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FH Osnabrück übergibt Prototyp der Müsli-Röstmaschine an das Caféteria-Team der Montessori-Schule
Wie röstet man Müsli für eine ganze Schule? Mit dieser ungewöhnlichen Frage hatte sich Sabine Ehlke von der Osnabrücker Montessori-Schule im Frühjahr 2007 an die Fakultät Ingenieurwissenschaften und Informatik gewandt. Der Auftrag stieß auf viel Begeisterung - und Prof. Frank Peter Helmus setzte gemeinsam mit zwei Studierenden ein interdisziplinäres Projekt in Gang. Das Ergebnis, ein rotierender Müsli-Röster zum Einbau in den Backofen, wurde nun der Schülerfirma im "Cafe Knusper" übergeben.
Jeden Donnerstag duftet es auf den Fluren der Montessori-Schule nach frischgeröstetem Müsli. Denn freitags gibt es für die Schülerinnen und Schüler im "Café Knusper" gesundes Frühstück - und das selbstgemachte Müsli, das die Jugendlichen nach eigenem Rezept in der Schulküche herstellen, ist dabei besonders beliebt. Bislang war die Produktion der leckeren Frühstücksflocken aber sehr aufwändig. Das Problem: In einem üblichen Küchenofen konnte man nur schwierig Getreideflocken für die ganze Schule rösten. "Wir haben die Flocken auf dem Backblech geröstet und mussten sie im heißen Ofen immer wieder wenden. Dabei konnte man sich leicht die Finger verbrennen", erzählt die 18-jährige Nicole Grösche. Außerdem kühlte der Ofen dadurch immer wieder ab, so dass Zeit und Energie verloren gingen.
Aus diesem Dilemma entstand die Idee einer "Müsli- Röstmaschine". Den Vorschlag haben die Schülerinnen und Schüler von Sabine Ehlke 2007 zur Ideen-Expo eingereicht. Hier musste die Konrektorin auch eine Möglichkeit aufzeigen, wie die Idee realisiert werden kann: "Bei der Internet-Recherche bin ich auf Prof. Helmus gestoßen. Als ich erfahren habe, dass er sich auf Mechanische Verfahrenstechnik und Anlagenplanung spezialisiert hat, wusste ich - das ist der richtige Mann!"
Unter der Leitung von Frank Peter Helmus übernahmen zwei Studierende der Verfahrenstechnik an der FH Osnabrück die Lösung des Problems. Julia Räder und Martin Weber entwickelten eine kleine Anlage, die den Aufwand beim Müsli-Rösten reduziert und trotzdem in der Schulküche keinen Platz wegnimmt. Ihre Idee: In einem breiten, verkaufsüblichen Backofen mit einem Grill-Drehspieß wird ein sich drehender Metallkorb eingesetzt. Er hat die Form eines Zylinders und ein Volumen von fünf bis zehn Litern. In so einer Trommel werden dann Getreideflocken geröstet.
Prof. Helmus ist stolz auf die Vorteile der neuen Lösung: "Unsere Anlage spart eine Menge Energie und ermöglicht den Schülern, viel mehr Müsli auf einmal zu rösten. Außerdem ist die Handhabung besonders einfach." Was die Konstruktion angeht, ist die Müsli-Röstmaschine großindustriellen Anlagen nachempfunden. Es handelt sich um einen Horizontalmischer mit Einbauten, die eine Quervermischung ermöglichen. "Durch die stärkere Durchmischung schmeckt das Müsli noch besser", erklärt der Professor.
Neben dem Engagement der FH Osnabrück, insbesondere dem Einsatz der hochschuleigenen Betriebswerkstatt unter der Leitung von Stefan Hegenbart, war in der Montessori-Schule auch finanzielle Unterstützung gefragt. Denn die Schulküche benötigte einen neuen breiteren Backofen mit Grillspieß, in dem der Müsli-Röster angebracht werden konnte. Mit Hilfe eines Spendenaufrufes durch das Schülerfirmenprojekt WIR AG des Landkreises Osnabrück konnte das Team vom "Cafe Knusper" einen passenden Ofen erwerben. "Wir freuen uns sehr über den Einsatz der FH und die finanzielle Hilfe. Jetzt kann das große Müsli-Rösten endlich losgehen!" sagt Sabine Ehlke.
Die Kenntnisse, die für die Realisierung des Projekts notwendig waren, haben die Studierenden im Studiengang Verfahrenstechnik der FH Osnabrück erworben. An der Fachhochschule lernen Studierende ihr theoretisches Wissen auf alltägliche Fragestellungen zu übertragen - und auf diese Weise, zum Beispiel, die Müsliproduktion zu vereinfachen. Noch bis zum 15. Juli können sich alle Interessierten um einen Studienplatz in diesem Bachelor-Studiengang bewerben. Weitere Informationen: http://www.ecs.fh-osnabrueck.de - Studium sowie telefonisch unter 0541/969-2934 und -3635. Online-Bewerbung unter http://www.fh-osnabrueck.de/bewerbung.html.
Von der Idee bis zum Prototyp: Prof. Frank Peter Helmus (4.v.r.) freut sich mit dem Team des Café K ...
Da kann man schon einen Blick in den Ofen riskieren: (von links) Prof. Frank Peter Helmus, Sergej Vo ...
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Maschinenbau, Werkstoffwissenschaften
regional
Forschungs- / Wissenstransfer, Schule und Wissenschaft
Deutsch

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