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28.04.2008 10:18

Weltweite Klimafolgenforschung mit GLORIA. Neue Kooperation zwischen der Universität Wien und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften

Veronika Schallhart Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungsmanagement
Universität Wien

    Ein neuer Kooperationsvertrag zwischen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) und der Universität Wien sichert das weltweite, ökologische Forschungsprojekt GLORIA nun auch langfristig. Ziel von GLORIA ist es, Veränderungen im Hochgebirge in Folge des Klimawandels über lange Zeiträume hinweg zu beobachten. Begründet hat diese Forschungsinitiative ein Team um Georg Grabherr, Vizedekan der Fakultät für Lebenswissenschaften der Universität Wien. GLORIA liefert mit seinen Beobachtungen klare Beweise in der Klimawandeldebatte. Prognosen werden dadurch verlässlicher.

    Hochgebirge, vor allem die alpine Zone über der Waldgrenze und die Ewigschneestufe, bieten ein einmaliges Feld für die Klimafolgenforschung. Hier leben Pflanzen und Tiere an den Kältegrenzen des Lebens, d.h. Klimaänderungen - Erwärmung im speziellen - manifestieren sich besonders klar. Es ist auch jener Lebensbereich, der von direkten Nutzungseingriffen durch den Menschen wenig oder gar nicht beeinflusst ist, im Gegensatz zum Kulturland oder Wirtschaftswäldern. Das Monitoring von klimainduzierten Veränderungen in der alpinen Zone, unterstützt durch Computermodelle und Experimente, ist daher eines jener Forschungsfelder, das sichere Aussagen zur ökologischen Wirkung des Klimawandels zulässt.

    GLORIA hat weltweit über 50 Dauerbeobachtungsstationen

    Begonnen hat das internationale Monitoringprogramm GLORIA (Global Observation Research Initiative in Alpine Environments) mit dem Pilotprojekt GLORIA-Europe, das von der Europäischen Kommission unterstützt und in 18 europäischen Gebirgsregionen umgesetzt wurde. Inzwischen haben mehr als 50 Arbeitsgruppen, von den Anden bis zum Polaren Ural, von der Sierra Nevada Kaliforniens bis zum Hengduan Shan in China, Dauerbeobachtungsstationen in ausgewählten Bergregionen nach einem standardisierten Methodenkanon angelegt.

    Durch die neue Kooperation übernimmt das GLORIA-Koordinationsteam eine internationale Führungsrolle im Bereich der ökologischen Klimafolgenforschung im Hochgebirge. Die Arbeitsgruppe ist am Department für Naturschutzbiologie, Vegetations- und Landschaftsökologie der Fakultät für Lebenswissenschaften der Universität Wien verankert. Als solche ist sie auch Teil der Forschungsstelle "Gebirgsforschung: Mensch und Umwelt" der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Innsbruck und Wien. Das GLORIA-Team koordiniert das Netzwerk mit den lokalen Arbeitsgruppen, moderiert Kooperationen (z.B. mit UNESCO, FAO, EEA) und betreut die zentrale Datenbank sowie die Auswertung der Daten.

    GLORIA liefert konkrete Nachweise für die ökologischen Folgen des Klimawandels

    Darüber hinaus führt das Wiener GLORIA-Team selbst Forschung durch, u. a. an der GLORIA Master-Station Schrankogel (3.496m) in den Tiroler Alpen. Dort wurde durch den Vergleich an mehreren hundert Beobachtungsflächen zwischen den Jahren 1994 und 2004 nachgewiesen, dass die an Kälte angepassten Pflanzenarten der höchsten Lagen bereits abnehmen.

    Kontakt
    O. Univ.-Prof. Mag. Dr. Georg Grabherr
    Vizedekan der Fakultät für Lebenswissenschaften
    Leiter des Departments für Naturschutzbiologie, Vegetations- und Landschaftsökologie
    1090 Wien, Althanstraße 14 (UZA I)
    T +43-1-4277-543 70
    M +43-664-602 77-543 70
    georg.grabherr@univie.ac.at

    Rückfragehinweis
    Mag. Veronika Schallhart
    Öffentlichkeitsarbeit
    Universität Wien
    1010 Wien, Dr.-Karl-Lueger-Ring 1
    T +43-1-4277-175 30
    M +43-664-602 77-175 30
    veronika.schallhart@univie.ac.at

    Dr. Marianne Baumgart
    Büro für Öffentlichkeitsarbeit
    Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW)
    1010 Wien, Dr. Ignaz Seipel-Platz 2
    T +43-1-515 81-1219
    marianne.baumgart@oeaw.ac.at


    Weitere Informationen:

    http://www.gloria.ac.at
    http://www.univie.ac.at/175


    Bilder

    Riesenpolsterpflanze Azorella compacta auf 4.800m im GLORIA- Untersuchgsgebiet Sajama (Bolivien); die an kalte Lebensräume der Hochanden angepasste Art kann ein Alter von über 1000 Jahren erreichen.
    Riesenpolsterpflanze Azorella compacta auf 4.800m im GLORIA- Untersuchgsgebiet Sajama (Bolivien); di ...
    Quelle: Harald Pauli, Universität Wien

    Die Alpen-Mannsschild kommt nur in Hochlagen der Alpen vor. Ein Rückgang dieses "Kältespezialisten" am Schrankogel (Tirol) wurde bereits festgestellt.
    Die Alpen-Mannsschild kommt nur in Hochlagen der Alpen vor. Ein Rückgang dieses "Kältespezialisten" ...
    Quelle: Harald Pauli, Universität Wien


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Biologie, Meer / Klima, Umwelt / Ökologie
    überregional
    Forschungsprojekte
    Deutsch


     

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