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10.11.2008 13:21

So kommen Wildtiere warm durch den Winter

Eva Goris Kommunikation
Deutsche Wildtier Stiftung

    "Warum kriegen Enten im Winter keine kalten Füße?", fragen sich viele Spaziergänger, wenn sie die Wasservögel auf zugefrorenen Teichen stehen sehen. Dr. Dieter Martin, Biologe der Deutschen Wildtier Stiftung, kennt die Antwort.

    "Warum kriegen Enten im Winter keine kalten Füße?", fragen sich

    viele Spaziergänger, wenn sie die Wasservögel auf zugefrorenen Teichen stehen sehen. Dr. Dieter

    Martin, Biologe der Deutschen Wildtier Stiftung, kennt die Antwort. "Sie haben kalte Entenfüße,

    in die nur sehr wenig Blut strömt." Auf dem Weg in die Füße kühlt das Blut von etwa 40 Grad auf

    sechs Grad ab. "Hätten Enten warme Füße, würden sie das Eis, auf dem sie stehen, antauen und

    dann mit dem Schmelzwasser festfrieren", erläutert Dr. Martin. Jetzt im Spätherbst müssen sich

    die Wildtiere in Deutschland "warm anziehen", um den Winter zu überleben. Bei den

    unterschiedlichen Überlebensstrategien spielt Luft eine wichtige Rolle.

    Ein dichtes Federkleid schützt die daheimgebliebenen Vögel vor der Kälte. "Doch zwischen den

    einzelnen Federn liegen Luftschichten, die als zusätzliche Wärmeisolatoren fungieren: Diese

    Luftpolster schützen die Vögelkörper vor dem Auskühlen", sagt Dr. Martin. Viele Vögel machen

    sich obendrein "dicke": Sie plustern sich auf, um die Luftschichten zwischen den Federn noch zu

    vergrößern. Federn von Wasservögeln sind außerdem gefettet und wasserabweisend. Enten zum

    Beispiel haben eine spezielle Fettdrüse am Schwanz, die Bürzeldrüse. Mit dem Schnabel verteilen

    sie das Fett aus dieser Drüse im Federkleid.

    Wer jetzt draußen überleben will, muss ein dickes Fell haben: Der Fischotter hat z.B. mit 50 000

    Haaren pro Quadratzentimeter sicher den dichtesten Winterpelz. Viele Wildtiere haben ein Oberund

    ein Unterfell. Auch Säugetiere verdanken Luftschichten zwischen den Haaren, dass sie vor

    strenger Kälte geschützt sind. Meist ist das Unterfell dicht und kurz: ist es knackig kalt, stellen die

    Tiere diese Haare auf.

    "Große Tiere kühlen wesentlich langsamer aus als kleine", sagt Dr. Martin von der Deutschen

    Wildtier Stiftung. Dem Feldhasen wachsen im Winter zusätzliche Wollhaare: Sein Fell wird viel

    dichter und isoliert deshalb besser gegen die Kälte. Auch im Haarkleid des Hasen staut sich Luft,

    die gut gegen Kälte wirkt. Beim Rothirsch bestehen die Haare aus drei Schichten: der Mark- und

    der Rindenschicht sowie dem Oberhäutchen. Die Markschicht ist ebenfalls lufthaltig und sorgt für

    einen effektiven Wärmeschutz. Im Winter sind die Wollhaare besonders dicht. Das Haar ist

    doppelt so lang wie im Sommerfell. Der Fellwechsel ist jetzt im Herbst. Während das rötlichbraune

    Sommerfell dem Rothirsch seinen Namen gab, ist das Winterfell graubraun gefärbt.

    Das Deckhaar der Wildschweine ist jetzt dunkelgrau bis braun-schwarz. Die borstigen Deckhaare

    sind bis zu 25 Zentimeter länger als im Sommer. Darunter liegt die kurze dicke Unterwolle. Auch

    im Wildschwein-Fell sind zwischen den Haaren Luftkammern eingeschlossen, die die Abgabe von

    Körperwärme verhindert. Jetzt im November ist der Fellwechsel bei Wildschweinen

    abgeschlossen. Sie haben sich an Bäumen gescheuert, um die alten Haare loszuwerden.

    Wildschweine rotten sich im Winter mit ihren Artgenossen zusammen, um sich zu wärmen.

    Außerdem haben sie sich - wie viele Wildtiere - eine dicke Speckschicht angefressen, um gut

    durch den Winter zu kommen.


    Weitere Informationen:

    http://E.Goris@DeutscheWildierStiftung.de
    http://www.DeutscheWildtierStiftung.de


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Biologie, Tier / Land / Forst
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer
    Deutsch


     

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