    regional
    Forschungsergebnisse
    Deutsch


     

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