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BAD HOMBURG/FRANKFURT. Viele deutsche Juden sind in den ersten Weltkrieg gezogen, um ihren Patriotismus unter Beweis zu stellen und ihren Anspruch als gleichberechtigte Bürger zu bekräftigen. Auch diesen Aspekt des jüdischen Lebens zu Anfang des 20. Jahrhunderts behandelt Prof. Michael A. Rosenthal in seinem öffentlichen Vortrag, am 16. September um 18 Uhr im Forschungskolleg Humanwissenschaften in Bad Homburg.
Der Philosoph der University of Washington in Seattle spricht über "'Das Ethos der hebräischen Propheten': The Philosophical Debate in Germany about the Jewish Religion and Nation during the First World War, and its Aftermath", zu dem Vortrag lädt der Frankfurter Exzellenzcluster "Die Herausbildung normativer Ordnungen" und das Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität ein.
Ausgehend von philosophischen und religiösen Debatten der Zeit beleuchtet Michael Rosenthal das Selbstverständnis der deutschen Juden während des ersten Weltkriegs und der Weimarer Republik und auch die jüdischen Hoffnungen auf politische Teilhabe in einem schon bald entstehenden modernen deutschen Staat. Rosenthal wird sein Thema anhand der intellektuellen Auseinandersetzungen entfalten, an denen in den Jahren 1916 und 1917 der protestantische Theologe Ernst Troelsch und die jüdischen Philosophen Hermann Cohen und Martin Buber beteiligt waren. Hierbei ging es neben der Bedeutung von Prophezeiungen in der Bibel und der Rolle der neuen Sozialwissenschaften bei der Interpretation von Religion auch um die ethischen Grundlagen von Religion und die Bedingungen für die politische Partizipation von religiösen Minderheiten.
Der US-amerikanische Philosoph mit deutschen Vorfahren arbeitet zurzeit auf Einladung des Exzellenzclusters als Fellow am Forschungskolleg. Begrüßt und vorgestellt wird er am Abend seines Vortrags in Bad Homburg von Prof. Rainer Forst, Direktoriumsmitglied des Kollegs und Sprecher des Exzellenzclusters "Normative Ordnungen" an der Goethe-Universität. Die Moderation zu inhaltlichen Aspekten des Vortrags übernimmt Prof. Thomas M. Schmidt, Angehöriger des Clusters und Forschungspartner Rosenthals am Kolleg. Rosenthal selbst wird überwiegend in englischer Sprache referieren.
Die interessierte Öffentlichkeit ist bei freiem Eintritt herzlich willkommen. Um Anmeldung wird gebeten - per Fax (06172/13977-39) oder E-Mail (b.sutterluety@forschungskolleg-humanwissenschaften.de).
Information: Bernd Frye, Pressereferent Forschungskolleg Humanwissenschaften, Tel. 06172/13977-14, frye@forschungskolleg-humanwissenschaften.de;
http://www.forschungskolleg-humanwissenschaften.de
http://www.normativeorders.net
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Geschichte / Archäologie, Gesellschaft, Philosophie / Ethik, Religion
überregional
Wissenschaftliche Tagungen
Deutsch

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