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24.02.2009 15:31

'Die nächtliche Heerschau' - Handschriftliches Gedicht von Alexandre Dumas entdeckt

Stephan M. Hübner Marketing und Kommunikation
Goethe-Universität Frankfurt am Main

    FRANKFURT. Eine Lithografie mit einem von Alexandre Dumas (1802 bis 1870) handschriftlich notierten Gedicht ist bei Aufräumarbeiten im Archivzentrum der Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg gefunden worden.

    Es handelt sich um das Gedicht 'La Revue Nocturne', Dumas' wortgetreue Übersetzung des Gedichts 'Die nächtliche Heerschau' von Joseph Christian Freiherr von Zedlitz (1796 bis 1869) ins Französische, die er auf den breiten Rand der Lithografie schrieb. Mathias Jehn, Leiter des Archivzentrums, ordnete das Gedicht anhand eines Schriftvergleichs zweifelsfrei dem berühmten französischen Romanautor zu. Die Arbeit, so Jehn, sei um 1857 - anlässlich Dumas' Kaufs einer Lithografie mit der Darstellung Napoleons von Denis Auguste Marie Raffet (1804 bis 1860) - entstanden und greift die Mythosbildung Napoleons auf. Insgesamt sind etwa 20 Exemplare des Gedichts Dumas' in europäischen Archiven und Bibliotheken vorhanden.

    Das Werk von Alexandre Dumas ist insgesamt sehr gut erhalten. Sämtliche 22 Verse des Gedichts sind handschriftlich auf Papier gebracht und in Wechselreimen verfasst. An einigen Stellen liegen stärkere Gebrauchsspuren und Einschnitte vor. Am unteren Ende ist das Gedicht eigenhändig signiert. Ein nachträglich in den 1920er-Jahren angebrachter Vermerk nennt 500 Mark als Kaufsumme.

    "Die Lithografie mit dem Gedicht von Alexandre Dumas kam bereits Mitte der 1960er-Jahre als Leihgabe der Erwin-von-Steinbach-Stiftung in die Frankfurter Universitätsbibliothek", sagt Jehn. Denn im Jahre 1963 schlossen die Stiftung und die Universitätsbibliothek einen Vertrag über die Sammlung des 'Wissenschaftlichen Instituts der Elsass-Lothringer im Reich', in dessen Folge die Institutsbibliothek und die nach dem Zweiten Weltkrieg übrig gebliebenen Reste ihrer Archivbestände in die Obhut der Universitätsbibliothek übergeben wurden. Die Lithografie lag seitdem unerkannt inmitten der über 1.000 übriggebliebenen Karten aus dem elsässisch-lothringischen Raum. Für Jehn gibt das gefundene Gedicht einen Einblick in das Berufsethos des berühmten Autors und sei deshalb gerade für Historiker und Romanisten von besonderem Interesse.

    Das Archivzentrum freut sich, auch solche Dokumente zur literarischen Untersuchung eines der berühmtesten Vertreter der europäischen Literatur in seinen Beständen zu wissen. Das Blatt kann ab sofort im Rahmen der Öffnungszeiten des Archivzentrums, Montag bis Freitag jeweils von 9.30 bis 16.30 Uhr, nach Voranmeldung und im Rahmen der Benutzungsordnung eingehend untersucht werden.

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    Informationen: Dr. Mathias Jehn, Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg, Archivzentrum, Bockenheimer Landstr. 134-138,
    Tel: (069) 798-39007, m.jehn@ub.uni-frankfurt.de

    Bildunterschrift: Die 1836 entstandene Lithografie von Denis Auguste Marie Raffet mit dem Titel 'La Revue Nocturne' zeigt die Kavallerie Napoleons auf Nebel verhangenem Feld. Schemenhaft ist die Silhouette des Kaisers Napoleon zu sehen. Die Darstellung greift die so genannte 'légende Napoléonienne' auf, die heute als Beispiel für die zweite Phase der Mythosbildung Napoleons gilt und aufgrund der Wirklichkeitstreue von kunstgeschichtlicher Bedeutung ist.

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    Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 von Frankfurter Bürgern gegründet, ist sie heute eine der zehn größten Universitäten Deutschlands. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Rund um das historische Poelzig-Ensemble im Frankfurter Westend entsteht derzeit für rund 600 Millionen Euro der schönste Campus Deutschlands. Mit über 50 seit 2000 eingeworbenen Stiftungs- und Stiftungsgastprofessuren nimmt die Goethe-Uni den deutschen Spitzenplatz ein. In drei Forschungsrankings des CHE in Folge und in der Exzellenzinitiative zeigt sich die Goethe-Universität als eine der forschungsstärksten Hochschulen.

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    Herausgeber: Der Präsident der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Redaktion: Stephan M. Hübner, Pressereferent. Abteilung Marketing und Kommunikation, Senckenberganlage 31, 60325 Frankfurt am Main, Tel: (069) 798-23753, Fax: (069) 798-28530, huebner@pvw.uni-frankfurt.de


    Weitere Informationen:

    http://www.muk.uni-frankfurt.de/pm/pm2009/0208/036/ (Bildmaterial)


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Kunst / Design, Sprache / Literatur
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Forschungsergebnisse
    Deutsch


     

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