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26.11.2009 15:57

Supercomputer bewährt sich beim Start des LHC

Dr. Anne Hardy Marketing und Kommunikation
Goethe-Universität Frankfurt am Main

    Der unter Frankfurter Leitung konstruierte Rechner filtert interessante Ereignisse aus der Datenflut

    FRANKFURT. Als am Montag am Large Hadron Collider (LHC) des europäischen Forschungszentrums CERN bei Genf die ersten Teilchen-Kollisionen registriert wurden, war auch bei Frankfurter Informatikern und Physikern die Aufregung und Freude groß. Im ALICE Experiment, an dem sie maßgeblich beteiligt sind, zeichneten die Detektoren die Teilchenspuren wie geplant auf. Sekunden später erschien das analysierte Ergebnis auf den Bildschirmen im Hauptkontrollraum. Mit entscheidend für diesen Erfolg ist ein unter Frankfurter Federführung konstruierter Hochleistungsrechner, der High Level Trigger (HLT), der die gesamten Daten des ALICE Experiments on-line empfängt, analysiert und dann entscheidet, ob ein Ereignis interessant ist und deshalb aufgezeichnet wird oder ob es verworfen wird.
    "Ohne diesen Filter wäre die ungeheuer große Datenmenge von mehr als 30 Gigabytes pro Sekunde kaum zu bewältigen. So reduzieren wir die benötigte Speicherkapazität und erleichtern die Suche nach den äußerst seltenen Ereignissen, für deren Untersuchung das Experiment gebaut wurde", erklärt Prof. Volker Lindenstruth, Designer des HLT. Eine Vorstellung von der Leistungsfähigkeit des Supercomputers vermittelt die Tatsache, dass er sofort ein detailliertes live Bild der gesamten Vorgänge im Detektor liefert. Volker Lindenstruth, mittlerweise Professor am Frankfurter Institut für Informatik der Goethe-Universität und am Institute for Advanced Studies (FIAS), hat die Rechnerarchitektur mit seiner Arbeitsgruppe am ALICE-Experiment vorgeschlagen und installiert. Inzwischen hat sich das HLT Team zu einer internationalen Kollaboration unter Frankfurter und norwegischer Federführung ausgeweitet.
    "Wenn man ein solches Großexperiment über mehr als 10 Jahre vorbereitet hat, ist das erste Mal, dass Kollisionen registriert werden, ein besonderer Moment. Wir erwarten nun in den nächsten Tagen mit Spannung, dass auch die riesigen Spurdetektoren, die unter unserer maßgeblichen Beteiligung bei ALICE installiert wurden, ihren Betrieb aufnehmen werden und wir bald erste wissenschaftlichen Ergebnisse präsentieren können.", freut sich der ebenfalls am ALICE-Experiment beteiligte Prof. Harald Appelshäuser vom Institut für Kernphysik der Goethe-Universität. Nun wird die Intensität und Energie des Teilchenstrahls schrittweise erhöht, bis sie diejenige der heute leistungsfähigsten Beschleuniger um ein Vielfaches übersteigt.

    Ein Bild zum download finden Sie unter:
    www.muk.uni-frankfurt.de/pm/pm2009/1109/259/

    Bildtext: Anzeige der Elementarteilchen, die in den ersten Kollisionen am LHC erzeugt wurden und im HLT analysiert wurden. Man sieht den Wechselwirkungspunkt, von dem sich die Spuren sternförmig entfernen.


    Informationen: Prof. Volker Lindenstruth, Frankfurt Institute for Advanced Studies, , Tel. (069) 798-44101, voli@fias.uni-frankfurt.de.

    Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 von Frankfurter Bürgern gegründet, ist sie heute eine der zehn größten Universitäten Deutschlands. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Rund um das historische Poelzig-Ensemble im Frankfurter Westend entsteht derzeit für rund 600 Millionen Euro der schönste Campus Deutschlands. Mit über 50 seit 2000 eingeworbenen Stiftungs- und Stiftungsgastprofessuren nimmt die Goethe-Uni den deutschen Spitzenplatz ein. In drei Forschungsrankings des CHE in Folge und in der Exzellenzinitiative zeigt sich die Goethe-Universität als eine der forschungsstärksten Hochschulen.

    Herausgeber Der Präsident der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Redaktion Dr. Anne Hardy, Referentin für Wissenschaftskommunikation. Abteilung Marketing und Kommunikation, Senckenberganlage 31, 60325 Frankfurt am Main, Tel: (069) 798-29228, Fax: (069) 798-28530, hardy@pvw.uni-frankfurt.de.


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Physik / Astronomie
    überregional
    Forschungsprojekte
    Deutsch


     

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