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18.06.2009 09:05

Etappensieg in der Landesoffensive

Dr. Anne Hardy Marketing und Kommunikation
Goethe-Universität Frankfurt am Main

    Goethe-Universität ist in der dritten Runde der LOEWE-Initiative mit vier Voranträgen erfolgreich

    FRANKFURT. Die Goethe-Universität hat in der dritten Ausschreibung der Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz (LOEWE) einen ersten Etappensieg errungen: Insgesamt wurden hessenweit zwölf von 23 eingereichten Voranträgen zur Vollantragstellung aufgefordert, vier Voranträge davon unter Federführung der Goethe Universität: Sie betreffen die LOEWE-Schwerpunkte 'Neuronale Koordination', 'Digital Humanities' (Digitalisierung und Verfügbarmachung geisteswissenschaftlicher Forschungsinhalte) und 'Personal Finance' (wirtschafts- und rechtswissenschaftliche Grundlagen der Regulierung und Aufsicht) sowie die Gründung des LOEWE-Zentrums 'Gen- und Zelltherapie'. "Dass die Goethe-Universität auch in der dritten Ausschreibungsrunde der LOEWE-Initiative so positiv begutachtet wurde, zeigt, dass wir mit der Förderung und Berufung exzellenter Wissenschaftler sowie der Gestaltung einer attraktiven Forschungsumgebung den richtigen Kurs eingeschlagen haben", freute sich Universitäts-Präsident Prof. Werner Müller-Esterl.

    In dem Projekt 'Neuronale Koordination Forschungsschwerpunkt Frankfurt' unter Federführung von Prof. Ulf Ziemann geht es darum, die Kommunikation der Milliarden von Nervenzellen im menschlichen Gehirn besser zu verstehen. Erst durch die Koordination von Signalen, die lokal, interregional und zwischen den Hirnhälften ausgetauscht werden, entstehen höhere Hirnleistungen wie Wahrnehmung, Gedächtnis, Sprache, Emotion und Bewusstsein. Gestörte neuronale Koordination ist dagegen Ursache oder Ausdruck häufiger Hirnerkrankungen wie Autismus, Schizophrenie, Alzheimer-Demenz, Epilepsien oder Multiple Sklerose. Trotz der mittlerweile akzeptierten herausragenden Bedeutung neuronaler Koordination für Kognition und ihre krankhaften Störungen existiert bislang kein auf dieses Thema fokussierender fächerübergreifender Forschungsverbund. Dieses Manko will der Forschungsverbund angehen.

    Im Bereich der Geisteswissenschaften ist der Antrag 'Digital Humanities' unter der Leitung von Prof. Jost Gippert zur Vollantragstellung aufgefordert worden. In der jüngeren Vergangenheit haben interdisziplinäre Kooperationen begonnen, verschiedenste forschungsrelevante Inhalte zu digitalisieren und verfügbar zu machen, und damit eine bis dato unzugängliche empirische Basis für den wissenschaftlich-methodologischen Fortschritt gelegt. Förderpolitisch wurden diese Aktivitäten bislang nur partiell flankiert. Ziel des ist es nun, die beteiligten geistes- und kulturwissenschaftlichen Disziplinen informationstechnologisch weiter miteinander zu vernetzen, den Einsatz digitaler Erschließungs-, Auszeichnungs- und Analyseinstrumente aufeinander abzustimmen und in den entwickelten methodischen und technischen Forschungsergebnissen nationale und internationale Maßstäbe zu setzen.

    Prof. Roman Inderst hat sich eines aus ökonomischer Sicht brisanten und hochaktuellen Themas angenommen: Personal Finance - Wirtschaftswissenschaftliche und rechtswissenschaftliche Grundlagen einer adäquaten Regulierung und Aufsicht. Relevant ist das Thema dieses Antrages, weil - unabhängig von den Auswirkungen der gegenwärtigen Finanzkrise -, davon auszugehen ist, dass private Haushalte zunehmend eigenständige Finanzentscheidungen treffen können und müssen. Dies betrifft sowohl Spar- und Anlageentscheidungen als auch Kreditentscheidungen. So wird private Altersvorsorge zunehmend wichtig.

    Die Förderlinie 'Zentren' möchte die Goethe-Universität nutzen, um ein neues Leibniz-Institut für die Region zu gewinnen. Zur Vollantragstellung aufgefordert wurde ein Zentrum 'Gen- und Zelltherapie' unter der Federführung von Prof. Andreas Zeiher und Prof. Hubert Serve. Zell- und Gentherapie sind zukunftsträchtige Ansätze zur Verbesserung der Therapie unterschiedlichster Erkrankungen. Dies reicht von der Behandlung einzelner Gendefekte über maligne Erkrankungen bis hin zur regenerativen Medizin. Die exzellenten grundlagenwissenschaftlichen Arbeiten und die erfolgreiche Entwicklung weltweit führenden klinischer Programme im Bereich der Gen- und Zelltherapie bieten eine ausgezeichnete Basis für die Gründung eines solchen Zentrums.

    Zur Vollantragstellung aufgefordert wurden schließlich auch zwei Projekte anderer hessischer Hochschulen, an denen die Goethe-Universität als Partner beteiligt ist. Dies sind der LOEWE-Schwerpunkt 'Dynamo PLV - Dynamische und nahtlose Integration von Produktion. Logistik und Verkehr' (Technische Universität Darmstadt) sowie das geplante 'Zentrum für Insektenbiotechnologie' (ZIB) an der Justus-Liebig-Universität Gießen, das ebenfalls einen LOEWE-Schwerpunkt darstellt.

    Bisher gefördert werden im Rahmen von LOEWE an der Goethe-Universität in Kooperation mit verschiedenen Partnern die Zentren 'Biodiversität und Klima', 'HIC for FAIR' im Bereich der Schwerionenphysik und das 'Centre for Research on Individual Development and Adaptive Education of Children at Risk' (IDeA) im Bereich Pädagogik. Zudem hat die Goethe-Universität bereits einen Schwerpunkt zum Thema 'Lipid Signalling' einwerben können. Das Ergebnis der zweiten Ausschreibungsrunde wird am 8. Juli bekannt gegeben.

    Informationen: Dr. Carola Zimmermann, Forschungsreferentin, Campus Bockenheim, Tel.: (069) 798-22130; zimmermann@pvw.uni-frankfurt.de.

    Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt am Main. 1914 von Frankfurter Bürgern gegründet, ist sie heute eine der zehn größten Universitäten Deutschlands. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Rund um das historische Poelzig-Ensemble im Frankfurter Westend entsteht derzeit für rund 600 Millionen Euro der schönste Campus Deutschlands. Mit über 50 seit 2000 eingeworbenen Stiftungs- und Stiftungsgastprofessuren nimmt die Goethe-Universität den deutschen Spitzenplatz ein. In drei Forschungsrankings des CHE in Folge und in der Exzellenzinitiative zeigte sie sich als eine der forschungsstärksten Hochschulen.

    Herausgeber: Der Präsident
    Abteilung Marketing und Kommunikation, Postfach 11 19 32,
    60054 Frankfurt am Main
    Redaktion: Dr. Anne Hardy, Referentin für Wissenschaftskommunikation Telefon (069) 798 - 2 92 28, Telefax (069) 798 - 2 85 30, E-Mail hardy@pvw.uni-frankfurt.de
    Internet: www.uni-frankfurt.de


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    fachunabhängig
    regional
    Wissenschaftspolitik
    Deutsch


     

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