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Wissenschaft
Es muss nicht immer Abitur sein: Auch nach Meister- oder Techniker-Ausbildung ist Studium möglich. In Niedersachsen - als erstem Bundesland überhaupt - gibt es diese Möglichkeit bereits seit 1994. Mit bewährten und neuen Angeboten unterstützt die Fakultät Ingenieurwissenschaften und Informatik (IuI) der FH Osnabrück Meisterinnen und Meister sowie Technikerinnen und Techniker beim Studieneinstieg.
"Es sind schon besondere Studenten, sie sind angenehm, anspruchsvoll und fleißig. Sie wissen, worauf es in der Praxis ankommt, und können zielgerichtet und schnell studieren. Nach dem Abschluss bekommen sie meist Sahnehäubchen-Stellen." So beschreibt die Mathematik-Dozentin der Fakultät IuI Thekla Steinfeld Studierende mit Meisterbrief oder Techniker-Abschluss. Und sie muss es wissen: Seit vielen Jahren organisiert sie spezielle Angebote für solche Studenten.
Regelmäßig treffen sich Meister und Techniker in den frühen Abendstunden, um ihre Mathematikkenntnisse aufzufrischen, Tipps zum Studium auszutauschen oder berufliche Perspektiven zu besprechen. "Es ist ein gut funktionierendes, fachübergreifendes Netzwerk", sagt Thekla Steinfeld. Trotz verschiedener Berufe haben die Meister- und Techniker-Studierenden Probleme, die allen gemein sind. Dabei unterstützen höhere Semester Studienanfänger - mit Fachwissen und mit Erfahrung. Denn für viele ist das Studium eine große Umstellung.
"Oft fehlen uns als Meister-Studenten bestimmte Kenntnisse, weil wir kein Abitur haben", erklärt Ralph Schippmann. "Bei älteren Semestern oder bei Mentoring-Treffen bekommt man dann wertvolle Hilfe beim Studium und seiner Organisation."
Ein neues Angebot, das sogenannte "nullte Semester", wird es für studieninteressierte Meister und Techniker ab dem Sommersemester 2009 geben. Ziel ist, sie bereits vor der Einschreibung mit der Fachhochschule vertraut zu machen. Anmeldungen nimmt Thekla Steinfeld ab jetzt unter t.steinfeld@fh-osnabrueck.de entgegen. Alle Interessierten werden dann zu abendlichen Mathematikübungen und zu Netzwerk-Treffen eingeladen.
Vorteile des "nullten Semesters" zählt einer seiner Initiatoren, Matthias Eberhard, auf: "Schon vor dem Studienbeginn kann man andere Meister und Techniker kennen lernen und in unser Netzwerk einsteigen. Hier bekommen die künftigen Studierenden wichtige Vorabinformationen zum Ablauf des Studiums, zu Erwartungen an Studenten und zu Leistungsansprüchen an der FH Osnabrück. Auch grundlegende Tipps und Vermittlung von speziellen Lerntechniken sind nicht zu unterschätzen. Letztlich sammelt man erste Eindrücke, macht sich mit der Fakultät vertraut und bekommt jede Menge Motivation - all das ist wichtig für Studieneinsteiger."
Dabei ist Matthias Eberhard selbst ein gutes Beispiel dafür, dass Meister mit Fleiß und Talent sehr erfolgreich studieren können. Als einer der sechs besten Studienanfänger im Bereich Maschinenbau erhielt er im Vorjahr ein Stipendium der Landmaschinenfabrik Bernard Krone GmbH. Matthias Eberhardt, der einen Meisterbrief als Raumausstatter erworben hat, sieht seine Zukunft in der Entwicklung und Produktion von Maschinen. "In diesem Bereich kann ich mein Interesse an technischen Entwicklungen mit selbständigem und kreativem Arbeiten verbinden", ist er sicher.
Niedersachsen ist das erste Bundesland, in dem Meister ohne Abitur studieren können, und das seit nunmehr 14 Jahren. Es stehen ihnen alle Fachrichtungen an den niedersächsischen Fachhochschulen und fachgebundene Universitätsstudien ohne spezielle Auswahlverfahren offen. Damit wird die berufliche der schulischen Bildung gleichgestellt.
Meister- und Techniker-Studierende bekommen Unterstützung von Thekla Steinfeld und älteren Semestern ...
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Elektrotechnik, Maschinenbau, Werkstoffwissenschaften
regional
Studium und Lehre
Deutsch

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